Kostenlose Beratung
07930-2699
200.000
Kunden
Sicherer
Versand
Kettner Edelmetalle
16.02.2026
07:02 Uhr

Abwanderung nach Peking: Carl Zeiss Meditec opfert deutsche Arbeitsplätze auf dem Altar des China-Geschäfts

Abwanderung nach Peking: Carl Zeiss Meditec opfert deutsche Arbeitsplätze auf dem Altar des China-Geschäfts

Es ist ein Trauerspiel, das sich in der deutschen Industrie mittlerweile mit erschreckender Regelmäßigkeit wiederholt: Ein weiteres traditionsreiches Unternehmen kehrt dem Standort Deutschland den Rücken und verlagert seine Produktion ins Ausland. Diesmal trifft es Carl Zeiss Meditec, den Spezialisten für Augenheilkunde-Technologie, der seine Fertigung verstärkt in die Volksrepublik China verlagern will. Die Begründung? Man müsse „mehr Wertschöpfung dorthin verlegen", um am chinesischen Markt weiterhin teilhaben zu können, so Finanzvorstand Justus Felix Wehmer. Was für eine bittere Ironie.

Deutschland verliert – China gewinnt

Die Botschaft des Konzerns könnte kaum deutlicher sein: Wer in China verkaufen will, muss in China produzieren. Peking schottet seinen Markt systematisch ab, bevorzugt heimische Anbieter bei Ausschreibungen und verschärft die Auflagen für ausländische Unternehmen. Statt sich dagegen zu wehren, statt auf die eigene Regierung zu setzen, die für faire Wettbewerbsbedingungen kämpfen müsste, kapituliert Zeiss Meditec und zieht die Konsequenzen – zulasten deutscher Standorte.

Wehmer räumte freimütig ein, dass die Verlagerung „Auswirkungen auf Standorte woanders in der Welt und sicherlich auch Deutschland haben kann". Kann? Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, dass hier Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen. Die Aktie reagierte prompt mit einem Minus von rund zwei Prozent – die Investoren haben verstanden, was diese Ankündigung bedeutet.

Rote Zahlen als Brandbeschleuniger

Der Strategieschwenk kommt nicht aus einer Position der Stärke. Im Gegenteil: Die Zahlen zum ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember lesen sich wie ein Offenbarungseid. Ein Verlust von 4,9 Millionen Euro steht zu Buche, wo im Vorjahr noch 15,7 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet wurden. Das operative Ergebnis brach um nahezu 80 Prozent ein. Die im Januar ausgesetzte Jahresprognose bleibt weiterhin in der Schwebe – ein Zustand, der bei Aktionären kaum Vertrauen wecken dürfte.

Negative Währungseffekte und höhere Abschreibungen hätten eine Rolle gespielt, heißt es beschwichtigend aus der Konzernzentrale. Doch der eigentliche Treiber des Desasters sei das schwächelnde China-Geschäft. Und genau hier offenbart sich das fundamentale Dilemma: Rund ein Viertel des Umsatzes erwirtschaftet Zeiss Meditec in der Volksrepublik. Eine Abhängigkeit, die sich nun als gefährliche Falle erweist.

Pekings Protektionismus als Druckmittel

Besonders pikant ist der Zusammenhang, den das Management selbst herstellt: Die verschärften Auflagen in China seien teilweise eine Reaktion auf die EU-Strafzölle für chinesische Elektroautos. Mit anderen Worten: Die handelspolitischen Scharmützel zwischen Brüssel und Peking treffen nun deutsche Medizintechnik-Unternehmen als Kollateralschaden. Während europäische Politiker sich in Brüssel gegenseitig auf die Schulter klopfen, weil sie chinesischen E-Auto-Herstellern Zölle auferlegt haben, zahlen deutsche Unternehmen und ihre Beschäftigten die Zeche.

China bleibt laut Wehmer „der weltweit größte Markt für die Augenheilkunde". Künstliche Linsen, Diagnostikgeräte, Operationsmikroskope, medizinische Laser – all das verkauft Zeiss Meditec in der Volksrepublik. Und genau deshalb sieht sich der Konzern gezwungen, seine bereits bestehenden Standorte in Guangzhou und Suzhou massiv auszubauen. Wer nicht lokal produziere, verliere in sensiblen Segmenten den Marktzugang, so die nüchterne Analyse.

Ein Symptom des deutschen Niedergangs

Man muss die Entscheidung von Zeiss Meditec in einen größeren Kontext einordnen. Sie reiht sich nahtlos ein in eine beunruhigende Serie von Produktionsverlagerungen deutscher Unternehmen ins Ausland. MAN streicht Stellen in Salzgitter und investiert in Osteuropa. Stihl verlagert die Fertigung von Akkugeräten. Bayer meidet Deutschland bei der Produktion von Pflanzenschutzmitteln. Die Liste wird länger und länger – und die Politik schaut tatenlos zu.

Wo bleibt die Bundesregierung, wenn es darum geht, den Wirtschaftsstandort Deutschland zu verteidigen? Wo sind die Maßnahmen gegen überbordende Bürokratie, erdrückende Energiekosten und eine Steuerlast, die Unternehmen regelrecht aus dem Land treibt? Friedrich Merz hatte im Wahlkampf eine wirtschaftsfreundlichere Politik versprochen. Doch von konkreten Entlastungen für die Industrie ist bislang wenig zu spüren. Stattdessen wurde ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen beschlossen, das kommende Generationen mit Schulden belastet, ohne die strukturellen Probleme des Standorts Deutschland auch nur ansatzweise zu lösen.

Forschung und Effizienz auf dem Prüfstand

Neben der Produktionsverlagerung plant Zeiss Meditec eine umfassende Neuausrichtung seiner Forschung und Entwicklung. Projekte sollen schneller marktreif werden, Effizienzprogramme die Kosten senken. Wehmer kündigte an, Prozesse zu prüfen, zu vereinheitlichen und zu standardisieren. „Ich will da gar keine Funktion besonders hervorheben, aber auch keine ausnehmen", sagte er – eine Formulierung, die bei Beschäftigten in Einkauf, Produktion, IT und Verwaltung die Alarmglocken schrillen lassen dürfte.

Ob es zu einem Stellenabbau kommen werde, ließ der Finanzvorstand bewusst offen. Zunächst müssten die zuständigen Gremien entscheiden. Aktualisierte Ziele wolle man spätestens zur Halbjahresbilanz am 12. Mai vorlegen. Bis dahin bleibe die Lage „dynamisch" – ein Euphemismus, der in der Unternehmenskommunikation selten Gutes verheißt.

Premiumprodukte unter Druck

Besonders brisant ist eine wichtige landesweite Ausschreibung in China, bei der Zeiss Meditec mit einer teuren Premiumlinse antritt. Erst kürzlich habe man erfahren, dass zwei lokale Anbieter ebenfalls bieten würden – und heimische Firmen bei der Vergabe zunehmend bevorzugt würden. Damit wächst das Risiko, dass Premiumsegmente nicht mehr automatisch an internationale Marken gehen. Eine zweite Linse verfüge bislang nur über eine mündliche Zulassung, was eine seriöse Planung nahezu unmöglich mache.

Die schwache Wirtschaftslage in China, die Kaufzurückhaltung der Verbraucher und die globalen Handelskonflikte – nicht zuletzt die von US-Präsident Trump eingeführten massiven Zollerhöhungen – verschärfen die Situation zusätzlich. Premiumprodukte geraten unter Preisdruck, obwohl sie technologisch überzeugen. Es ist die klassische Zwickmühle: Qualität allein reicht nicht mehr, wenn politische Rahmenbedingungen den Markt verzerren.

Ein Weckruf, der verhallen wird?

Die Geschichte von Zeiss Meditec ist mehr als nur eine Unternehmensmeldung. Sie ist ein Symptom für den schleichenden Verlust industrieller Substanz in Deutschland. Jede Fabrik, die ins Ausland verlagert wird, jeder Arbeitsplatz, der verloren geht, schwächt nicht nur die Wirtschaft, sondern auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Denn es sind diese gut bezahlten Industriearbeitsplätze, die den Wohlstand der Mittelschicht sichern – jener Mittelschicht, die das Rückgrat dieser Nation bildet.

Solange die Politik nicht begreift, dass Standortpolitik mehr ist als Sonntagsreden und Subventionsprogramme, werden weitere Unternehmen dem Beispiel von Zeiss Meditec folgen. Die Richtung steht fest, wie der Konzern selbst einräumt. Und diese Richtung führt weg von Deutschland.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Jeder Anleger ist selbst dafür verantwortlich, eigene Recherchen durchzuführen und gegebenenfalls professionelle Beratung einzuholen, bevor er Anlageentscheidungen trifft. Für etwaige Verluste, die aus der Nutzung der hier bereitgestellten Informationen resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und industrieller Abwanderung können physische Edelmetalle wie Gold und Silber eine sinnvolle Ergänzung zur Vermögenssicherung innerhalb eines breit gestreuten Anlageportfolios darstellen.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“

Willst du Teil unserer Erfolgsstory sein?

Werde jetzt Teil vom #TeamGold

Offene Stellen