
Washingtons Ölpoker: USA drängen Indien zum Kauf venezolanischen Rohöls
Was auf den ersten Blick wie ein simples Handelsgeschäft aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als ein geopolitisches Schachspiel der Extraklasse. Die Vereinigten Staaten verhandeln derzeit aktiv mit Indien über den Verkauf venezolanischen Erdöls – und nutzen dabei ihre Zollpolitik als mächtigen Hebel, um den drittgrößten Ölimporteur der Welt von russischem Rohöl abzuschneiden.
Trumps Zollkeule als diplomatisches Werkzeug
US-Gesandter Sergio Gor bestätigte am Freitag in Neu-Delhi, dass das amerikanische Energieministerium in direktem Kontakt mit dem indischen Energieministerium stehe. Man hoffe, „sehr bald" konkrete Ergebnisse präsentieren zu können. Die Botschaft ist unmissverständlich: Wer weiterhin russisches Öl kauft, zahlt drauf – und zwar kräftig.
Präsident Donald Trump hatte Indien im Rahmen eines Interimshandelsabkommens Zollsenkungen auf 18 Prozent zugestanden. Zusätzlich wurde eine 25-prozentige Strafabgabe aufgehoben. Der Preis dafür? Indien musste sich verpflichten, den Kauf russischen Öls einzustellen. Eine Bedingung, die es in sich hat – denn nach den westlichen Sanktionen gegen Russlands Energiesektor im Jahr 2022 war Indien zum größten Abnehmer russischen Seerohöls aufgestiegen und hatte dabei von Tiefstpreisen profitiert, was den westlichen Verbündeten ein erheblicher Dorn im Auge war.
Venezuela als Ersatzlieferant – ein bemerkenswerter Schachzug
Besonders pikant ist die Wahl des Ersatzlieferanten. Ausgerechnet Venezuela, das jahrelang unter US-Sanktionen litt und dessen Ölsektor Washington selbst in die Knie gezwungen hatte, soll nun als Alternative zu russischem Rohöl dienen. Die USA hatten nach der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und einer Versorgungsvereinbarung mit der Interimspräsidentin Delcy Rodríguez Lizenzen an die Handelshäuser Vitol und Trafigura vergeben, um Millionen Barrel venezolanischen Öls zu vermarkten.
Indische Staatsunternehmen wie Indian Oil Corp, Hindustan Petroleum und Bharat Petroleum sowie private Raffinerien hätten bereits venezolanisches Öl bestellt. Ein endgültiges Handelsabkommen zwischen den USA und Indien werde „eher früher als später" unterzeichnet, so Gor. Premierminister Modi habe Trump zudem nach Indien eingeladen.
Geopolitische Neuordnung der Energiemärkte
Was wir hier beobachten, ist nichts Geringeres als eine fundamentale Neuordnung der globalen Energieströme – orchestriert aus Washington. Die Trump-Administration nutzt ihre wirtschaftliche Macht mit einer Konsequenz, die man sich in Berlin nur wünschen könnte. Während die deutsche Bundesregierung unter Friedrich Merz noch immer mit den Folgen der eigenen Energiepolitik kämpft und ein 500-Milliarden-Sondervermögen aufnimmt, das kommende Generationen belasten wird, demonstrieren die USA, wie man Energiepolitik als strategisches Instrument einsetzt.
Die Ironie der Geschichte ist kaum zu übersehen: Deutschland hat sich unter der Ampelregierung freiwillig von russischem Gas abgeschnitten – ohne dafür auch nur annähernd vergleichbare Gegenleistungen zu erhalten. Indien hingegen handelt knallhart und bekommt im Gegenzug massive Zollerleichterungen. Das indische Interimsabkommen soll bereits im April in Kraft treten, eine formelle Notifizierung der Zollsenkung werde noch in diesem Monat erfolgen, wie Indiens Handelsminister Piyush Goyal bestätigte.
Für die globalen Ölmärkte bedeutet diese Entwicklung erhebliche Verwerfungen. Russland verliert mit Indien seinen wichtigsten Abnehmer für Seerohöl, während Venezuela – lange Zeit ein Paria der internationalen Gemeinschaft – plötzlich zum willkommenen Lieferanten avanciert. Die Botschaft Washingtons an die Welt könnte deutlicher nicht sein: „Die Vereinigten Staaten wollen nicht, dass irgendjemand russisches Öl kauft", wie Gor unmissverständlich klarstellte.
In Zeiten derart massiver geopolitischer Umwälzungen und einer zunehmend unberechenbaren Weltordnung dürften sich einmal mehr physische Edelmetalle als verlässlicher Anker der Vermögenssicherung erweisen. Gold und Silber kennen keine Sanktionen, keine Zölle und keine diplomatischen Erpressungen – sie bewahren ihren Wert unabhängig davon, welcher Machthaber gerade welchen Ölhahn auf- oder zudreht.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden.
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