
Wirtschaftsweise verteidigt Generation Z: Junge Menschen arbeiten mehr als ihre Vorgänger

Die Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Monika Schnitzer, hat sich in einer bemerkenswerten Stellungnahme vor die junge Generation gestellt. Die Münchner Ökonomieprofessorin wies dabei Vorwürfe zurück, wonach junge Menschen weniger arbeitsbereit seien als frühere Generationen.
Fakten statt Vorurteile: Die Arbeitsrealität der Generation Z
In einem Interview mit den Zeitungen der Funke-Mediengruppe präsentierte Schnitzer eine differenzierte Sichtweise auf die Arbeitsmoral junger Menschen. Entgegen der weitverbreiteten Kritik an der sogenannten Generation Z betonte die Wirtschaftsweise, dass diese Altersgruppe tatsächlich mehr arbeite als ihre Vorgänger. Die jungen Menschen würden schneller in den Arbeitsmarkt eintreten und dabei auch mehr Stunden leisten als frühere Generationen.
Ein wesentlicher Faktor für diese Entwicklung sei die finanzielle Notwendigkeit. Viele Studierende könnten sich ihr Studium schlichtweg nicht mehr leisten, ohne nebenbei zu arbeiten. Die gestiegenen Lebenshaltungskosten und Studiengebühren zwingen junge Menschen dazu, bereits während ihrer Ausbildung erwerbstätig zu sein.
Kritik an pauschalen Schuldzuweisungen
Schnitzer forderte ein Ende der pauschalen Kritik an der jungen Generation. Die ständigen Unterstellungen und Schuldzuweisungen seien verfehlt und müssten aufhören. Interessanterweise lenkte die Ökonomin den Blick auch auf eine andere Bevölkerungsgruppe: Es seien häufig die Älteren, die der Meinung seien, genug gearbeitet zu haben, und sich deshalb für die Rente mit 63 oder 64 Jahren entschieden.
Mythos Staatsdienst: Junge Menschen suchen andere Wege
Die Wirtschaftsweise räumte zudem mit einem weiteren Vorurteil auf. Die Annahme, junge Menschen würden Risiken meiden und vermehrt in den öffentlichen Dienst streben, entspreche nicht der Realität. An ihrer Universität in München stünden die Studierenden keineswegs Schlange für Stellen im Staatsdienst. Vielmehr zögen viele eine Karriere bei Unternehmen wie BMW vor.
Beamtenstatus auf dem Prüfstand
In diesem Zusammenhang stellte Schnitzer auch den Beamtenstatus bestimmter Berufsgruppen infrage. Lehrer müssten ihrer Ansicht nach nicht zwingend Beamte sein. Gleiches gelte im Übrigen auch für Professoren. Diese Aussage dürfte in den betroffenen Berufsgruppen für Diskussionen sorgen, da der Beamtenstatus traditionell als attraktiver Aspekt dieser Tätigkeiten gilt.
Die Äußerungen der Wirtschaftsweisen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Debatte über Arbeitsmoral und Generationenkonflikte in Deutschland intensiv geführt wird. Angesichts des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels gewinnt die Frage, wie verschiedene Generationen zum Arbeitsmarkt beitragen, zunehmend an Bedeutung. Die Daten, auf die sich Schnitzer beruft, könnten dazu beitragen, die Diskussion auf eine sachlichere Ebene zu heben und von pauschalen Vorurteilen wegzuführen.

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