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26.10.2026
15:36 Uhr
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Wut-Welle in Italien: Tausende rebellieren gegen Aufrüstung und Nato!

Wut-Welle in Italien: Tausende rebellieren gegen Aufrüstung und Nato!
Symbolbild: KI-generiert

Tausende Italiener haben am Samstag gegen Krieg, Aufrüstung und die Nato demonstriert, in Rom, Turin, Mailand, Bologna, Florenz und Neapel. Es flogen Flaschen und Böller, die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein. Die Botschaft der Straße an Rom ist unmissverständlich: Wir bezahlen eure Rüstungsträume nicht.

Vom Bahnhofsplatz bis zum Kolosseum

In der Hauptstadt zog der Protest unter dem Motto „Italien raus aus dem Krieg“ von der Piazza della Repubblica bis zum Kolosseum. Laut der Nachrichtenagentur Ansa hatten die Veranstalter rund 10.000 Teilnehmer erwartet. Auf den Transparenten standen „Frieden und Neutralität“ und die Forderung, Italien solle aus der Nato austreten. Manche Demonstranten lehnten außerdem jede weitere Finanzhilfe für die Ukraine ab.

Die Organisatoren beriefen sich auf die Verfassung. Nach Artikel 11 lehnt Italien den Krieg als Mittel zur Lösung internationaler Streitigkeiten ab. Unterstützt wird die Initiative unter anderem vom Physiker Carlo Rovelli, vom Historiker Angelo D'Orsi und von der früheren EU-Abgeordneten Luisa Morgantini.

Brot statt Panzer: Turin rechnet ab

In Turin lautete der Slogan „Wir zahlen nicht für den Krieg“. Auch dort gingen mehrere Tausend Menschen auf die Straße. Sie kritisierten, dass die Militärausgaben steigen, während viele Bürger unter hohen Lebenshaltungskosten, teuren Mieten und niedrigen Löhnen leiden. Die Demonstranten verlangten mehr Geld für öffentliche Dienste, bezahlbare Wohnungen und höhere Einkommen.

Das ist ein klassischer Verteilungskonflikt. Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden. Italien hat laut Regierungsprognose 2026 eine Schuldenquote von rund 138 Prozent der Wirtschaftsleistung und damit kaum finanziellen Spielraum.

Eskalation vor den Regierungsgebäuden

In Rom und Turin kam es zu Krawallen. In der Hauptstadt eskalierte die Lage, als Demonstranten in Richtung der Regierungsgebäude vordringen wollten. Italienischen Medienberichten zufolge wurden am Kolosseum sogar Zugänge aufgebrochen. Ob alle Randalierer zum Antikriegsprotest gehörten, war zunächst unklar. Innenminister Matteo Piantedosi kündigte Berichten zufolge ein hartes Vorgehen gegen Gewalttäter an.

Eines ist sicher: Wer Polizisten mit Flaschen und Feuerwerkskörpern bewirft, schadet seinem eigenen Anliegen. An der berechtigten Frage nach den Prioritäten ändert das trotzdem nichts.

Das Fünf-Prozent-Dilemma

Der Hintergrund: Auf dem Nato-Gipfel in Den Haag 2025 vereinbarten die Mitglieder auf Druck Washingtons, ihre Verteidigungsausgaben bis 2035 schrittweise auf fünf Prozent des BIP zu erhöhen. Medienberichten zufolge kommt Italien derzeit auf etwa 2,8 Prozent. Kritiker werfen Rom vor, dafür Ausgaben für Küstenwache und Brücken eingerechnet zu haben. Finanzminister Giancarlo Giorgetti räumte zuletzt ein, die Regierung habe ihre Rüstungspläne zurückgeschraubt.

Regierungschefin Giorgia Meloni steckt damit in der Klemme. Der Druck kommt von Donald Trump, aus Brüssel und nun auch von der eigenen Bevölkerung.

Und Deutschland?

Auch hierzulande sollte man genau hinsehen. Berlin hat die Rüstungsausgaben weitgehend von der Schuldenbremse ausgenommen und ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen aufgelegt, obwohl Kanzler Friedrich Merz vor der Wahl solide Finanzen versprochen hatte. Die Rechnung zahlen die Bürger von morgen, über Steuern, Abgaben und eine schleichende Geldentwertung.

Wenn Staaten Rüstung und Haushaltslöcher immer stärker mit Schulden finanzieren, verliert Papiergeld langfristig an Wert. Physisches Gold und Silber haben über Jahrhunderte Kriege, Krisen und Währungsreformen überstanden. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können sie deshalb einen soliden Schutz bieten.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser muss eigenständig recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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