
Asien verfeuert Kohle wie nie zuvor – Nahostkrieg treibt LNG-Preise auf Dreijahreshoch
Während westliche Regierungen noch immer dem Traum einer schnellen Energiewende nachhängen, zeigt die Realität in Asien, wie fragil die globale Energieversorgung tatsächlich ist. Der eskalierende Krieg im Nahen Osten hat die Flüssiggas-Märkte (LNG) in eine beispiellose Krise gestürzt – und Asiens Antwort darauf ist so pragmatisch wie vorhersehbar: Kohle, Kohle und nochmals Kohle.
Die Straße von Hormus – Nadelöhr der Weltwirtschaft
Die de facto geschlossene Straße von Hormus, jene strategische Meerenge, durch die ein erheblicher Teil der globalen Energielieferungen fließt, hat den LNG-Markt in Asien regelrecht auf den Kopf gestellt. Die Spot-Preise für Flüssiggas sind um satte 70 Prozent auf ein Dreijahreshoch geschossen – ein Preisniveau, das sich die meisten asiatischen Volkswirtschaften schlicht nicht leisten können. Katars LNG-Exporte, eine der wichtigsten Versorgungsquellen der Region, liegen praktisch brach.
Was tun, wenn das Gas ausbleibt? Man greift zu dem, was man hat. Und das ist in Asien vor allem eines: Kohle.
Pragmatismus schlägt Klimarhetorik
Von Tokio bis Neu-Delhi, von Seoul bis Dhaka – quer über den gesamten Kontinent drehen Regierungen den Kohlehahn auf. Selbst hochentwickelte Industrienationen wie Japan und Südkorea fahren ihre Kohlekraftwerke wieder hoch. China, Indien, Bangladesch und der Großteil Südostasiens, die ohnehin nie wirklich von der Kohle losgekommen waren, lehnen sich nun noch stärker an den fossilen Brennstoff an.
Anthony Knutson, globaler Leiter des Kohlebereichs bei Wood Mackenzie, brachte es gegenüber der Financial Times auf den Punkt: Asiatische Länder öffneten die Schleusen der Kohleverstromung, um steigende Gaspreise und Versorgungsrisiken abzufedern. Kohle könne zwar das verlorene Gasangebot nicht vollständig ersetzen, schaffe aber einen willkommenen Puffer, um die größte Versorgungsstörung auf den Energiemärkten überhaupt zu überstehen.
Energiesicherheit vor Emissionszielen
Besonders bemerkenswert ist die strategische Weitsicht, die sich nun auszahlt. China, Indien, Südkorea, Japan und ganz Süd- sowie Südostasien haben in den vergangenen Jahren bewusst Kohlepuffer aufgebaut. Ihr Beharren darauf, dass Diversifizierung und Energiesicherheit wichtiger seien als plakative Emissionsreduktionen, erweist sich in der aktuellen Krise als goldrichtig. Während Europa unter dem selbst auferlegten Dogma der Dekarbonisierung ächzt, zeigen asiatische Staaten, was Realpolitik in der Energieversorgung bedeutet.
Natürlich gibt es auch andere Ansätze: Der Ausbau erneuerbarer Energien und eine verstärkte heimische Gasproduktion könnten die Versorgungslücke langfristig mildern. Doch wie die Analysten von Wood Mackenzie unmissverständlich klarstellen, handelt es sich dabei nicht um sofortige Lösungen. In der akuten Krise zählt nur, was jetzt verfügbar ist.
Ein Lehrstück für Deutschland
Die Kohlepreise sind seit Kriegsbeginn um lediglich 17 Prozent gestiegen – ein Bruchteil des 70-prozentigen Sprungs bei den LNG-Spotpreisen. Wer also über ein diversifiziertes Energieportfolio verfügt, steht heute deutlich besser da. Eine Erkenntnis, die man auch in Berlin zur Kenntnis nehmen sollte, wo man sich mit dem ideologisch motivierten Kohleausstieg und der gleichzeitigen Abhängigkeit von Gasimporten in eine strategisch höchst verwundbare Position manövriert hat.
Die Krise im Nahen Osten offenbart einmal mehr eine unbequeme Wahrheit: Energiepolitik ist keine Spielwiese für Utopisten, sondern eine Frage der nationalen Sicherheit. Asien hat das verstanden. Deutschland offenbar noch nicht.
In Zeiten derart massiver geopolitischer Verwerfungen und explodierender Energiepreise zeigt sich einmal mehr der Wert physischer Sachwerte. Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Schutz gegen Inflation, Versorgungskrisen und geopolitische Instabilität bewährt – und dürften auch in der aktuellen Lage als Vermögenssicherung eine zentrale Rolle spielen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden.
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