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29.10.2026
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Zinspause trotz Inflationsfeuer: EZB zögert – und Lagarde geht!

Zinspause trotz Inflationsfeuer: EZB zögert – und Lagarde geht!
Symbolbild: KI-generiert

Die Europäische Zentralbank hat am Donnerstag in Frankfurt ihre Leitzinsen nicht angetastet. Der Einlagensatz bleibt bei 2,5 Prozent, und das bei einer Inflation in der Eurozone von 3,8 Prozent. Für viel mehr Aufregung sorgte allerdings die Nachricht, die wenige Stunden vorher bekannt wurde: EZB-Präsidentin Christine Lagarde hört vorzeitig auf.

Überrascht hat der Zinsentscheid niemanden. Laut einer Bloomberg-Umfrage hatten fast alle befragten Ökonomen damit gerechnet. Der Hauptrefinanzierungssatz liegt weiter bei 2,65 Prozent, der Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,90 Prozent. Am Devisenmarkt gab der Euro nach der Mitteilung leicht gegen den US-Dollar nach.

Der Energieschock frisst sich durch Europa

Ruhig ist die Lage deshalb noch lange nicht. Die Währungshüter haben die Zinsen in diesem Jahr schon zweimal erhöht, zuletzt im September. Auslöser war der Iran-Krieg, der die Energiemärkte durcheinandergebracht hat. Im September kletterte die Teuerung von 3,2 auf 3,8 Prozent. Das ist fast das Doppelte des offiziellen Ziels von 2 Prozent.

Trotzdem zeigt sich der EZB-Rat in seiner Erklärung erstaunlich gelassen:

„Während sich die vollen Auswirkungen des Energieschocks noch entfalten, ist die zugrunde liegende Inflation bisher weitgehend stabil geblieben, und die Löhne zeigen zum jetzigen Zeitpunkt keine wesentliche Reaktion."

Im selben Text warnt die Notenbank allerdings, dass Ausmaß und Dauer des Energieschocks samt indirekter Folgen und Zweitrundeneffekten die Inflation wohl nach oben treiben und das Wachstum bremsen dürften. Wie es mit den Zinsen weitergeht, lässt die EZB wieder einmal offen. Klare Linie? Fehlanzeige.

Frankreich wird zum Unsicherheitsfaktor

Dazu kommen die Finanzierungsbedingungen. Sie hätten sich seit der letzten Sitzung verschärft, räumt die EZB ein. Einer der Gründe liegt im Nachbarland: Berichten zufolge sorgt ein Ausverkauf französischer Staatsanleihen dafür, dass die Kreditkosten in der gesamten Eurozone steigen. Paris hat die Schuldenfrage über Jahre verschleppt, und jetzt bekommen das alle Euro-Länder zu spüren. Die deutschen Sparer zahlen dabei mit.

Der Ölpreis ist seit der letzten Zinssitzung um mehr als 6 Prozent gestiegen. Erdgas kostet so viel wie seit fast vier Jahren nicht mehr. Gleichzeitig verliert das europäische Wachstum an Schwung, das sich bislang überraschend gut gehalten hatte.

Kommt im Dezember die nächste Erhöhung?

Wie Bloomberg berichtet, erwarten viele Beobachter für Dezember eine weitere Zinserhöhung. Dann legt die EZB neue Konjunkturprognosen vor. Analysten halten diesen Schritt für den letzten in diesem Zyklus. An den Märkten wird dagegen auf zwei weitere Erhöhungen im Jahr 2027 gesetzt. Die US-Notenbank Fed hat ihre Zinsen in dieser Woche ebenfalls nicht verändert. Bei der Bank of Japan wird am Freitag dasselbe erwartet.

Lagardes Abgang zur Unzeit

Lagarde will ihr Amt Medienberichten zufolge am 7. Februar 2027 abgeben, rund acht Monate vor dem regulären Ende ihrer Amtszeit. Offizielle Gründe nannte die EZB nicht. Als mögliche Nachfolger gelten unter anderem der Spanier Pablo Hernández de Cos und der frühere niederländische Notenbankchef Klaas Knot.

Beobachter vermuten, dass Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die Nachfolge so noch vor der französischen Präsidentschaftswahl im Frühjahr 2027 mitgestalten können. Manche glauben auch, Lagarde könne sich nach ihrem Ausscheiden freier zu den Turbulenzen in ihrer Heimat äußern.

Unsere Einschätzung: Die EZB hat die Inflation jahrelang als „vorübergehend" eingestuft, und das hat sich als Irrtum erwiesen. Jetzt steht die Teuerung wieder nahe 4 Prozent, an der Spitze der Notenbank fehlt bald die Führung, und Frankreich hat seine Schulden nicht im Griff. Wer sein Erspartes schützen will, sollte sich nicht allein auf das Versprechen stabiler Preise verlassen. In unsicheren Zeiten haben sich physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen bewährt.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger muss sich selbst informieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.

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