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Kettner Edelmetalle
09.07.2026
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Weihnachtsbescherung auf Steuerzahlerkosten: Wenn Volksvertreter das iPhone-Fieber packt

Weihnachtsbescherung auf Steuerzahlerkosten: Wenn Volksvertreter das iPhone-Fieber packt

Alle Jahre wieder – doch diesmal nicht unterm heimischen Tannenbaum, sondern im Berliner Reichstagsgebäude. Kurz bevor die Glocken läuten und die Lichter am Baum flackern, bricht in den Büros unserer Abgeordneten offenbar ein ganz besonderes Fieber aus. Kein Grippe-Virus, sondern das „Geschenke-Fieber“. Und bezahlt wird die Freude, wie sollte es anders sein, aus der Tasche des braven deutschen Steuerzahlers.

1,46 Millionen Euro für die digitale Grundausstattung

Die nackten Zahlen, über die zunächst die Bild-Zeitung berichtete, lesen sich wie ein Katalog der Selbstbedienung: Sage und schreibe 1.670 Smartphones und Tablets wurden im Jahr 2025 über die Sachmittelkonten der 630 Bundestagsabgeordneten angeschafft. Darunter 950 iPhones, 420 iPads sowie ein paar Samsung-Geräte zur Abrundung des Sortiments. Gesamtkosten? Stolze 1.464.567 Euro.

Rechnen wir das einmal herunter: Auf jeden einzelnen Volksvertreter entfielen damit rund 2,6 Geräte – und das binnen eines einzigen Jahres. Wer die Rechnung auf eine komplette Legislaturperiode hochrechnet, kommt auf über zehn Smartphones oder Tablets pro Kopf. Man fragt sich unweigerlich: Wie viele Hände hat ein Abgeordneter eigentlich?

Der verräterische Blick auf den Kalender

Besonders pikant wird die Angelegenheit, wenn man den Zeitpunkt der Bestellungen betrachtet. Denn 43,5 Prozent aller Geräte wurden erst im letzten Quartal des Jahres geordert. Zwischen Oktober und Dezember gingen 402 iPhones und 191 iPads im Wert von fast 550.000 Euro über die Ladentheke. Pünktlich zum Fest der Liebe – welch ein Zufall.

„Unter Mitarbeitern ist bekannt, dass bei einigen Abgeordneten Smartphones – nach kurzer Nutzung oder als Neugeräte – auch an Verwandte oder an Dritte verschenkt oder weitergegeben werden.“

So schilderte es ein langjähriger Büroleiter. Nach Schätzungen sollen jährlich Geräte im Wert von rund 270.000 Euro abgerechnet werden, ohne dass sie ausschließlich dienstlichen Zwecken dienten. Ein offenes Geheimnis, das seit Jahren durch die Flure des Parlaments geistere: Wer sein Budget bis zum Jahresende nicht ausgeschöpft habe, der greife eben noch schnell zum Apfel-Produkt. Für den Ehepartner, die Kinder, den Parteifreund.

„Die unselige Pauschale muss weg“

Rainer Holznagel, Präsident des Bundes der Steuerzahler, findet deutliche Worte. Das Sachleistungskonto lade geradezu „zum krassen Missbrauch ein“, so seine Einschätzung. Seine Forderung: Die Pauschale müsse in dieser Form verschwinden. Künftig sollten Sachleistungskonto, steuerfreie Kostenpauschale und Diäten zusammengeführt und vollständig versteuert werden. Ein Vorschlag, dem man kaum widersprechen kann.

Die Verwaltung wiegelt ab – „Sogar Ikea-Bretter werden geprüft“

Und wie reagiert der Apparat? Selbstredend mit einem müden Schulterzucken. Ein Sprecher der Bundestagsverwaltung verweist darauf, dass nach der Bundestagswahl zahlreiche Abgeordnete erstmals eingezogen seien und ihre Büros hätten neu ausstatten müssen. Eine Abgeordnete versichert gar, sämtliche Anschaffungen würden penibel geprüft – „sogar die Ikea-Bretter“, die als Regale dienten. Wie beruhigend. Da werden also die Pressspanplatten aus Schweden akribisch kontrolliert, während die iPhones zu Dutzenden in privaten Jackentaschen verschwinden.

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: In einem Land, in dem der Bürger jeden Cent zweimal umdrehen muss, in dem die kalte Progression zuschlägt und die Inflation die Ersparnisse auffrisst, gönnt sich die politische Klasse die neueste Technik als Weihnachtspräsent auf fremde Rechnung. Das ist kein Kavaliersdelikt, das ist ein Sinnbild für die Entfremdung zwischen Regierenden und Regierten.

Ein Symptom eines größeren Problems

Dieser Fall reiht sich nahtlos ein in eine lange Kette von Beispielen für den sorglosen Umgang mit öffentlichen Geldern. Während die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz Sondervermögen in dreistelliger Milliardenhöhe auflegt und künftige Generationen mit Schulden belastet, obwohl der Kanzler einst das Gegenteil versprach, offenbart sich im Kleinen dieselbe Mentalität: Es ist ja nicht das eigene Geld. Der Steuerzahler zahlt schon.

Es wäre höchste Zeit, dass sich in Berlin ein neues Bewusstsein durchsetzt – ein Bewusstsein dafür, dass jeder Euro auf diesen Sachmittelkonten hart erarbeitet wurde. Von Menschen, die morgens zur Arbeit gehen und sich fragen, warum am Ende des Geldes immer noch so viel Monat übrig ist. Solange jedoch Systeme bestehen, die Missbrauch geradezu einladen, wird sich nichts ändern.

Was der kluge Bürger daraus lernt

Wenn selbst gewählte Volksvertreter das ihnen anvertraute Geld derart großzügig verteilen, sollte jeder Einzelne umso sorgsamer mit dem eigenen Vermögen umgehen. In Zeiten, in denen der Staat Schulden anhäuft und die Kaufkraft der Währung schwindet, gewinnen Sachwerte an Bedeutung. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Anker in stürmischen Zeiten bewährt – als sinnvolle Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögensportfolio und als Schutz vor der Entwertung, die politische Sorglosigkeit mit sich bringt.

Hinweis: Der vorliegende Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren. Ebenso handelt es sich bei den Ausführungen zu steuerlichen Fragen nicht um eine Steuer- oder Rechtsberatung; wenden Sie sich hierfür bitte an einen qualifizierten Fachberater.

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