
390 Drohnen über Moskau – und Selenskyj bittet in Washington um noch mehr Waffen
Es ist längst zur nächtlichen Routine geworden: Drohnen schwirren über russischem Territorium, Drohnen und Raketen schlagen in ukrainischen Städten ein. Doch was sich in der Nacht zum Dienstag über der russischen Hauptstadtregion abspielte, sprengt selbst die Maßstäbe dieses Abnutzungskrieges. Nach Angaben des Moskauer Bürgermeisters Sergei Sobjanin hätten die Luftverteidigungssysteme rund 390 Drohnen erfasst – fast vierhundert Flugkörper in einer einzigen Nacht, gerichtet auf eine Millionenmetropole.
Brennende Datschen, getroffene Lagerhallen
Die „meisten" seien abgefangen worden, ließ Sobjanin wissen. Eine Formulierung, die in ihrer Vagheit mehr verrät als sie verbirgt. Denn „die meisten" heißt eben auch: nicht alle. In Waulowo brannte ein Privathaus in einer Datschensiedlung, in Dubna wurde ein weiteres Haus beschädigt. In Kolediono bei Podolsk ging ein Lager des Logistikdienstleisters 3PL in Flammen auf. Menschen seien dort nicht verletzt worden.
Anders sah es in der Region Belgorod aus. Dort wurden nach Angaben regionaler Behörden mindestens 19 Menschen verletzt – weil ein Überlandbus getroffen worden sei. Ein Linienbus. Man muss sich diesen Satz auf der Zunge zergehen lassen, während in westlichen Hauptstädten weiter über „Eskalationskontrolle" schwadroniert wird.
Der Krieg gegen die Logistik
Auffällig ist ein Muster, das sich seit dem 18. Juli verdichtet: Kiew nimmt systematisch Lagerhäuser und Logistikzentren des russischen Online-Riesen Wildberries ins Visier – des russischen Amazon-Pendants. Fast ein Dutzend Anlagen seien inzwischen getroffen worden, von Moskau über St. Petersburg und das Leningrader Gebiet bis nach Woronesch, Tambow, Krasnodar, Stawropol und auf die Krim. Auf der Krim wiederum kämpft man mit dem Nötigsten: In Feodossija fiel nach einem Treffer auf ein Umspannwerk der Strom aus.
Wer zivile Handelslogistik zum Kriegsziel erklärt, verschiebt die Grenzen dessen, was in diesem Konflikt noch als Ausnahme gilt – in beide Richtungen.
Washington als Bühne
Und während die Trümmer noch rauchen, ist Wolodymyr Selenskyj in Washington gelandet. Er habe, so heißt es, „neue Erkenntnisse" im Gepäck und ein überzeugendes Argument dafür, dass sich die USA stärker engagieren sollten. Neben einem Termin bei Senator Lindsey Graham – jenem Mann, der noch keinen Krieg gefunden hat, den er nicht befürworten könnte – steht ein Treffen mit Präsident Trump im Oval Office an.
Kritische Beobachter in den USA ziehen bereits eine unangenehme Parallele: Erst habe Israel „Geheimdienstinformationen" geteilt, um Washington zum Krieg gegen den Iran zu bewegen, nun versuche Kiew dasselbe Manöver gegen Russland. Bidens Stellvertreterkrieg in der Ukraine und Trumps Iran-Abenteuer würden zunehmend zu einem einzigen Strudel verschmelzen. Man muss diese Lesart nicht teilen, um sie beunruhigend zu finden.
Patriots aus eigener Produktion – ein Versprechen auf Jahre
Selenskyj drängt vor allem auf Raketen. Offensive und defensive. Trump hatte in Aussicht gestellt, der Ukraine Lizenzen zur eigenen Produktion von Patriot-Systemen zu gewähren – ein Vorhaben, das in der Realität wohl Jahre bräuchte, ehe es überhaupt anlaufen könnte. Bis dahin bleibt die Abhängigkeit von westlichen Lieferungen. Und damit die Rechnung, die auch der deutsche Steuerzahler mitträgt, während zu Hause die Industrie abwandert, die Energiepreise Rekorde brechen und Berlin ein 500-Milliarden-Schuldenpaket auflegt, das kommende Generationen fesselt.
Was das für Vermögenswerte bedeutet
Wer in solchen Zeiten glaubt, Papierwerte und Aktienindizes seien ein Hafen, verwechselt Kursbewegungen mit Substanz. Eskalierende Kriege, ausufernde Staatsschulden und eine Politik, die Rüstungsausgaben und Klimaprogramme gleichzeitig auf Kredit finanziert, sind das klassische Umfeld schleichender Geldentwertung. Physische Edelmetalle – Gold und Silber, greifbar und außerhalb des Bankensystems verwahrt – haben in jeder Krise der letzten Jahrhunderte bewiesen, dass sie Kaufkraft bewahren, wenn Versprechen auf Papier ihren Wert verlieren. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen sind sie kein Spekulationsobjekt, sondern eine Versicherung.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er spiegelt die Einschätzung unserer Redaktion auf Grundlage der vorliegenden Informationen wider. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst.

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