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Kettner Edelmetalle
17.03.2026
21:05 Uhr

Wadephul kapituliert: Kein Regimewechsel im Iran – und was bedeutet das für Deutschland?

Knapp drei Wochen nach Beginn der militärischen Auseinandersetzungen zwischen Israel, den USA und dem Iran hat die Bundesregierung ihre Einschätzung zur Lage am Persischen Golf unmissverständlich klargestellt. Außenminister Johann Wadephul (CDU) erklärte auf der Konferenz „Europe 2026" am Dienstagabend, dass ein Regimewechsel in Teheran aus seiner Sicht „nicht realistisch" sei. Eine Aussage, die aufhorchen lässt – und die fundamentale Fragen über Deutschlands außenpolitische Rolle aufwirft.

Wadephuls ernüchternde Bilanz

„Ich glaube nicht, dass das passiert", sagte der CDU-Politiker mit einer Nüchternheit, die man fast schon als Resignation deuten könnte. Er berief sich dabei auf Gespräche mit seinem amerikanischen Amtskollegen Marco Rubio. Demnach zielten die US-amerikanischen und israelischen Angriffe ausschließlich auf die Zerstörung der iranischen Atom- und Raketenprogramme ab – nicht auf einen Sturz des Mullah-Regimes. Die Beseitigung der nuklearen Bedrohung für Israel stehe im Vordergrund, eine neue Führung in Teheran sei hingegen kein erklärtes Ziel der Operationen.

„Es wird im Iran keine militärische Lösung geben", so Wadephul weiter. Einen kontrollierten Regimewechsel bezeichnete er als „hypothetische Idee". Man fragt sich unwillkürlich: Wann hat Deutschland eigentlich aufgehört, überhaupt noch Ideen zu haben – hypothetische oder sonstige?

Deutschland als Zuschauer auf der Weltbühne

Was Wadephuls Einlassungen vor allem offenbaren, ist die erschreckende Passivität der deutschen Außenpolitik in einer der gefährlichsten geopolitischen Krisen seit Jahrzehnten. Während Israel und die USA handeln, während der Nahe Osten in Flammen steht, beschränkt sich Berlin darauf, die Lageeinschätzungen anderer wiederzugeben. Deutschland analysiert nicht, Deutschland gestaltet nicht – Deutschland kommentiert. Wie ein Sportreporter, der vom Spielfeldrand aus das Geschehen beschreibt, ohne je selbst den Rasen zu betreten.

Dabei wäre gerade jetzt eine starke deutsche Stimme in der internationalen Diplomatie dringend erforderlich. Die Eskalation im Nahen Osten hat unmittelbare Auswirkungen auf Europa: steigende Energiepreise, neue Flüchtlingsströme, wachsende Unsicherheit an den Finanzmärkten. Doch statt proaktiv zu agieren, verwaltet die Große Koalition unter Friedrich Merz den Status quo – und das in einer Zeit, in der die Welt buchstäblich brennt.

Die Lehren der Geschichte

Die Geschichte lehrt uns, dass Regimewechsel von außen tatsächlich selten funktionieren. Der Irak 2003, Libyen 2011 – die Bilanz erzwungener Machtwechsel ist verheerend. Insofern mag Wadephuls Realismus durchaus berechtigt sein. Doch Realismus darf nicht zum Deckmantel für Untätigkeit werden. Die Frage ist nicht nur, ob ein Regimewechsel möglich wäre, sondern welche Strategie Deutschland und Europa für die Zeit nach den Kampfhandlungen verfolgen. Und genau hier herrscht in Berlin ohrenbetäubendes Schweigen.

Was bedeutet die Krise für den deutschen Bürger?

Für den deutschen Bürger hat die Eskalation im Nahen Osten ganz konkrete Folgen. Die Energiepreise, die sich nach dem Ukraine-Krieg gerade erst stabilisiert hatten, drohen erneut durch die Decke zu schießen. Die ohnehin angespannte Inflationslage – befeuert durch das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen der Bundesregierung – könnte sich weiter verschärfen. In solchen Zeiten geopolitischer Unsicherheit zeigt sich einmal mehr der Wert physischer Edelmetalle als Absicherung gegen Kaufkraftverlust und systemische Risiken. Gold, das bereits deutlich im Kurs gestiegen ist, dürfte in diesem Umfeld weiterhin als sicherer Hafen gefragt bleiben.

Es bleibt zu hoffen, dass die Bundesregierung endlich aus ihrer außenpolitischen Lethargie erwacht und eine eigenständige, kraftvolle Position entwickelt – eine Position, die den Interessen Deutschlands und seiner Bürger gerecht wird. Denn eines ist klar: Wer in der Weltpolitik nur zuschaut, wird am Ende die Rechnung bezahlen, ohne je am Tisch gesessen zu haben.

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