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Kettner Edelmetalle
28.07.2026
06:49 Uhr

Wenn zwei Kriege verschmelzen: Hormus dicht, Abqaiq in Flammen – und Europa soll die Zeche zahlen

Es ist ein Szenario, das noch vor wenigen Jahren als Fiebertraum durchgegangen wäre: Die Straße von Hormus faktisch verstopft, das Rote Meer gesperrt, Saudi-Arabiens wichtigste Ölverarbeitungsanlage angeblich von Drohnen getroffen – und mittendrin ein ukrainischer Präsident, der offenbar unbedingt möchte, dass sein Krieg und der Krieg am Persischen Golf zu einem einzigen Flächenbrand verschmelzen. Wer glaubt, das gehe Deutschland nichts an, sollte einen Blick auf die eigene Tankquittung werfen.

Der Ökonom, der die unbequeme Rechnung aufmacht

Steve Hanke, Ökonom an der Johns Hopkins University, formuliert es in bemerkenswerter Schärfe: Zwei der acht strategisch wichtigsten Meeresstraßen der Welt seien nicht von Feinden, sondern durch eigene Kriegsentscheidungen des Westens blockiert worden. Hormus sei offen gewesen, bevor man in den Krieg gezogen sei. Hanke ziehe, so ist zu lesen, sogar einen historischen Vergleich zur Türkei, die seit dem Vertrag von Montreux 1936 Bosporus und Dardanellen verwalte – am Ende, so seine Befürchtung, könnte Teheran dauerhaft die Kontrolle über Hormus ausüben.

Und der Inflations-Dschinn? Der sei aus der Flasche, meint Hanke, und keine Notenbank der Welt bekomme ihn dort ohne Weiteres wieder hinein. Diesel, Kerosin, Benzin – die Preistreiber sitzen im Fundament jeder Volkswirtschaft. Wer je erklärt bekommen möchte, warum ein Handwerksbetrieb im Sauerland unter einem Konflikt am Golf leidet, findet hier die Antwort.

Die angeblich größte Spezialoperation der US-Geschichte

Laut Berichten der dänischen Zeitung „Politiken" und des „Wall Street Journal" erwäge Washington, Soldaten auf die Insel Charg und in die Region Isfahan zu entsenden, um rund 400 Kilogramm hochangereichertes Uran zu sichern. Ein dänischer Kommentator habe dies als größte Spezialoperation in der Geschichte des US-Militärs bezeichnet. IAEA-Chef Rafael Grossi zufolge lagere ein Großteil des Materials in einem Tunnelsystem bei Isfahan sowie in Natanz. Trump selbst halte sich die Option offen, sei aber derzeit „nicht fokussiert" darauf – man wolle zunächst iranische Raketen und Drohnen ausschalten.

Skepsis ist angebracht. In den Kommentarspalten wird bereits gefragt, warum ausgerechnet eine küstennahe Insel als Uranlager dienen sollte – leichter erreichbar für einen Gegner ginge es kaum. Es wäre nicht das erste Mal, dass eine Erzählung passgenau zur militärischen Zielauswahl geliefert würde.

Selenskyjs gefährliches Kalkül – und Europas Rechnung

Die eigentliche Sprengkraft liegt woanders. Kiew versucht offenbar, sich in den Iran-Konflikt hineinzudrängen. Das Motiv liegt auf der Hand: Verschmelzen beide Kriege, würde die Ukraine Kriegspartei am Golf – und die USA Kriegspartei gegen Russland. Genau das ist seit 2022 das strategische Ziel.

Die Reaktion ließ nicht auf sich warten. In persischsprachigen Kanälen kursierten Berichte, wonach Teheran eine Liste europäisch verknüpfter Energieinfrastruktur als potenzielle Ziele zusammengestellt habe – Pipelines, Knotenpunkte, Terminals. Die Logik dahinter sei brutal einfach: Nicht Kiew sei der eigentliche Akteur, sondern jene, die zu hundert Prozent Waffen und Geld liefern.

„Einen Angriff auf den Iran hat es nie kostenlos gegeben und wird es auch nie geben. Die Liste der besiegten Kräfte wird länger!" – so wird Ebrahim Azizi, Vorsitzender der iranischen Nationalen Sicherheitskommission, zitiert.

Man muss den Iran nicht mögen – und man sollte es auch nicht –, um zu erkennen, in welche Position sich Europa manövriert hat. Überflugrechte, Abwehrmaßnahmen, diplomatische Rückendeckung: Der Kontinent ist längst Konfliktpartei, ohne dass irgendein Bürger je gefragt worden wäre. Und in Berlin? Dort diskutiert man über Sondervermögen in dreistelliger Milliardenhöhe und Klimaneutralität im Grundgesetz, während die Energiesicherheit des Landes an einer Meerenge tausende Kilometer entfernt hängt. Das ist keine Außenpolitik, das ist ein Blindflug mit Bordbuch aus dem Seminarraum.

Sanktionen als Innovationsmotor – die unbequeme Wahrheit

Bemerkenswert ist eine Nebengeschichte, die viel über die Wirkungslosigkeit westlicher Wirtschaftskriegsführung verrät. Der Iran habe in Sabalan sein erstes geothermisches Kraftwerk fertiggestellt – 5,4 Megawatt, Potenzial bis 250 Megawatt. Europäische Firmen hätten das Projekt nach den US-Sanktionen aufgegeben, iranische Unternehmen hätten es mit eigener Ölbohrtechnik in drei Kilometern Tiefe bei über 240 Grad Celsius realisiert. Ähnlich bei Turbinen für Gaspipelines, wo einst US-Konzerne und Siemens ein Quasi-Oligopol hielten – erst Russland, nun der Iran entwickelten eigene Lösungen, inzwischen sogar für den Export.

Auch in der regenerativen Medizin sei Teheran binnen zwei Jahren von Platz zwölf auf Platz vier geklettert. Bis Anfang 2024 habe es nur ein einziges zugelassenes Zelltherapieprodukt gegeben, dann seien gleich sechs Lizenzen erteilt worden – von Stammzelltherapien gegen Arthrose bis zu CAR-T-Zell-Therapien gegen Krebs. Sanktionen, so scheint es, erziehen zur Autarkie. Eine Lektion, die man in Brüssel und Berlin dringend studieren sollte, bevor man das nächste Paket schnürt.

Abqaiq brennt – und niemand weiß Genaues

Drohnen sollen die Anlage Abqaiq von Saudi Aramco getroffen haben, jenes Nervenzentrum, das den Großteil des saudischen Rohöls vor dem Export stabilisiert. Satellitenbilder deuteten laut OSINT-Beobachtern auf Brandspuren an vier von sechs Druckbehältern hin, zwei wirkten zerstört. Riad bestätigte den Angriff und schrieb ihn vom Iran unterstützten Milizen zu; der Sprecher der AnsarAllah reklamierte ihn als Vergeltung für Verletzungen des jemenitischen Luftraums. Erinnerungen an September 2019 werden wach, als ein vergleichbarer Angriff rund fünf Prozent des globalen Ölangebots lahmlegte. Alle Angaben seien, wie es so schön heißt, unbestätigt.

Was das für Ihr Vermögen bedeutet

Bemerkenswert bleibt: Die Ölpreise entspannen sich zwischenzeitlich, obwohl weniger produziert wird. Märkte, die sich an Ausnahmezustände gewöhnen, sind kein Zeichen von Stabilität, sondern von Verdrängung. Wenn Meerengen zu politischen Faustpfändern werden, Energieinfrastruktur zur Zielscheibe und Notenbanken die Inflation nicht mehr einfangen können, dann verlieren Papierversprechen ihren Zauber schneller, als der Bundesfinanzminister „Sondervermögen" sagen kann.

Physisches Gold und Silber kennen keine Lieferkette, die blockiert werden kann, keinen Emittenten, der ausfällt, und keine Regierung, die per Federstrich ihren Wert verwässert. In einer Welt, in der zwei Kriege zu verschmelzen drohen, ist ein solider Sachwertanteil im Depot kein Pessimismus – sondern schlichte Vernunft.

Haftungsausschluss

Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder und stellt ausdrücklich keine Anlageberatung dar. Er beinhaltet weder eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung noch eine Steuer- oder Rechtsberatung. Angaben zu geopolitischen Ereignissen beruhen teils auf unbestätigten Berichten. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst. Im Zweifel sollte fachkundiger Rat eingeholt werden. Eine Haftung für Vermögensschäden ist ausgeschlossen.

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