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Kettner Edelmetalle
18.06.2026
14:52 Uhr

Wenn der Staat seine Lieblings-KI bestimmt: Fratzscher erklärt Musks Grok zur AfD-Maschine

Wenn der Staat seine Lieblings-KI bestimmt: Fratzscher erklärt Musks Grok zur AfD-Maschine

Es ist ein Lehrstück darüber, wie weit der ideologische Korridor in diesem Land mittlerweile zusammengeschnurrt ist. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), geführt von dem allgegenwärtigen Marcel Fratzscher, hat sich in einer sogenannten Kurzstudie nun den künstlichen Intelligenzen gewidmet. Und siehe da: Eine von ihnen, ausgerechnet die KI des unbequemen Elon Musk, hat offenbar die falsche Meinung. Welch ein Skandal.

Vier brave SchĂĽler und ein Querdenker

Die Versuchsanordnung klingt zunächst seriös. Fünf große KI-Systeme wurden befragt, wie sie mögliche Regierungskoalitionen bewerten – auf Bundesebene und mit Blick auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Das Ergebnis liest sich wie ein Klassenbuch: ChatGPT, Claude, Copilot und DeepSeek sehen die AfD in keinem einzigen Politikfeld als effektivste Regierung. Folgsam, angepasst, unauffällig.

Nur einer schert aus: SuperGrok. Das System aus dem Hause xAI traut einer AfD-geführten Regierung in fast der Hälfte der wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Indikatoren die größte Wirksamkeit zu. Mehr Wachstum, steigende Reallöhne, sinkende Arbeitslosigkeit, höhere Investitionen – die Maschine prognostiziert eine wirtschaftliche Erholung. Die anderen Modelle? Sie malen, wie das DIW betont, „durchweg negative Abweichungen“ an die Wand.

Die Diagnose steht schon vor der Untersuchung fest

Was tut man, wenn ein Untersuchungsobjekt unerwünschte Antworten liefert? Man erklärt es für krank. SuperGrok, so das Urteil aus dem DIW, agiere „ideologisch“ und stütze sich „überwiegend auf AfD-Quellen“, darunter gar Parteiprogramme. Fratzscher und sein Team wittern sogar eine „bewusste, wenn nicht sogar absichtliche Verzerrung“ – und liefern als Indiz, man höre und staune, die Nähe von Elon Musk zur AfD.

Ein Modell, das der falschen Partei positive Effekte zubilligt, ist verzerrt. Vier Modelle, die ihr durchweg Negatives bescheinigen, gelten als Maßstab der Neutralität. Willkommen in der deutschen Wissenschaftslandschaft des Jahres 2026.

Der Selbstwiderspruch im Kleingedruckten

Das eigentlich Pikante steht ganz am Anfang der Studie – und entlarvt das ganze Unterfangen. Denn das DIW räumt selbst ein, dass KI-Modelle generell nicht neutral arbeiten. Frühere Untersuchungen hätten gezeigt, dass Chatbots „unterschiedlich stark mit bestimmten Parteien oder politischen Lagern übereinstimmen“. Auch die Steuerung durch Entwickler, durch Trainingsdaten und die Priorisierung von Quellen, wird ausdrücklich benannt.

Mit anderen Worten: Wenn vier KIs reflexhaft links blinken, ist das kein Skandal, sondern Normalzustand. Blinkt eine einzige nach rechts, ist es plötzlich eine „politische Agenda“. Diese Logik hat einen Namen, und der lautet nicht Wissenschaft, sondern Haltung.

Wer ist hier eigentlich der Aktivist?

Man sollte sich daran erinnern, in welcher Rolle Marcel Fratzscher seit Jahren auftritt. Der Mann ist längst weniger nüchterner Ökonom als vielmehr ein verlässlicher Stichwortgeber des regierungsnahen Milieus. Seine Prognosen sind in der öffentlichen Wahrnehmung zur Pointe geworden – die Leserschaft des ursprünglichen Berichts kommentierte das treffend mit der Bemerkung, er habe „noch nie mit irgendeinem Kommentar Recht behalten“. Dass nun ausgerechnet dieses Institut bestimmen will, welche künstliche Intelligenz die korrekte politische Gesinnung besitzt, hat eine fast schon groteske Note.

Denn was hier unter dem Deckmantel der Forschung betrieben wird, ist nichts anderes als der nächste Versuch, eine missliebige Stimme zu delegitimieren. Erst waren es Bürger, dann Medien, jetzt sind es Algorithmen. Die Methode bleibt dieselbe: Wer von der staatstragenden Linie abweicht, wird nicht widerlegt, sondern pathologisiert.

Was uns das wirklich lehrt

Die spannendere Frage, die das DIW geflissentlich ĂĽbergeht, lautet doch: Warum sind vier von fĂĽnf fĂĽhrenden KI-Systemen offenbar so trainiert, dass sie eine Oppositionspartei reflexhaft als wirtschaftlichen Untergang darstellen? Wessen Quellen, wessen Vorauswahl, wessen Weltbild steckt in diesen Maschinen? Doch diese Frage stellt Fratzscher nicht. Sie wĂĽrde ja den eigenen Spiegel zerbrechen.

Am Ende bleibt eine Erkenntnis, die weit über die Welt der Chatbots hinausreicht: In einem Land, in dem schon der Versuch eines Algorithmus, einer unliebsamen Partei wirtschaftliche Kompetenz zuzubilligen, zum Forschungsgegenstand der Empörung wird, ist es um die geistige Freiheit nicht gut bestellt. Wer Vermögen und Eigenständigkeit bewahren will, sollte sich ohnehin nicht auf Institute verlassen, deren Prognosen mit politischer Schlagseite daherkommen – sondern auf Werte, die sich nicht umprogrammieren lassen. Physisches Gold und Silber kennen keine ideologische Gewichtung von Quellen. Sie sind, was sie sind: ein bewährter Anker zur Vermögenssicherung und eine sinnvolle Beimischung in jedem breit gestreuten Portfolio.

Hinweis der Redaktion: Dieser Beitrag gibt die Meinung unserer Redaktion wieder und stellt keine Anlageberatung dar. Wir betreiben keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Jeder Leser ist angehalten, eigenständig zu recherchieren und seine Anlageentscheidungen in eigener Verantwortung zu treffen. Für etwaige Vermögensentscheidungen übernehmen wir keinerlei Haftung.

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