
ADAC-Verkehrspräsident stürzt nach Spritpreis-Skandal – 60.000 Mitglieder kehren dem Club den Rücken

Was für ein Debakel für Deutschlands größten Automobilclub! Gerhard Hillebrand, der Verkehrspräsident des ADAC, hat seinen Posten geräumt. Der Grund? Ein Interview, das wie eine Bombe in der Mitgliedschaft einschlug und eine beispiellose Kündigungswelle auslöste. Innerhalb von nur vier Wochen sagten 60.000 Autofahrer dem Verein Lebewohl – ein Vertrauensverlust, der seinesgleichen sucht.
Das Interview, das den Sturm entfachte
Einen Tag vor Heiligabend – ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem die meisten Deutschen andere Sorgen haben als politische Grundsatzdebatten – ließ sich Hillebrand in der „Neuen Osnabrücker Zeitung" zu Aussagen hinreißen, die man eher von einem Grünen-Politiker als vom Interessenvertreter von 22 Millionen Autofahrern erwarten würde. Der ADAC halte die CO₂-Bepreisung für ein „richtiges Instrument", um Klimaschutzziele zu erreichen, verkündete er. Die Leute bräuchten eben „den Anreiz", um auf klimaschonende Alternativen umzusteigen.
Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Der oberste Verkehrslobbyist des Landes plädiert öffentlich dafür, dass seine eigenen Mitglieder tiefer in die Tasche greifen sollen. Höhere Spritpreise als Erziehungsmaßnahme für den gemeinen Autofahrer – so stellt sich offenbar mancher Funktionär die Zukunft der Mobilität vor.
Die Basis schlägt zurück
Die Reaktion der Mitglieder ließ nicht lange auf sich warten. Bereits in den ersten Tagen nach Erscheinen des Interviews traten 5.000 Autofahrer aus dem Club aus. Was folgte, war eine regelrechte Lawine der Empörung. Die Botschaft war unmissverständlich: Wer sich als „Anwalt der Autofahrer" versteht, kann nicht gleichzeitig für deren finanzielle Mehrbelastung werben.
„Die Zahl der Kündigungen zeigt, dass viele Mitglieder den Eindruck hatten, der ADAC habe seine Rolle als Anwalt der Autofahrer verlassen. Das trifft den ADAC und wird sehr ernst genommen."
So die ernüchterte Stellungnahme einer ADAC-Sprecherin. Der Verein ruderte eilig zurück und betonte, man mache sich „gegen jede weitere Belastung ohne sozialen Ausgleich stark". Der Auftrag laute schließlich: „Bezahlbare Mobilität für alle." Doch der Schaden war angerichtet.
Ein Symptom der Zeit
Der Fall Hillebrand ist mehr als nur ein Personalwechsel in einem Automobilclub. Er offenbart, wie tief der Graben zwischen selbsternannten Eliten und der arbeitenden Bevölkerung mittlerweile geworden ist. Während Funktionäre in gut geheizten Büros über Klimaziele philosophieren, kämpfen Millionen Deutsche mit explodierenden Lebenshaltungskosten. Der Sprit ist bereits teuer genug, die Energiepreise belasten jeden Haushalt – und dann kommt ausgerechnet der ADAC und fordert noch höhere Abgaben?
Es ist bezeichnend, dass Hillebrand sich auch noch Sorgen machte, die EU könnte ihre Klimaschutzziele lockern. „Davor kann ich nur warnen", mahnte er. Europa müsse an „ehrgeizigen CO₂-Minderungszielen festhalten". Solche Töne kennt man sonst von Klimaaktivisten, nicht von Interessenvertretern der Autofahrer.
Der ADAC am Scheideweg
Kommissarisch übernimmt nun Technikpräsident Karsten Schulze den Verantwortungsbereich des geschassten Verkehrspräsidenten. Für den ADAC wird es darum gehen, das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen. Immerhin konnte der Club im Januar auch 100.000 Neumitglieder verbuchen – doch der Imageschaden sitzt tief.
Die Episode zeigt einmal mehr, dass die Deutschen es leid sind, von oben herab belehrt zu werden. Wer glaubt, den Bürgern mit moralischem Zeigefinger und höheren Preisen das richtige Verhalten beibringen zu müssen, wird früher oder später die Quittung bekommen. Hillebrand hat sie nun erhalten – in Form von 60.000 Kündigungen und einem erzwungenen Rücktritt.

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