
Wortbruch bei MAN: Gewerkschaft warnt vor schleichendem Kahlschlag am Standort Salzgitter

Kaum ist die Tinte unter dem Eckpunktepapier getrocknet, da scheint der Lkw-Bauer MAN bereits wieder andere Pläne zu schmieden. Die IG Metall erhebt schwere Vorwürfe gegen das Management des zur Volkswagen-Tochter Traton gehörenden Unternehmens: Von den derzeit rund 2160 Beschäftigten am Standort Salzgitter sollen einem internen Szenario zufolge bis 2032 weniger als 852 übrig bleiben. Was sich hier abzeichnet, ist nichts weniger als die kontrollierte Demontage eines deutschen Traditionswerks.
Das Zielbild: Eine Blaupause für den industriellen Rückzug
Die Gewerkschaft spricht Klartext. Ein vom Arbeitgeber skizziertes „Zielbild" offenbare die „Blaupause für einen kontrollierten Abbau", so die IG Metall in ihrer Mitteilung vom Sonntag. Die Komponentenfertigung solle nahezu vollständig verschwinden, ab Januar 2027 würden Massenentlassungen beginnen. Ein von der Arbeitnehmerseite vorgelegtes Zukunftskonzept werde schlichtweg ignoriert.
„Was hier geschieht, ist kein Umbau und keine Zukunftsstrategie, sondern ein schleichender Rückzug aus der industriellen Verantwortung", erklärte Hüseyin Uc, Betriebsratsvorsitzender am MAN-Standort Salzgitter. Deutlicher kann man die Situation kaum beschreiben.
Zehn Tage nach der Einigung: Papier ist geduldig
Der Zeitpunkt dieser Enthüllungen könnte brisanter kaum sein. Erst vor rund zehn Tagen hatte MAN gemeinsam mit der IG Metall und dem Betriebsrat ein Eckpunktepapier verkündet. Darin verpflichtete sich das Unternehmen zu Investitionen von einer Milliarde Euro in die deutschen Standorte bis 2030. Die Beschäftigungssicherung wurde bis Ende 2035 festgeschrieben, der geplante Abbau von 2300 Stellen in München, Nürnberg und Salzgitter sollte ohne betriebsbedingte Kündigungen über Fluktuation und Altersteilzeit erfolgen.
Doch was sind solche Vereinbarungen wert, wenn parallel bereits ganz andere Szenarien durchgespielt werden? Die Gewerkschaft beklagt zudem, dass der Arbeitgeber bereits im Sommer Betriebsvereinbarungen gekündigt habe. Die Folge: Beschäftigte müssen ab Januar mit Einkommenseinbußen von mehreren Hundert Euro rechnen.
Rendite vor Tradition: Das bekannte Muster der Deindustrialisierung
Die IG Metall wirft dem Vorstand vor, trotz zweier sehr erfolgreicher Geschäftsjahre auf Verlagerungen nach Osteuropa und eine renditegetriebene Strategie zulasten des Traditionswerks Salzgitter zu setzen. Schon bei der Einigung Mitte Januar hatte die Gewerkschaft kritisiert, dass MAN an Investitionsentscheidungen für Osteuropa festhalte.
„Wir werden den Standort keinesfalls aufgeben"
Mit diesen Worten forderte IG-Metall-Verhandlungsführer Carsten Maaß den Arbeitgeber zu ernsthaften Gesprächen auf. Eine Stellungnahme von MAN lag zunächst nicht vor – ein Schweigen, das Bände spricht.
Ein Symptom der deutschen Industriekrise
Der Fall MAN reiht sich nahtlos ein in eine besorgniserregende Entwicklung der deutschen Industrielandschaft. Während die Politik jahrelang mit ideologisch motivierten Energiewendeprojekten und überbordender Bürokratie die Standortbedingungen verschlechterte, wandern Arbeitsplätze und Wertschöpfung ins Ausland ab. Die Leidtragenden sind stets die Arbeitnehmer vor Ort – Menschen, die oft seit Jahrzehnten ihr Herzblut in diese Unternehmen gesteckt haben.
Dass ausgerechnet ein Unternehmen aus dem Volkswagen-Konzern, der selbst mit massiven Problemen kämpft, nun weitere Standorte in Deutschland zur Disposition stellt, zeigt die ganze Dramatik der Situation. Die deutsche Automobilindustrie, einst Stolz und Rückgrat unserer Wirtschaft, befindet sich in einer existenziellen Krise – und die politischen Rahmenbedingungen verschärfen diese Krise zusätzlich, anstatt gegenzusteuern.
Es bleibt zu hoffen, dass die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz endlich die richtigen Weichen stellt, um den industriellen Ausverkauf Deutschlands zu stoppen. Denn wenn Traditionsstandorte wie Salzgitter erst einmal abgewickelt sind, kehren sie nicht zurück. Was verloren geht, ist nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch Know-how, Wertschöpfung und letztlich ein Stück deutscher Identität.
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