
Weltbank-Alarm: Rohstoffe 23 Prozent teurer, Edelmetalle vorn!

Die Weltbank erwartet für 2026 einen kräftigen Preissprung bei den Rohstoffen: Ihr Rohstoffpreisindex soll im Jahresdurchschnitt um 23 Prozent über dem Niveau von 2025 liegen. Das geht aus dem aktuellen „Commodity Markets Outlook“ hervor, den die Organisation in Washington am 28. Oktober veröffentlicht hat. Gleichzeitig warnt sie vor neuen Inflationsrisiken und vor steigenden Lebensmittelpreisen.
Der Bericht stützt sich auf Daten bis zum 14. Oktober. Tritt die Prognose ein, wären die Rohstoffpreise so hoch wie seit 2013 nur ein einziges Mal.
Edelmetalle führen das Feld an
Am stärksten steigen laut Weltbank die Preise für Edelmetalle, nämlich um rund 40 Prozent. Dahinter folgen Energie mit 32 Prozent sowie Industriemetalle und Mineralien mit 25 Prozent. Düngemittel sollen sich um 14 Prozent verteuern, Agrarrohstoffe für Nahrungsmittel um 10 Prozent.
Bei Gold und Silber treibe vor allem die geopolitische Unsicherheit die Nachfrage, heißt es in dem Bericht. Die Ökonomen schränken aber ein: Steigende Zinsen könnten die beiden Metalle, die keine Zinsen abwerfen, kurzfristig weniger attraktiv machen. Den langfristigen Trend sehen sie dadurch offenbar nicht gefährdet. Auch 2027 dürfte das Preisniveau bei den Edelmetallen nach ihrer Einschätzung deutlich erhöht bleiben.
Hormus, Katar, Schwarzes Meer: die Brandherde
Hauptgrund für den Preisschub ist laut Weltbank der Krieg im Nahen Osten. Die weltweite Ölförderung dürfte bis Jahresende um etwa 5,5 Millionen Barrel pro Tag sinken, ein Minus von 5,2 Prozent. Lässt man das Corona-Jahr 2020 außen vor, wäre das der stärkste Rückgang seit mehr als vier Jahrzehnten. Die Straße von Hormus war wochenlang kaum passierbar, und auch heute liegt der Verkehr dort noch klar unter dem Vorkriegsniveau.
Ein Barrel Brent kostete 2025 im Schnitt 69 Dollar. Für 2026 erwartet die Weltbank einen Durchschnittspreis von 91 Dollar, im vierten Quartal könnten es fast 100 Dollar werden. Diesel und Flugbenzin haben sich wegen beschädigter Raffinerien teils noch deutlich stärker verteuert.
Europas Gasrechnung explodiert
Für Deutschland ist eine Zahl besonders bitter: Erdgas in Europa soll sich 2026 um etwa 58 Prozent verteuern, auf rund 19 Dollar je Million British Thermal Units. Als Ursache nennt die Weltbank Schäden an Gasanlagen in Katar, die die Lieferungen von Flüssiggas (LNG) einschränken. Wer seine Kernkraftwerke abgeschaltet und auf importiertes LNG gesetzt hat, bekommt diese Abhängigkeit jetzt an der Zapfsäule, auf der Heizkostenabrechnung und in den Bilanzen der Industrie zu spüren.
Lebensmittel: Das dicke Ende kommt 2027
Für 2027 rechnet die Weltbank insgesamt mit einem Rückgang des Index um 7 Prozent. Energie und Düngemittel sollen um etwa 12 Prozent nachgeben, Metalle um 3 Prozent. Die Agrarrohstoffe für Nahrungsmittel dürften dagegen um weitere 7 Prozent zulegen. Gründe sind der Ukrainekrieg (Russland und die Ukraine liefern normalerweise etwa 30 Prozent der weltweiten Weizenexporte), das Wetterphänomen El Niño mit Folgen für Reis, Zucker und Palmöl sowie teurer Dünger und Transport.
Laut Weltbank haben die höheren Energiepreise zuletzt rund einen Prozentpunkt zur Inflation in den G7-Staaten beigetragen. Im Negativszenario mit Eskalation in der Ukraine und im Iran sowie Ernteausfällen durch El Niño könnte Brent 2027 im Schnitt 105 Dollar kosten. Getreide wäre dann um 20 Prozent teurer als in der Basisprognose, und die Lebensmittelpreise könnten sogar über dem Niveau von 2022 liegen.
Was das für Sparer bedeutet
Die Botschaft ist klar: Die Kaufkraft gerät von mehreren Seiten zugleich unter Druck. Für Sparer, die ihr Geld auf Konten mit niedrigen Zinsen liegen haben, ist das ein Warnsignal. Physisches Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als Schutz in unsicheren Zeiten bewährt. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können sie die eigene Absicherung sinnvoll ergänzen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ist keine Anlageberatung. Jeder Anleger sollte sich selbst gründlich informieren und trifft seine Anlageentscheidungen in eigener Verantwortung.
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