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Kettner Edelmetalle
17.08.2026
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1.074 Staatsfirmen entdeckt: Indonesien macht 750 davon dicht

1.074 Staatsfirmen entdeckt: Indonesien macht 750 davon dicht
Symbolbild: KI-generiert

Indonesiens Präsident Prabowo Subianto hat am 14. August in seiner Rede zur Lage der Nation vor dem Parlament in Jakarta einen radikalen Kahlschlag im Staatssektor angekündigt: Mehr als 750 staatliche Unternehmen sollen bis zum 31. Dezember verschwinden. Am Ende sollen von einst 1.074 Betrieben nur noch rund 300 übrig bleiben — nach Darstellung des Präsidenten möglicherweise die größte Konzernumstrukturierung der Welt.

Der Präsident war selbst verblüfft

Kurios ist die Vorgeschichte. Erst durch den Aufbau des Staatsfonds Danantara im vergangenen Jahr sei überhaupt aufgefallen, wie ausufernd das Firmengeflecht tatsächlich ist. Er habe mit 300 oder 400 Staatsbetrieben gerechnet, sagte Prabowo den Abgeordneten — tatsächlich seien es 1.074 gewesen, samt Töchtern und Beteiligungen.

Der Präsident sprach von zu vielen unproduktiven Betrieben, von zu vielen Ebenen an Direktoren und Aufsichtsräten. Manche dieser Firmen agierten, wie es ihnen gefalle, ohne Verantwortungsgefühl gegenüber Nation und Staat.

„Es gibt viel zu viele unproduktive Staatsunternehmen, die stets Verluste einfahren und gleichzeitig Gewinne behaupten — diese Gewinne sind einfach erfunden.“

2,8 Milliarden Dollar allein bei Dienstwagen und Gehältern

290 Betriebe seien bereits geschlossen worden, so Prabowo. Der Sparkurs habe bislang rund 50 Billionen Rupiah eingespart — umgerechnet mehr als 2,8 Milliarden US-Dollar. Das Geld sei nicht in Produktion versickert, sondern in Vorstandsgehältern, Aufsichtsratsvergütungen, Büromieten, Mietwagen und Geschäftsreisen. Das Jahresziel liege bei über 70 Billionen Rupiah.

Die Gewinne der Staatsbetriebe seien dank besserer Steuerung um mehr als 75 Prozent gestiegen, auf 326 Billionen Rupiah im vergangenen Jahr. Für Beobachter bleibt offen, wie belastbar solche Zahlen in einem System sind, dessen Buchführung der Präsident selbst öffentlich in Zweifel zieht.

Sondergericht für 30 Jahre Misswirtschaft?

Besonders brisant: Prabowo brachte ein Ad-hoc-Sondergericht ins Spiel, das die Führungsetagen der Staatskonzerne rückblickend über etwa drei Jahrzehnte überprüfen soll. Gleichzeitig warb er bei den Abgeordneten für eine Art Sonderamnestie für Reuige. Konkrete Vorwürfe gegen namentlich Genannte nannte er dabei nicht — es gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung.

Der Hintergrund ist bekannt: Südostasiens größte Volkswirtschaft kämpft seit Jahrzehnten mit Korruption. Im Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International erreichte Indonesien für 2025 lediglich 34 von 100 Punkten. Der Präsident betonte, der enorme Rohstoffreichtum des Landes komme bei der Bevölkerung nicht ausreichend an — und verwies darauf, dass jedes vierte Kind im Land unter Wachstumsstörungen leide.

Eine Lektion, die auch in Berlin interessieren dürfte

Für das laufende Jahr gibt sich Prabowo zuversichtlich, ein Wachstum von 6,0 Prozent zu erreichen; im zweiten Quartal lag es bei 5,3 Prozent, nach 5,6 Prozent im ersten. Analysten äußern laut Berichten wiederholt Skepsis gegenüber den offiziellen Wachstumsdaten.

Aus Sicht unserer Redaktion liegt die eigentliche Pointe woanders. Da entdeckt eine Regierung, dass ihr eigener Staatsapparat dreimal größer ist als angenommen — und zieht daraus die Konsequenz, radikal zu schrumpfen. In Deutschland dagegen wächst der Verwaltungs- und Beteiligungsapparat munter weiter, während gleichzeitig ein 500-Milliarden-Sondervermögen auf Kredit finanziert wird. Wer schrumpft hier eigentlich freiwillig?

Wo Bilanzen politisch geschönt und Währungen von Staatsschulden belastet werden, bleibt am Ende die Frage, worauf Sparer noch vertrauen können. Physische Edelmetalle kennen keine erfundenen Gewinne — sie sind das, was sie sind.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir führen keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung durch. Jeder Leser trifft seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich vorab selbst umfassend informieren.

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