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Zoll-Bumerang: Kanadas Vergeltung kostet Bürger 100 Mio. pro Woche!

Zoll-Bumerang: Kanadas Vergeltung kostet Bürger 100 Mio. pro Woche!
Symbolbild: KI-generiert

Kanadas Gegenzölle gegen die USA treffen vor allem die eigenen Bürger. Das sagte der Ökonom Trevor Tombe von der University of Calgary am 21. Oktober vor dem Außenausschuss des kanadischen Unterhauses. Nach seiner Rechnung zahlen die Verbraucher dafür rund 100 Millionen Dollar, und zwar jede Woche. Die wirtschaftliche Begründung für die Vergeltung nannte er „dünn“.

Wie der Streit eskalierte

Im August scheiterten die Handelsgespräche zwischen Washington und Ottawa. Daraufhin verhängten die USA am 22. August Strafzölle von 50 Prozent auf kanadische Waren. Medienberichten zufolge stützten sie sich dabei auf ein selten genutztes Gesetz aus der Zeit der Großen Depression.

Ottawa schlug am 8. September zurück. Seitdem gelten Gegenzölle auf US-Importe im Wert von rund 28 Milliarden kanadischen Dollar:

  • 15 Prozent auf Landmaschinen und Haushaltsgeräte
  • 25 Prozent auf Baumaterialien
  • 50 Prozent auf Smartphones, Möbel, Aluminium und Stahl

Die Rechnung landet bei den Kleinen

Laut Tombe sind die Verbraucherpreise durch die Gegenzölle auf breiter Front um etwa 0,25 Prozent gestiegen. Haushalte mit weniger als 30.000 Dollar Jahreseinkommen verlieren einen halben Prozentpunkt ihres verfügbaren Einkommens. Den höchsten Preis zahlen also die Menschen mit dem geringsten Einkommen.

„Allein für die Verbraucher, noch nicht einmal für die Unternehmen, sind das etwa 100 Millionen Dollar pro Woche an zusätzlichen Kosten.“

Solche Kosten könne man nur rechtfertigen, wenn die Zölle Ziele jenseits der Wirtschaft erreichten, sagte der Ökonom. Welche das sein sollten, wisse er allerdings nicht.

Großer Anspruch, wenig Wirkung

Die Regierung von Premierminister Mark Carney will mit den Gegenzöllen heimische Produzenten schützen und das Weiße Haus unter Druck setzen. Industrieministerin Mélanie Joly sagte im August, man ziele gezielt auf Produkte aus politisch wichtigen US-Bundesstaaten. Ottawa gehe dabei klug und strategisch vor.

Tombe hält davon wenig. Es gebe keinen Beleg dafür, dass die Vergeltung das Verhalten der USA verändert habe. Ein kleines Land könne einer Volkswirtschaft von der Größe der USA kaum spürbaren Schaden zufügen. Außerdem sei der angeblich gleichwertige Gegenschlag kleiner als angekündigt: Für jeden Dollar US-Zölle habe Kanada nur Zölle auf rund 60 Cent erhoben.

Das Trilemma aus Ottawa

Kanada wolle drei Dinge gleichzeitig, erklärte Tombe. Die Zölle sollen politisch wichtige US-Staaten treffen. Sie sollen Waren betreffen, die kanadische Firmen in großen Mengen kaufen. Und sie sollen sich auf Produkte beschränken, die sich leicht durch andere ersetzen lassen. Ein Paket, das alle drei Ziele erfüllt, wäre nach seiner Schätzung nur etwa ein Zehntel so groß wie eine vollständige Vergeltung.

Kein Handelskrieg, sondern ein Systemwechsel

Für Tombe sind die US-Zölle eher amerikanische Innenpolitik als ein Streit zwischen zwei Ländern. Er spricht von der größten handelspolitischen Wende in der 250-jährigen Geschichte der USA. 2024 lag der durchschnittliche US-Zoll noch bei 2 Prozent. 2025 stieg er auf 30 Prozent und sank danach auf 11 Prozent. Kanadische Waren werden im Schnitt mit 8 Prozent belegt. Das ist weniger als bei 93 anderen Ländern.

Ein Zoll sei im Kern eine Konsumsteuer plus eine gleich hohe Subvention für die heimische Produktion, so Tombe. Der Staat verdient dabei mit: Die kanadischen Gegenzölle von 2025 brachten der Regierung in sechs Monaten 4 Milliarden Dollar ein.

Eine Lehre auch für Brüssel

Auch in Europa werden nach jedem neuen Zollschritt aus Washington schnell Gegenmaßnahmen gefordert. Das kanadische Beispiel zeigt, wer am Ende bezahlt: Verbraucher, Handwerker und Familien, also nicht die Politiker, die die Zölle beschließen. Zölle wirken wie eine versteckte Steuer und erhöhen die Preise. Das kostet Kaufkraft. Wer sein Erspartes in solchen Zeiten absichern will, kann physische Edelmetalle wie Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen in Betracht ziehen.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Bitte informieren Sie sich selbst, bevor Sie Anlageentscheidungen treffen. Für diese Entscheidungen sind Sie allein verantwortlich.

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