
Alarmstufe Rot in der Ost-Chemie: 63.000 Arbeitsplätze vor dem Aus
Die deutsche Chemieindustrie steht am Abgrund – und mit ihr Zehntausende Existenzen. Was sich seit Jahren anbahnte, nimmt nun dramatische Züge an: Die ostdeutsche Chemie- und Pharmaindustrie warnt vor dem Verlust von mehr als 63.000 Arbeitsplätzen. Ein Hilferuf, der in Berlin offenbar noch immer nicht laut genug gehört wird.
Die Zeit des Redens ist vorbei
„Wir brauchen einen Krisenfahrplan. Die Zeit des Redens ist vorbei – jetzt muss gehandelt werden", mahnte Nora Schmidt-Kesseler, Hauptgeschäftsführerin der Nordostchemie-Verbände, beim sogenannten Chemiegipfel Ostdeutschland. Deutlicher kann man die Verzweiflung einer ganzen Branche kaum in Worte fassen. Arbeitgeber und Gewerkschaften – sonst nicht immer einer Meinung – haben der Bundesregierung gemeinsam einen Fünf-Punkte-Plan zur Stabilisierung überreicht. Ein seltener Schulterschluss, der die Dramatik der Lage unterstreicht.
Die Zahlen sprechen eine erschreckend klare Sprache: Seit 2022 brechen Produktion und Umsätze kontinuierlich ein. Die Kapazitätsauslastung liegt bei höchstens 70 Prozent – weit unter der Rentabilitätsschwelle. Wer sich mit Betriebswirtschaft auch nur ansatzweise auskennt, weiß: Das ist der sichere Weg in die Insolvenz.
Ein Fünf-Punkte-Plan gegen den Untergang
Rund 150 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Arbeitnehmerschaft kamen zusammen, um Lösungen zu diskutieren. Der vorgelegte Fünf-Punkte-Plan fordert:
Verlässliche Rahmenbedingungen für industrielle Produktion, die Stärkung von Wertschöpfungsketten, eine wettbewerbsfähige und sichere Energieversorgung, eine mit der Wettbewerbsfähigkeit vereinbare Klimapolitik sowie umfassenden Bürokratieabbau mit schnelleren Genehmigungsverfahren. Alles Punkte, die seit Jahren gefordert werden – und seit Jahren ignoriert werden.
Hohe Energiekosten als Sargnagel
Die Chemieindustrie steht bundesweit unter massivem Druck. Hohe Energiekosten, schwache Nachfrage und zunehmende internationale Konkurrenz – insbesondere aus China – setzen den Unternehmen zu. Was jahrzehntelang als Standortvorteil galt, wurde durch eine verfehlte Energiepolitik zunichte gemacht. Die Abkehr von günstigen Energiequellen rächt sich nun bitter.
Der amerikanische Konzern Dow Chemical hat bereits angekündigt, Teile seiner Anlagen in Schkopau in Sachsen-Anhalt und im sächsischen Böhlen Ende 2027 zu schließen. Besonders der sogenannte Steamcracker in Böhlen ist umstritten. Experten befürchten einen Dominoeffekt: Fällt diese Anlage, könnten weitere Unternehmen in der Region mitgerissen werden.
Die größte Chemie-Krise seit der Wiedervereinigung
Es ist die größte Krise der Branche seit 1991. Damals, nach dem Zusammenbruch der DDR-Wirtschaft, wurden ganze Industriezweige abgewickelt. Dass sich Geschichte wiederholen könnte – diesmal nicht durch politische Umwälzungen, sondern durch politisches Versagen – ist eine bittere Ironie.
Die ostdeutsche Industrie fordert mittlerweile sogar die Rückkehr zu russischem Gas. Ein Tabubruch, der zeigt, wie verzweifelt die Lage ist.
Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz steht vor einer gewaltigen Aufgabe. Das angekündigte 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur klingt nach viel Geld – doch ohne grundlegende Korrekturen in der Energie- und Wirtschaftspolitik wird es nicht mehr sein als ein teures Pflaster auf einer klaffenden Wunde. Die Chemieindustrie braucht keine Almosen, sie braucht Rahmenbedingungen, die Produktion in Deutschland wieder rentabel machen.
Die Uhr tickt. Und mit jedem Tag, an dem nicht gehandelt wird, rückt der Verlust von 63.000 Arbeitsplätzen näher.
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