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09.09.2026
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100 gesprengte Geldautomaten: Millionenschäden im Südwesten

100 gesprengte Geldautomaten: Millionenschäden im Südwesten
Symbolbild: KI-generiert

Baden-Württemberg zählt seit Anfang 2023 exakt 100 Sprengstoffangriffe auf Geldautomaten. Rund 4,8 Millionen Euro wurden dabei erbeutet, der geschätzte Sachschaden liegt bei fast 12 Millionen Euro. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervor, über die zuerst berichtet wurde.

Zwei Jahre Explosionen — dann der Einbruch der Fallzahlen

Die Zahlen des Landeskriminalamts zeichnen ein klares Muster. 2023 wurden im Südwesten 42 Sprengungen erfasst, 2024 sogar 43. Danach fiel die Kurve steil: 15 Fälle im Jahr 2025 — und im ersten Halbjahr 2026 kein einziger registrierter Angriff.

Parallel schrumpfte die Beute. 2,3 Millionen Euro erbeuteten die Täter dem Bericht zufolge 2023, 1,8 Millionen 2024, nur noch 700.000 Euro 2025. Der Sachschaden lag bei 5,7, 4,3 und 1,9 Millionen Euro. Zerfetzte Bankfilialen, herausgerissene Fassaden, in Trümmern liegende Vorräume — der eigentliche Schaden übertrifft die Beute um mehr als das Doppelte.

Die Spur führt in die Niederlande

Bei den Tatverdächtigen stellten niederländische Staatsangehörige die größte Gruppe: 14 im Jahr 2023, sechs 2024, sieben 2025. Drei von ihnen besaßen laut den Angaben zusätzlich die marokkanische Staatsangehörigkeit. Erfasst wurden zudem deutsche, französische, kosovarische und türkische Verdächtige.

Die Landesregierung äußert sich in ihrer Antwort nicht ausdrücklich dazu, doch Ermittler bringen solche Serien regelmäßig mit der sogenannten „Mocro-Mafia“ in Verbindung — kriminellen Netzwerken aus den Niederlanden und Belgien, deren Mitglieder oft marokkanische Wurzeln haben und die sich auf Geldautomatensprengungen spezialisiert haben sollen.

Die Aufklärungsquote schwankte erheblich: 26 Prozent im Jahr 2023, 51 Prozent 2024, 40 Prozent 2025. Anders gesagt: In der Mehrzahl der Fälle blieb die Tat im ersten Jahr der Welle ungeklärt.

Bundesweiter Trend: Das Geschäftsmodell verliert an Reiz

Der Rückgang ist kein Zufall und kein rein baden-württembergisches Phänomen. Nach Angaben des Bundeskriminalamts sanken die Fallzahlen 2024 um rund 42 Prozent und 2025 um etwa 54 Prozent gegenüber dem jeweiligen Vorjahr. Das Bundesinnenministerium sprach im März 2026 von einem deutlichen Rückgang binnen zwei Jahren, an dem Sicherheitsbehörden, Kredit- und Versicherungswirtschaft gemeinsam gearbeitet hätten.

Wirksam waren offenbar vor allem technische Maßnahmen: Farb- und Klebstoffsysteme, Vernebelung, verstärkte Gehäuse, weniger Bargeld in exponierten Automaten. Wo Beute unbrauchbar wird, verschwindet der Anreiz. Eine Lektion, die man auch auf andere Kriminalitätsfelder übertragen könnte.

Politischer Streit um Konsequenzen

Für die AfD-Landtagsfraktion sind die Zahlen ein Beleg für ein grenzüberschreitendes Problem. Ihr innenpolitischer Sprecher Chris Hegel erklärte:

„Diese Zahlen zeigen deutlich: Gelautomatensprengungen sind kein heimisches Phänomen, sondern grenzüberschreitende organisierte Kriminalität.“

Hegel forderte laut dem Bericht konsequenten Grenzschutz, die europaweite Abschiebung ausländischer Straftäter sowie gesetzliche Möglichkeiten, die deutsche Staatsangehörigkeit nach besonders schweren Straftaten zu verlieren.

Aus Sicht unserer Redaktion zeigt der Fall zweierlei: Kriminelle Netzwerke nutzen offene Binnengrenzen professionell aus — und wirksamer Schutz beginnt dort, wo Taten sich nicht mehr rechnen. Für viele Bürger bleibt dennoch die Frage, warum es zwei Jahre und rund 17 Millionen Euro Schaden brauchte, bis Gegenmaßnahmen griffen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Er spiegelt unsere Einordnung auf Basis der uns vorliegenden Informationen wider. Für eigene Entscheidungen ist jeder Leser selbst verantwortlich.

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