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Kettner Edelmetalle
28.05.2026
20:59 Uhr

Anthropic auf 965 Milliarden Dollar gepumpt – platzt hier gerade die größte Blase der Wirtschaftsgeschichte?

Anthropic auf 965 Milliarden Dollar gepumpt – platzt hier gerade die größte Blase der Wirtschaftsgeschichte?

Die Zahlen sind so gigantisch, dass selbst hartgesottene Finanzanalysten ins Grübeln geraten. Das amerikanische KI-Unternehmen Anthropic, Entwickler des Chatbots Claude, hat in einer weiteren Finanzierungsrunde sage und schreibe 65 Milliarden Dollar bei Investoren eingesammelt. Die neue Bewertung des Unternehmens: schwindelerregende 965 Milliarden Dollar. Damit hat Anthropic seinen größten Konkurrenten OpenAI, der im März noch mit 852 Milliarden Dollar taxiert wurde, sogar überholt.

Geld marsch – und keiner fragt nach den Gewinnen

Mit den frischen Milliarden, so verlautbart das Unternehmen, solle die Rechenkapazität ausgebaut werden, um der wachsenden Nachfrage nach Claude gerecht zu werden. Ferner sollten die Produkte weiter skaliert werden. Klingt nach klassischer Wachstumsstory – doch ein nüchterner Blick auf die Zahlen offenbart einen interessanten Widerspruch: Für das zweite Quartal erwartet Anthropic einen Umsatz von 10,9 Milliarden Dollar. Eine Bewertung von 965 Milliarden Dollar bei diesem Umsatz? Das ist ein Multiple, das selbst eingefleischten Tech-Optimisten die Schweißperlen auf die Stirn treibt.

Angeführt wurde die Finanzierungsrunde von den üblichen Verdächtigen des Silicon-Valley-Kapitals: Altimeter Capital, Dragoneer, Greenoaks und Sequoia Capital. Mit dabei auch D.E. Shaw & Co., Blackstone und der Hedgefonds-Gigant DST Global. Im Februar war Anthropic noch mit „nur“ 380 Milliarden Dollar bewertet worden. Eine Verdreifachung in wenigen Monaten – das hat selbst der Bitcoin in seinen wildesten Phasen kaum geschafft.

Amazon-Deal: Geld gegen Cloud-Abhängigkeit

Besonders pikant ist die Rolle von Amazon in diesem Spiel. Der Onlinehändler hatte im April angekündigt, bis zu 25 Milliarden Dollar in Anthropic zu investieren. Der Haken an der Sache: Anthropic hat sich im Gegenzug verpflichtet, in den nächsten zehn Jahren mehr als 100 Milliarden Dollar für Amazons Cloud-Technologien auszugeben. Wer hier wem wirklich etwas schenkt, dürfte aufmerksamen Beobachtern auffallen. Es ist letztlich ein Karussell, bei dem das Geld einmal um den Block fährt und dabei Bewertungen aufbläst.

Erinnerungen an die Dotcom-Blase werden wach

Wer in der KI-Branche derzeit nicht das Wort „Blase“ in den Mund nehmen will, der ignoriert offenkundig die Geschichte. Bereits Ende der 1990er-Jahre wurden Internet-Start-ups in den Himmel bewertet, ohne nennenswerte Gewinne zu erwirtschaften. Das Ergebnis ist bekannt: Zwischen 2000 und 2002 verloren US-Tech-Werte gigantische Summen an Marktkapitalisierung. Selbst etablierte Stimmen warnen mittlerweile mit 75-prozentiger Wahrscheinlichkeit vor einem Platzen der KI-Blase.

Während also in den USA Phantasiebewertungen ausgerufen werden, die das Bruttoinlandsprodukt mittlerer Staaten in den Schatten stellen, müsste man sich in Deutschland fragen: Wo bleibt eigentlich die europäische Antwort? Während Berlin sich mit Bürokratie, Energiepreisen und ideologischen Nebenschauplätzen beschäftigt, ziehen die USA und China bei der Schlüsseltechnologie der kommenden Dekade unaufholbar davon. Das französische Start-up Mistral wirkt im globalen Vergleich beinahe rührend bescheiden. Deutschland? Spielt in der Spitzenliga der Künstlichen Intelligenz schlichtweg keine Rolle. Ein weiteres Versäumnis einer Politik, die lieber Lastenfahrräder fördert als digitale Souveränität.

Wenn die Musik aufhört zu spielen

Die entscheidende Frage lautet: Was passiert, wenn die Erwartungen an Künstliche Intelligenz nicht eingelöst werden? Wenn Unternehmenskunden feststellen, dass die Effizienzgewinne durch Claude, ChatGPT & Co. nicht die erhofften Gewinnsprünge bringen? Wenn die exponentiellen Umsatzkurven sich plötzlich abflachen? Dann könnten die heute gefeierten Milliarden-Bewertungen schneller verdunsten, als man „Künstliche Intelligenz“ buchstabieren kann. Privatanleger, die jetzt in KI-ETFs strömen oder über Sekundärmärkte versuchen, sich Anteile an solchen Unternehmen zu sichern, sollten dies bedenken.

Wer in unsicheren Zeiten – und die haben wir mit Krieg in der Ukraine, eskalierendem Nahost-Konflikt, Handelszöllen aus Washington und einer schwächelnden deutschen Wirtschaft eindeutig – nach krisenfesten Anlagen sucht, der findet in physischen Edelmetallen wie Gold und Silber eine zeitlose Alternative. Während Tech-Bewertungen wie Seifenblasen entstehen und vergehen, behält das gelbe und das weiße Metall seit Jahrtausenden seinen inneren Wert. Eine vernünftige Beimischung zum Portfolio kann gerade in Phasen exzessiver Bewertungen anderer Anlageklassen eine kluge Entscheidung sein.

Haftungsausschluss: Die in diesem Artikel geäußerten Einschätzungen geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion wieder und stellen keine Anlageberatung dar. Wir betreiben keine individuelle Anlageberatung. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenverantwortlich zu recherchieren und seine Anlageentscheidungen selbst zu treffen. Eine Haftung für etwaige Verluste oder entgangene Gewinne ist ausgeschlossen.

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