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Kettner Edelmetalle
12.08.2026
06:11 Uhr
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440 Milliarden für Stromnetze: Reiche tritt auf die Bremse!

440 Milliarden für Stromnetze: Reiche tritt auf die Bremse!
Symbolbild: KI-generiert

Berlin, 12. August 2026: Beim Ausbau der deutschen Stromnetze tobt ein Milliardenstreit. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche will die Planung an nüchternen Bedarfsprognosen ausrichten – Teile der Industrie warnen dagegen vor einem Engpass, der die Elektrifizierung abwürgen könnte.

Im Zentrum stehen zwei Studien mit sehr unterschiedlichen Botschaften. Und eine Zahl, die sich binnen zwei Jahren dramatisch verändert hat.

Aus 324 werden 440 Milliarden Euro

Im Netzentwicklungsplan von 2023 kalkulierten die Übertragungsnetzbetreiber ihre Vorhaben noch mit rund 324 Milliarden Euro. Im Juli 2025 lagen die Kosten für dieselben Maßnahmen bereits bei etwa 440 Milliarden – ein Aufschlag von rund 116 Milliarden Euro.

Dazu kommen die kleineren Verteilnetze, die Fabriken und Haushalte versorgen. Ein Gutachten des Energiewirtschaftlichen Instituts der Universität zu Köln (EWI) und der Beratung BET sieht dort bis 2045 Kosten von 235 Milliarden Euro oder mehr.

Wer diese Rechnung am Ende bezahlt, ist keine akademische Frage. Netzkosten landen über die Netzentgelte direkt auf der Stromrechnung – bei Betrieben und bei Familien.

Deutschland zahlt schon jetzt Spitzenpreise

Laut Eurostat zahlten deutsche Nicht-Haushaltskunden mit einem Verbrauch zwischen 500 und 2.000 Megawattstunden im zweiten Halbjahr 2025 durchschnittlich 22,64 Cent je Kilowattstunde. Nur in Irland und auf Zypern war Strom teurer.

Bitter ironisch: Genau jene Unternehmen, die von Öl und Gas auf Strom umsteigen sollen, stolpern über diesen Preis. Die Politik verordnet die Elektrifizierung – und macht sie gleichzeitig teuer.

Hitachi warnt, Reiche rechnet

Eine von Hitachi Energy beauftragte Systemstudie von Fraunhofer ISE, Fichtner IT Consulting und EY-Parthenon modelliert für 2045 eine Endstromnachfrage zwischen 895 und 1.016 Terawattstunden – ausgehend von rund 487 Terawattstunden im Jahr 2025. Treiber seien E-Autos, Wärmepumpen, elektrifizierte Industrie und Rechenzentren.

Hitachi-Chef Andreas Schierenbeck kritisiert die zurückhaltende Linie des Ministeriums deutlich:

„Wir haben noch nicht mal das gebaut, was wir uns in Deutschland vor Jahren vorgenommen haben. Jetzt zu sagen, wir brauchen weniger, ist der falsche Weg.“

Das EWI/BET-Monitoring für das Wirtschaftsministerium kommt für 2030 auf einen Korridor von 600 bis 700 Terawattstunden Bruttostromverbrauch. Reiche selbst rechnet eher mit 600 bis 620. Direkt vergleichbar sind die Zahlen nicht – die Hitachi-Studie betrachtet die Endstromnachfrage.

Speicher statt Beton – oder Stillstand?

EWI und BET setzen stärker auf Speicher, flexible Verbraucher und eine bessere Auslastung bestehender Leitungen. Ihr Argument: Gelegentliche Redispatch-Eingriffe könnten günstiger sein als eine Milliardentrasse, die den größten Teil des Jahres kaum ausgelastet ist. Zum Vergleich: Redispatch und Kraftwerksreserve kosteten 2025 rund drei Milliarden Euro.

Auch die Hitachi-Studie liefert Munition für den Sparkurs. Im Stagnationsszenario fällt der zusätzliche Bedarf an Übertragungsnetzkapazität um 38 Prozent geringer aus als im Wachstumsszenario. Gestoppt ist der Ausbau ohnehin nicht: Von 159 vorgeschlagenen Maßnahmen hält die Bundesnetzagentur laut eigenen Angaben 118 für „vorläufig bestätigungsfähig“.

Fazit: Planwirtschaft mit Bauchgefühl

Aus Sicht unserer Redaktion offenbart der Streit das Grundproblem der Energiewende: Der Staat muss Jahrzehnte im Voraus erraten, wie viel Strom eine Wirtschaft braucht, deren Wachstum er selbst kaum prognostizieren kann. Plant er zu klein, fehlen Leitungen. Plant er zu groß, zahlen Bürger und Betriebe für Kupfer im Boden.

Für viele Verbraucher bleibt so oder so die Erkenntnis, dass steigende Energie- und Abgabenlasten die Kaufkraft schleichend aushöhlen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber gelten vielen Anlegern deshalb als bewährter Baustein zur Vermögenssicherung – als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Steuer- oder Rechtsberatung. Er spiegelt unsere Einschätzung auf Basis der vorliegenden Informationen. Jeder Anleger muss eigenverantwortlich recherchieren und entscheiden.

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