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19.02.2026
09:45 Uhr

ZDF sendet KI-Fälschung im heute journal – und reagiert mit Pflichtschulungen statt Konsequenzen

Es gibt Augenblicke, in denen Institutionen ihr wahres Gesicht zeigen. Nicht in ihren Sonntagsreden, nicht in feierlich verkündeten Kodizes, sondern in dem Moment, in dem etwas schiefläuft. Das ZDF hat einen solchen Moment erlebt – und die Reaktion darauf spricht Bände über den Zustand des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland.

Ein Fake-Video mit sichtbarem Wasserzeichen – durch alle Kontrollen gewunken

Was war geschehen? Am 15. Februar 2026 strahlte das heute journal einen Beitrag über die US-Einwanderungsbehörde ICE aus, der gleich doppelt daneben lag. Zum einen enthielt der Beitrag ein mit Künstlicher Intelligenz generiertes Video – wohlgemerkt mit sichtbarem Sora-Wasserzeichen. Zum anderen wurde ein realer Clip aus dem Jahr 2022 verwendet, der die Festnahme eines Jugendlichen nach einer Amokdrohung zeigte und mit den ICE-Einsätzen unter Präsident Trump schlichtweg nichts zu tun hatte. Beides wurde so montiert, als handele es sich um Dokumentation der aktuellen Abschiebepraxis. Im Off-Text hieß es dabei geradezu zynisch, es gebe „sehr viele Videos zu den Einsätzen der ICE-Truppen von Donald Trump – nicht alle sind echt, aber doch sehr viele." Und dann liefen ausgerechnet die unechten.

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Ein gebührenfinanzierter Sender, der erst wenige Wochen zuvor gemeinsam mit ARD, Deutschlandradio und Deutscher Welle einen feierlichen KI-Kodex verabschiedet hatte – sechs Grundsätze, „Human in the Loop"-Prinzip, redaktionelle Kontrolle als „höchstes Gut" –, scheitert an der simpelsten aller Aufgaben: dem Erkennen eines Wasserzeichens, das mit bloßem Auge sichtbar war.

Schadensbegrenzung nach Lehrbuch

Was folgte, war ein Meisterstück institutioneller Selbstverteidigung. Zunächst räumte das ZDF lediglich ein, die nach internen KI-Regeln vorgeschriebene Kennzeichnung sei „aus technischen Gründen" unterblieben. Die Sendung wurde gelöscht, kosmetisch korrigiert und wieder hochgeladen. Erst als der öffentliche Druck zunahm, gestand der Sender die „weiterreichenden Fehler" ein. Vize-Chefredakteurin Anne Gellinek unterbrach das heute journal schließlich für eine öffentliche Entschuldigung und sprach von einem „Doppelfehler, der besonders schmerzt".

Und die große Konsequenz? Pflichtschulungen. Man lasse das einen Moment wirken. Ein Milliardenapparat, der über Tausende von Journalisten verfügt, reagiert auf die Ausstrahlung eines offensichtlichen KI-Fakes mit dem Versprechen, seine Mitarbeiter nun endlich im Umgang mit künstlich generierten Inhalten zu unterrichten. Als hätte es an Wissen gefehlt. Als sei das Problem ein handwerkliches Defizit und kein strukturelles Versagen.

Das eigentliche Problem heißt nicht Inkompetenz – es heißt Haltungsjournalismus

Denn genau hier liegt der Kern des Skandals, den das ZDF nicht benennen kann, weil es ihn nicht benennen will. Die Frage ist nicht, ob die verantwortliche Autorin wusste, wie man ein KI-Video erkennt. Die Frage ist nicht, ob die Redaktion die Verifikationsverfahren kannte. Die entscheidende Frage lautet: Warum ging ein Beitrag, der ein bestimmtes politisches Narrativ – „Trump lässt brutal abschieben" – mit passenden Bildern unterfüttern sollte, durch sämtliche Kontrollinstanzen, ohne dass jemand stutzig wurde?

Die Antwort liegt nicht in fehlender Schulung. Sie liegt in fehlender Distanz. In einer Redaktionskultur, in der das Narrativ wichtiger geworden ist als die Fakten. In der Bilder nicht als Belege dienen, sondern als Dekoration einer vorher feststehenden These. Dass eines der verwendeten Videos computergeneriert und ein anderes drei Jahre alt war, fiel nicht auf – weil es im Grunde nicht auffallen sollte. Die Bilder erfüllten ihren Zweck: Sie erzeugten Emotion. Ob sie real waren, war offenbar sekundär.

Ein Muster, das sich wiederholt

Wer den Fall isoliert betrachtet, kann ihn als Ausrutscher abtun. Doch die Liste ähnlicher Vorfälle ist lang und hat eine bemerkenswert einheitliche Richtung. Man erinnere sich an die ARD-Tagesschau beim Weltwirtschaftsforum 2018 in Davos, wo der Tonpegel von Buhrufen gegen Trump nachträglich angehoben wurde – offiziell, um die „Saalatmosphäre" hörbar zu machen. Man erinnere sich an den Fall eines freien ZDF-Mitarbeiters, der im September 2025 die Ermordung eines konservativen US-Aktivisten auf Social Media mit den Worten kommentierte, Demokraten würden nicht jammern, wenn Faschisten stürben. Das US-Außenministerium entzog ihm daraufhin das Visum. Das ZDF? Schwieg. Keine öffentliche Distanzierung, keine erkennbare Konsequenz.

Einzeln betrachtet lässt sich jeder dieser Fälle erklären, relativieren, als Handwerk abtun. In der Summe ergibt sich jedoch ein Bild, das jeden aufmerksamen Bürger beunruhigen sollte: Ein Sender, dem es nicht an Kompetenz mangelt, sondern in dem ein Teil der Belegschaft die gebührenfinanzierte Berichterstattung offenbar als Instrument politischer Einflussnahme begreift.

Die unbequeme Studienlage

Die Forschung zu politischen Präferenzen im deutschen Journalismus ist dünn, wo sie den öffentlich-rechtlichen Rundfunk betrifft, und unbequem, wo sie existiert. Die Journalismusbefragung 2024 der TU Dortmund ergab, dass zwischen 41 und 53 Prozent der befragten Journalisten den Grünen nahestünden, rund 16 Prozent der SPD, etwa acht Prozent der CDU und lediglich drei Prozent der FDP. Die AfD, für die laut Umfrageinstituten derzeit zwischen 25 und 26 Prozent der Bevölkerung stimmen würden, werde von etwa einem Prozent der Journalisten als Präferenz genannt.

Eine interne Umfrage unter ARD-Volontären aus dem Jahr 2020 habe ein noch deutlicheres Bild gezeigt: Über die Hälfte gab demnach eine Sympathie für die Grünen an. Die Mainzer „Perspektivenvielfalt"-Studie von 2024 analysierte neun öffentlich-rechtliche Nachrichtenformate und kam zu dem Ergebnis: In allen dominiere eine sozialstaatliche gegenüber einer marktliberalen Perspektive; in sieben von neun überwögen liberal-progressive gegenüber konservativen Positionen.

Man muss kein Mathematiker sein, um zu erkennen, dass hier eine gewaltige Kluft zwischen der politischen Zusammensetzung der Redaktionen und der Gesellschaft klafft, die diese Redaktionen mit ihren Rundfunkbeiträgen finanziert. Und man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um sich zu fragen, ob diese Kluft Auswirkungen auf die Berichterstattung hat.

Der Blick nach Großbritannien sollte warnen

Wer verstehen will, wohin die Reise geht, muss nach Großbritannien schauen. Die BBC, das historische Vorbild des deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunks, stecke in einer vergleichbaren Krise. Im November 2025 sei bekannt geworden, dass sowohl die BBC-Sendung „Panorama" als auch „Newsnight" eine Rede Donald Trumps zum 6. Januar so zusammengeschnitten hätten, dass zeitlich auseinanderliegende Aussagen in unmittelbarer Folge wirkten – und damit eine andere Bedeutung erhielten. Trump habe geklagt, der zuständige Parlamentsausschuss habe Aufklärung gefordert.

Der entscheidende Unterschied: In Großbritannien befasst sich das Parlament mit der Sache. In Deutschland erklärt der zuständige Minister, die Kollegen hätten sich entschuldigt, und damit sei „die Sache dann auch gut". Diese Haltung ist symptomatisch für ein Land, in dem die politische Klasse und die Medienlandschaft in einer Symbiose leben, die dem Bürger zunehmend suspekt wird – und das zu Recht.

Wo verläuft die Grenze zwischen Journalismus und Propaganda?

Es gibt eine Trennlinie zwischen Journalismus und Propaganda, und sie verläuft nicht dort, wo man gefälschte Bilder verwendet. Sie verläuft dort, wo man aufhört, die Wirklichkeit abzubilden, und anfängt, sie zu formen. Journalismus zeigt, was ist. Er ordnet ein, er bewertet, er kommentiert – aber er tut dies transparent und auf der Grundlage verifizierter Fakten. Propaganda hingegen wählt die Fakten so aus, dass sie eine vorher feststehende Erzählung stützen. Sie illustriert nicht die Realität, sondern eine These.

Der heute-journal-Beitrag war keine Berichterstattung über ICE-Einsätze. Er war eine Illustration der These, dass unter Trump Schreckliches geschehe. Und das ist der Moment, in dem Journalismus aufhört und etwas anderes beginnt. Etwas, gegen das keine Pflichtschulungen der Welt helfen werden.

Die bittere Prognose

Dieser Skandal wird keine echten Folgen haben. Die verantwortliche Autorin wird nicht öffentlich benannt werden. Die Redaktionsleitung wird keine personellen Konsequenzen ziehen. Der Sender wird seine Pflichtschulungen durchführen, einen Bericht darüber verfassen und das Thema als erledigt betrachten. Und in sechs Monaten, in einem Jahr, wird es den nächsten Fall geben. Vielleicht nicht mit KI-Videos, vielleicht mit selektiven Schnitten, mit irreführender Bebilderung, mit suggestiver Tonmischung. Die Methoden wechseln. Das Muster bleibt.

Denn das ZDF wird das eigentliche Problem nicht benennen, weil es das eigentliche Problem nicht benennen kann. Einzugestehen, dass ein signifikanter Teil der eigenen Belegschaft die Grenze zwischen Journalismus und politischem Aktivismus nicht mehr erkennt – oder nicht mehr erkennen will –, würde bedeuten, die gesamte Personalpolitik, die gesamte Redaktionskultur, das gesamte Selbstverständnis des Senders infrage zu stellen. Das wird nicht geschehen. Und so zahlt der deutsche Bürger weiterhin brav seinen Rundfunkbeitrag – für einen Sender, der ihm die Welt nicht zeigt, wie sie ist, sondern wie sie nach Meinung seiner Redakteure sein sollte.

Es wäre an der Zeit, dass die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz dieses Thema endlich mit dem nötigen Ernst behandelt. Eine grundlegende Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – hin zu echter Meinungsvielfalt, hin zu einer Belegschaft, die die Gesellschaft widerspiegelt, die sie finanziert – ist längst überfällig. Pflichtschulungen jedenfalls sind nicht die Antwort. Sie sind Teil des Problems.

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