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Kettner Edelmetalle
28.01.2026
09:32 Uhr

ASML verzeichnet Rekordaufträge dank KI-Boom – und streicht dennoch 1.700 Stellen

Der niederländische Chipausrüster ASML, Europas wertvollstes Unternehmen, hat im vierten Quartal einen historischen Auftragsrekord vermeldet. Die Bestellungen explodierten förmlich auf 13,2 Milliarden Euro – nahezu das Doppelte des Vorjahreswertes von 7,1 Milliarden Euro. Analysten hatten lediglich mit 6,32 Milliarden Euro gerechnet. Doch während die Champagnerkorken knallen sollten, verkündet das Unternehmen gleichzeitig den Abbau von 1.700 Arbeitsplätzen. Ein Paradoxon, das Fragen aufwirft.

Der KI-Hunger treibt die Nachfrage ins Unermessliche

Die Erklärung für den beispiellosen Auftragsschub liegt auf der Hand: Künstliche Intelligenz verschlingt Rechenkapazitäten in einem Ausmaß, das selbst Branchenkenner überrascht. Großkunden wie TSMC, Samsung, SK Hynix und Micron investieren massiv in neue Fertigungskapazitäten, um den unstillbaren Appetit der Cloud-Giganten Microsoft, Amazon und Google zu befriedigen. ASML, als einziger Hersteller der hochmodernen EUV-Lithographiemaschinen, sitzt dabei an der Quelle des digitalen Goldrausches.

Konzernchef Christophe Fouquet sprach von einer gestiegenen Zuversicht der Kunden hinsichtlich der „Nachhaltigkeit der KI-bezogenen Nachfrage". Der Nettogewinn kletterte 2025 um beachtliche 26,3 Prozent auf 9,6 Milliarden Euro, während der Umsatz um 15,5 Prozent auf 32,7 Milliarden Euro zulegte.

Stellenabbau trotz Rekordergebnissen – ein fragwürdiges Signal

Umso bemerkenswerter erscheint die Ankündigung, 3,8 Prozent der Belegschaft zu entlassen. Betroffen seien vorwiegend Führungspositionen in den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen in den Niederlanden und den USA. Das Unternehmen begründet den Schritt mit der Notwendigkeit „technischer Agilität". Analyst Michael Roeg von Degroof Petercam kommentierte trocken: „Stellenabbau bei Rekordaufträgen dürfte für faszinierende Gespräche mit den Gewerkschaften sorgen."

Es ist der größte Personalabbau in der Unternehmensgeschichte – nach Jahren der Expansion in den 2010er und 2020er Jahren. Finanzchef Roger Dassen rechtfertigte die Maßnahme als notwendige Straffung der Strukturen.

China-Geschäft schrumpft unter dem Druck der Exportbeschränkungen

Ein weiterer Aspekt verdient besondere Aufmerksamkeit: Der Anteil Chinas am ASML-Umsatz ist von 41 Prozent im Jahr 2024 auf 33 Prozent im Jahr 2025 gefallen. Für 2026 prognostiziert das Unternehmen einen weiteren Rückgang auf lediglich 20 Prozent. Die von den USA angeführten Exportbeschränkungen zeigen ihre Wirkung – chinesische Chiphersteller dürfen ASMLs modernste EUV-Maschinen nicht mehr erwerben.

Diese geopolitische Dimension verdeutlicht, wie stark die Halbleiterindustrie zum Spielball internationaler Machtpolitik geworden ist. Die westlichen Demokratien versuchen, Chinas technologischen Aufstieg zu bremsen – mit ASML als unfreiwilligem Werkzeug dieser Strategie.

Ausblick: Optimismus mit Fragezeichen

ASML hob seine Umsatzprognose für 2026 auf 34 bis 39 Milliarden Euro an und übertraf damit die Analystenerwartungen von 35 Milliarden Euro. Bis 2030 peilt das Unternehmen Erlöse zwischen 44 und 60 Milliarden Euro an. Zusätzlich kündigte der Konzern ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 12 Milliarden Euro bis 2028 an.

Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung von bis zu 7,5 Prozent auf ein Rekordhoch, bevor sie sich bei einem Plus von 4,2 Prozent einpendelte. Seit Jahresbeginn hat das Papier bereits 38 Prozent zugelegt.

„Es wird das letzte Mal sein, dass ASML den vierteljährlichen Auftragseingang meldet, und das Unternehmen geht mit einem Knall", kommentierte ING-Analyst Marc Hesselink.

Tatsächlich plant ASML, künftig keine Quartalszahlen zu den Bestellungen mehr zu veröffentlichen – angeblich, um unnötige Volatilität bei den Aktien zu vermeiden. Kritiker mögen darin auch den Versuch sehen, sich unbequemer Transparenz zu entziehen.

Die Entwicklung bei ASML spiegelt einen größeren Trend wider: Die KI-Revolution schafft Gewinner und Verlierer – manchmal innerhalb desselben Unternehmens. Während die Auftragsbücher überquellen, werden Mitarbeiter vor die Tür gesetzt. Es ist die Logik des modernen Kapitalismus, die hier in ihrer ganzen Brutalität sichtbar wird.

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