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Kettner Edelmetalle
17.06.2026
05:57 Uhr

Wieder stirbt ein Stück Heimat: 120 Jahre Brautradition vor dem Aus

Wieder stirbt ein Stück Heimat: 120 Jahre Brautradition vor dem Aus

Es ist eine dieser Nachrichten, die mehr sind als eine bloße Wirtschaftsmeldung. Wenn nach rund 120 Jahren ein Familienunternehmen vor dem Abgrund steht, dann verschwindet nicht nur ein Betrieb aus den Handelsregistern – dann verschwindet ein Stück deutscher Kultur, deutscher Handwerkskunst und gewachsener Heimat. Die Schussenrieder Brauerei Ott aus Bad Schussenried hat beim Amtsgericht Ravensburg ein Insolvenzverfahren über das eigene Vermögen beantragt. Und mit ihr bangen rund 40 Festangestellte um ihre berufliche Existenz.

Ein Aushängeschwert deutscher Braukunst gerät ins Wanken

Man mache sich klar, worum es hier geht: Die Schussenrieder Brauerei war kein anonymer Massenproduzent, sondern ein preisgekröntes Traditionshaus. Im Jahr 2018 holte die Sorte „Spezial“ beim renommierten World Beer Cup sogar Gold – eine internationale Auszeichnung, die belegt, dass deutsches Bierhandwerk auf Weltklasseniveau gebraut wurde. Rund 60.000 Hektoliter Bier jährlich, dazu 30.000 Liter alkoholfreie Getränke, eine eigene Gaststätte und – man höre und staune – das weltweit einzige Bierkrugmuseum: Hier wurde Kultur gelebt und nicht nur verwaltet.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Matthias Rösch bestellt. Seine Aufgabe sei es, die wirtschaftliche Lage zu überwachen, das vorhandene Vermögen zu prüfen und festzustellen, ob die Mittel überhaupt für ein geordnetes Verfahren ausreichten. Bereits am 12. Juni habe das Gericht Sicherungsmaßnahmen angeordnet, um eine weitere Verschlechterung der Finanzlage zu verhindern.

Die wahren Gründe: Eine Branche unter Dauerbeschuss

Aus der Insolvenzmeldung gehe nicht direkt hervor, was die Brauerei in die Schieflage trieb. Doch wer die Augen offenhält, erkennt das größere Bild. Die gesamte deutsche Bierbranche ächzt unter einem giftigen Cocktail aus mehreren Belastungen. Der Pro-Kopf-Konsum von Bier sei von einst 115,3 Litern im Jahr 2005 auf magere 88 Liter im Jahr 2024 gefallen, so die Zahlen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen. Ein dramatischer Einbruch.

Während sich der gesellschaftliche Geschmack wandelt, sorgen explodierende Energiekosten dafür, dass selbst kerngesunde Traditionsbetriebe ins Straucheln geraten.

Und genau hier liegt der politische Skandal, den niemand laut auszusprechen wagt. Der ZDF-Bericht selbst räumt ein, dass gestiegene Energiekosten eine „überbordende“ Belastung darstellten. Wer hat diese Energiekosten zu verantworten? Eine Energiepolitik, die jahrelang ideologisch statt vernünftig betrieben wurde, die zuverlässige Kraftwerke abschaltete und den Industriestandort Deutschland mit den höchsten Strompreisen Europas bestrafte. Ein mittelständischer Brauereibetrieb, der seine Sudkessel heizen muss, zahlt am Ende die Zeche für grüne Träumereien.

Wenn der Mittelstand blutet, blutet Deutschland

Familienunternehmen wie die Schussenrieder Brauerei sind das Rückgrat dieses Landes. Sie schaffen Arbeitsplätze in der Region, sie zahlen Steuern, sie bewahren Tradition. Doch genau dieser Mittelstand wird zwischen ausufernden Energiekosten, Bürokratiewahnsinn und einer schwächelnden Konjunktur zerrieben. Jede einzelne Insolvenz eines solchen Betriebs ist ein Mahnmal dafür, dass in diesem Land wirtschaftspolitisch etwas grundlegend falsch läuft.

Immerhin: Der Betrieb solle vorerst unter Aufsicht weiterlaufen, während die wirtschaftliche Lage untersucht werde. Rösch prüfe zudem, ob eine Fortführung des Geschäftsbetriebs realistisch sei. Es bleibt zu hoffen, dass die Geschichte dieser stolzen Brauerei noch nicht zu Ende geschrieben ist.

Was uns diese Insolvenz lehren sollte

Während Papiergeld an Wert verliert, Energiekosten explodieren und ganze Branchen ins Wanken geraten, zeigt sich einmal mehr, wie fragil das wirtschaftliche Fundament geworden ist, auf dem viele ihren Wohlstand glauben. In Zeiten, in denen selbst hundertjährige Traditionsbetriebe vor dem Aus stehen, gewinnt der Gedanke an krisenfeste Werte neue Bedeutung. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg bewiesen, dass sie ihren Wert auch dann bewahren, wenn ganze Wirtschaftszweige ins Straucheln geraten – als sinnvolle Beimischung zu einem breit gestreuten und durchdachten Vermögensaufbau.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die hier geäußerten Einschätzungen entsprechen ausschließlich der Meinung unserer Redaktion und den uns vorliegenden Informationen. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.

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