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Kettner Edelmetalle
28.08.2026
07:53 Uhr
KI-generiert

Zoll-Schock aus Washington: Jetzt wird auch der Laptop teurer

Zoll-Schock aus Washington: Jetzt wird auch der Laptop teurer
Symbolbild: KI-generiert

Das Weiße Haus erwägt eine neue Zollrunde auf Halbleiter – und diesmal soll es nicht bei den Chips bleiben. Nach einem Bericht des US-Portals Politico vom Donnerstag könnten auch Notebooks, Rechenzentrums-Server und Gaming-Hardware erfasst werden. Acht mit den Beratungen vertraute Personen sollen die Pläne bestätigt haben.

Vom Chip zum Endgerät: Die Zoll-Logik wird ausgeweitet

Bisher zielte Washingtons Handelspolitik vor allem auf den Baustein selbst. Nun soll offenbar alles ins Visier geraten, was mit ausländischen Chips bestückt ist. Das verschiebt die Kostenlast von der Fabrik direkt in den Elektronikmarkt.

Handelsminister Howard Lutnick favorisiere laut dem Bericht ein Modell, bei dem ausländische Konzerne nur dann Erleichterungen erhalten, wenn sie in amerikanische Chipfertigung investieren. Eine gestaffelte Einführung sei ebenfalls im Gespräch. Beteiligte betonen jedoch, das Konzept könne sich in den kommenden Wochen noch erheblich ändern.

Warnung aus der Tech-Branche: Gefahr für den KI-Ausbau

Aus der Industrie kommt scharfer Widerspruch. Jonathan McHale, Digitalpolitik-Chef der Computer and Communications Industry Association, verglich den laufenden Rechenzentrumsausbau in Umfang und Kapitaleinsatz mit dem Bau der transkontinentalen Eisenbahn.

„Anytime you add to the cost and decrease predictability you make it more difficult to invest, and you are putting that in jeopardy."

Übersetzt: Wer Kosten erhöht und Planbarkeit zerstört, bremst Investitionen. Ein Argument, das im Übrigen auch für deutsche Standortpolitik gilt – nur hört man es dort seltener.

Die Vorgeschichte: Von Biden zu Proclamation 11002

Der Handelskrieg um Silizium ist kein Trump-Original. Bereits unter Joe Biden zog Washington die Schrauben bei Chip-Exporten und -Importen an. Trump legte im Wahlkampf nach und brachte Zölle von rund 100 Prozent auf importierte Chips ins Spiel – mit Generalpardon für jeden, der in den USA produziert.

Im Januar 2026 folgte der erste Schritt: Mit der Proclamation 11002 vom 14. Januar wurde ein Zoll von 25 Prozent auf ausgewählte KI-Beschleuniger verhängt, darunter Nvidias H200 und AMDs MI325X. Berichten zufolge war die Maßnahme ausdrücklich als „Phase 1" deklariert. Nun stehen offenbar sogar die damaligen Ausnahmen für Rechenzentren, Forschung, Start-ups und Reparaturen wieder zur Disposition.

Ein Regierungssprecher erklärte gegenüber Politico, die Rückverlagerung der Halbleiterfertigung sei eine Top-Priorität des Präsidenten; dessen Politik habe bereits Investitionszusagen in dreistelliger Milliardenhöhe gesichert.

Warum das auch deutsche Sparer betrifft

Bis neue US-Fabriken laufen, bleiben amerikanische Konzerne auf Lieferungen aus Taiwan, Südkorea und Malaysia angewiesen. Zölle auf diese Importe wirken dann wie eine Steuer auf jede Serverzeile, jedes Notebook, jede Konsole – und Lieferketten kennen keine Landesgrenzen.

Gleichzeitig verschärft sich die Lage am anderen Ende der Kette: Berichten zufolge klagen taiwanesische Hersteller über Verzögerungen bei Germanium- und Quarzmaterialien aus China. Wer Rohstoffdominanz besitzt, hat einen Hebel – eine Lektion, die Europa aus der Gasabhängigkeit eigentlich gelernt haben sollte.

Für Anleger bleibt die nüchterne Erkenntnis: Handelskonflikte, unterbrochene Lieferketten und importierte Preissteigerungen sind Gift für Planbarkeit. Physische Edelmetalle unterliegen keinem Zollbescheid, keinem Exportverbot und keiner Regierungslaune – als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen erfüllen sie genau in solchen Phasen ihre Rolle.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir sprechen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen aus. Jeder Leser ist verpflichtet, eigene Recherchen anzustellen, und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.

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