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08.01.2026
14:14 Uhr

Zalando macht Erfurt dicht: 2.700 Arbeitsplätze fallen dem Konzernumbau zum Opfer

Zalando macht Erfurt dicht: 2.700 Arbeitsplätze fallen dem Konzernumbau zum Opfer

Es ist eine Nachricht, die wie ein Schlag ins Gesicht der ostdeutschen Wirtschaft wirkt: Der Berliner Mode-Gigant Zalando schließt sein Logistikzentrum in Erfurt und setzt damit rund 2.700 Beschäftigte vor die Tür. Der Standort, der einst als Leuchtturmprojekt für Thüringen galt, wird bis Ende September 2026 komplett abgewickelt. Was bleibt, ist ein bitterer Nachgeschmack und die Frage, wie viel Loyalität Konzerne ihren Mitarbeitern noch schuldig sind.

Die Übernahme von About You als Sargnagel für Erfurt

Als offiziellen Grund für die Schließung nennt der DAX-Konzern die Neuausrichtung seines europaweiten Logistiknetzwerks nach der Übernahme des Konkurrenten About You im vergangenen Jahr. Was sich in der Sprache der Unternehmensberater nach strategischer Optimierung anhört, bedeutet für Tausende Familien in Thüringen schlicht und ergreifend: Existenzangst. Die Erfurter Betreibergesellschaft werde zum Jahresende den Betrieb einstellen, bis dahin laufe die Arbeit unverändert weiter – ein schwacher Trost für Menschen, deren berufliche Zukunft gerade in Trümmer fällt.

Zalando-Co-Chef David Schröter signalisierte den Betroffenen zwar finanzielle Unterstützung und sprach gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung von einem „signifikanten Beitrag". Doch was bedeutet das konkret? Der Konzern verweist auf den noch im Aufbau befindlichen Standort in Gießen, wohin möglichst viele Mitarbeiter wechseln könnten. Ein Umzug von Thüringen nach Hessen – als wäre das für Familien mit Kindern, Eigenheimen und sozialen Bindungen eine realistische Option.

Gewerkschaft spricht von „perfidem Vorgehen"

Die Gewerkschaft Verdi findet deutliche Worte für das Vorgehen des Konzerns. Matthias Adorf, Verdi-Gewerkschaftssekretär für den Handel in Thüringen, wirft Zalando vor, die Belegschaft bewusst im Dunkeln gehalten zu haben. Noch im Dezember hatte Verdi an den Standorten Erfurt und Mönchengladbach zum Streik aufgerufen – von einer drohenden Schließung war damals keine Rede.

„Das war sicherlich vor dem Weihnachtsgeschäft schon bekannt. Das haben die sich wahrscheinlich nicht in der Neujahrsnacht ausgedacht."

Der Verdacht liegt nahe: Zalando wollte das lukrative Weihnachtsgeschäft nicht gefährden und hielt die Hiobsbotschaft deshalb zurück. Erst nachdem die Pakete verschickt und die Kassen gefüllt waren, kam die Wahrheit ans Licht. Ein Verhalten, das man getrost als zynisch bezeichnen darf.

Ramelow geißelt „Raubtierkapitalismus"

Thüringens ehemaliger Ministerpräsident Bodo Ramelow, heute Bundestagsvizepräsident, reagierte mit Fassungslosigkeit auf die Ankündigung. Er erinnerte daran, dass der Aufstieg von Zalando als Internethändler untrennbar mit dem Logistikzentrum in Erfurt verbunden sei – einem Standort, der 2012 nicht zuletzt dank staatlicher Unterstützung eröffnet wurde. Ramelow sprach von einer „kalten Abwicklung" und verwendete einen Begriff, der die Gemüter erhitzt: „Raubtierkapitalismus".

Tatsächlich wirft der Fall grundsätzliche Fragen auf: Wie kann es sein, dass Unternehmen, die von öffentlichen Fördermitteln profitiert haben, Standorte schließen, sobald es betriebswirtschaftlich opportun erscheint? Wo bleibt die Verantwortung gegenüber der Region, die den Aufbau erst ermöglicht hat?

Ostdeutschland verliert seinen einzigen Großstandort

Das Erfurter Zentrum ist der einzige konzerneigene Logistikstandort dieser Größenordnung in Ostdeutschland. Mit seiner Schließung verschwindet nicht nur ein wichtiger Arbeitgeber, sondern auch ein Stück wirtschaftlicher Hoffnung für eine Region, die ohnehin mit strukturellen Problemen kämpft. Die verbleibenden Großstandorte in Gießen, Lahr und Mönchengladbach liegen allesamt im Westen der Republik.

Nach dem geplanten Umbau sollen konzernweit noch 14 Logistikzentren in sieben Ländern verbleiben. Für die 2.700 Beschäftigten in Erfurt ist das ein schwacher Trost. Sie stehen vor der Herausforderung, in einer Region mit begrenzten Alternativen neue Perspektiven zu finden – während der Konzern seine Gewinne optimiert und die Aktionäre zufriedenstellt.

Dieser Fall zeigt einmal mehr, wie fragil Arbeitsplätze in der globalisierten Wirtschaft geworden sind. Die Politik täte gut daran, bei künftigen Förderentscheidungen genauer hinzuschauen und verbindliche Standortgarantien einzufordern. Denn am Ende zahlt der Steuerzahler die Zeche – und die Beschäftigten verlieren ihre Existenzgrundlage.

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