Kostenlose Beratung07930-2699
280.000
Kunden
Sicherer
Versand
22.10.2026
11:14 Uhr
KI-generiert

AfD-Leak: Hacker „Ver“ will aus der Ukraine stammen – und bereut nichts

AfD-Leak: Hacker „Ver“ will aus der Ukraine stammen – und bereut nichts
Symbolbild: KI-generiert

Er nennt sich „Ver“, sagt, er sei in der Ukraine aufgewachsen, und lebt nach eigener Darstellung heute in den USA. In einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ hat sich einer der mutmaßlichen Drahtzieher des großen Hackerangriffs auf die AfD zu Wort gemeldet. Von Reue fehlt dabei jede Spur, auch nicht gegenüber unbeteiligten Privatleuten, deren Daten nun im Netz stehen.

Ein Phantom mit Lebenslauf

Nach eigenen Angaben hat „Ver“ in den Vereinigten Staaten als Softwareentwickler und Datenwissenschaftler gearbeitet. Überprüfen konnten die Journalisten diese Angaben zu seiner Person nicht. Bestätigen konnte die Redaktion nach eigener Darstellung nur eines: Mithilfe kryptografischer Verfahren sei sichergestellt, dass die Antworten tatsächlich von den Betreibern der Leak-Plattform stammen.

Die Plattform hat es in sich. Medienberichten zufolge sollen dort rund 421.000 E-Mails aus zehn Postfächern liegen, darunter ein Konto auf den Namen des früheren Parteichefs Alexander Gauland. Die anonyme Seite wurde demnach erst Mitte Oktober registriert und gibt den US-Bundesstaat Wyoming als Sitz an. Ob alle Mails echt sind, ist weiterhin offen.

„Korruption“ als Motiv, aber ohne Belege

Als Motiv nennt „Ver“ angebliche Korruption in der AfD. Die Dokumente zeigten seiner Ansicht nach finanzielles Fehlverhalten und eine Kluft zwischen dem öffentlichen Auftreten der Partei und ihrem Innenleben. Man habe öffentlichen Druck erzeugen wollen. Er verweist außerdem auf die Einstufung der AfD als rechtsextremistischer Verdachtsfall und bringt ein Verbotsverfahren ins Gespräch.

Konkrete Belege für seine Korruptionsvorwürfe legt er im Interview allerdings nicht vor. Wer schwere Vorwürfe erhebt und dafür massenhaft Daten stiehlt, müsste eigentlich mehr liefern als Andeutungen.

Erstwähler als Kollateralschaden?

Besonders heikel ist, wie die Hacker mit den Daten Unbeteiligter umgehen. Gefragt, warum auch Informationen von Erstwählern und anderen Privatpersonen veröffentlicht wurden, sagte „Ver“ sinngemäß, bei einer solchen Datenmenge sei es nicht praktikabel, einzelne Informationen auszusortieren. Auch auf Nachfrage blieb er dabei: Unschuldige herauszufiltern sei schlicht unmöglich.

Man muss sich das klarmachen. Junge Menschen, die vielleicht nur einmal eine Anfrage an eine Partei geschickt haben, werden so zum Kollateralschaden eines politischen Feldzugs. Datenschutz scheint hier nur zu gelten, solange er ins eigene Weltbild passt.

Das mysteriöse 100.000-Euro-Angebot

Laut „Ver“ ging über eine anonyme Protonmail-Adresse ein Angebot über 100.000 Euro ein, damit die Gruppe die Daten wieder aus dem Netz nimmt. Man habe aus ethischen Gründen abgelehnt und niemanden erpressen wollen. Unabhängig bestätigt ist dieses Angebot bislang nicht.

AfD: Angriff auf die Demokratie

Die AfD hatte am Dienstag offiziell bestätigt, dass Ende September ein Hosting-Dienstleister der Partei angegriffen worden war. Betroffene und die Datenschutzbeauftragte seien sofort informiert, Anzeige sei erstattet worden. Die Partei spricht von einem strafrechtlich relevanten Angriff auf das Parteiensystem und damit auf die Demokratie. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik steht Berichten zufolge mit der Partei in Kontakt.

„Ver“ widerspricht der Darstellung, der Angriff sei schnell entdeckt und gestoppt worden. Die AfD betreibe rund 800 Domains, die unterschiedlich gut abgesichert seien. Daraus hätten sich mehrere Einfallstore ergeben, und man habe die Systeme über längere Zeit kontrolliert.

Die Partei warnt ihrerseits vor voreiligen Schlüssen. Die Hacker hätten die Mails offenbar mit einer einfachen KI ausgewertet, die Schlagworte ohne Zusammenhang verarbeite. Die bisher verbreiteten angeblichen Skandale hielten einer Prüfung nicht stand.

Viele offene Fragen

Wer tatsächlich hinter dem Datendiebstahl steckt, ist ungeklärt. Für eine Beteiligung ukrainischer Behörden gibt es bislang keinerlei Belege. Schon die Herkunftsangabe beruht allein auf dem Wort eines anonymen Hackers.

Eines zeigt der Fall trotzdem: Wenn gestohlene Daten zur politischen Waffe werden, ist irgendwann jede Partei verwundbar. Und jeder Bürger, der mit ihr je in Kontakt stand. Ermittler und Datenschützer haben jetzt eine Bewährungsprobe vor sich, und zwar unabhängig davon, wen der Angriff getroffen hat.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“