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16.03.2026
11:55 Uhr

Wadephul erteilt Trumps NATO-Forderung eine schallende Ohrfeige – Deutschland will nicht in den Persischen Golf

Wadephul erteilt Trumps NATO-Forderung eine schallende Ohrfeige – Deutschland will nicht in den Persischen Golf

Es ist ein bemerkenswerter Moment deutscher Außenpolitik: Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat den massiven Druck aus Washington kühl abperlen lassen und einer NATO-Beteiligung an der Sicherung der Straße von Hormus eine unmissverständliche Absage erteilt. Man sehe nicht, dass die NATO dort „zuständig werden könnte", erklärte Wadephul vor einem Treffen der EU-Außenminister in Brüssel. Eine Formulierung, die an diplomatischer Klarheit kaum zu überbieten ist.

Trumps Drohgebärden verfangen in Berlin nicht

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor in einem Interview mit der britischen „Financial Times" den Druck auf die europäischen Verbündeten massiv erhöht. Eine ausbleibende Unterstützung durch NATO-Partner wäre „sehr schlecht" für die Zukunft des Verteidigungsbündnisses, drohte der amerikanische Präsident unverhohlen. Doch Berlin zeigt sich davon unbeeindruckt – und das aus gutem Grund.

Die Straße von Hormus, jene schmale Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und dem Iran, gehört schlicht nicht zum NATO-Bündnisgebiet. Ein Einsatz dort wäre eine sogenannte „out-of-area"-Operation, der sämtliche Alliierten zustimmen müssten. Die Berufung auf die Beistandspflicht nach Artikel 5 des NATO-Vertrags? Rechtlich schlichtweg unmöglich. Dass Trump dennoch versucht, seine europäischen Partner in einen weiteren militärischen Konflikt am Persischen Golf zu ziehen, offenbart einmal mehr das amerikanische Verständnis von „Partnerschaft": Washington führt Krieg, Europa soll die Rechnung bezahlen.

Der Irankrieg und seine verheerenden Folgen für die Weltwirtschaft

Seit dem Beginn des Irankrieges Ende Februar hat sich die geopolitische Lage dramatisch zugespitzt. Die iranischen Revolutionsgarden haben die Straße von Hormus de facto gesperrt – eine Wasserstraße, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports fließt. Der Iran beschoss Ölanlagen in mehreren Golfstaaten sowie Öltanker. Die Konsequenzen sind verheerend: Die Öl- und Gaspreise schossen in die Höhe, und die ohnehin angeschlagene europäische Wirtschaft ächzt unter den explodierenden Energiekosten.

Für den deutschen Bürger bedeutet das ganz konkret: noch höhere Spritpreise, noch teureres Heizen, noch mehr Inflation. Und das in einer Zeit, in der die neue Große Koalition unter Friedrich Merz bereits ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen beschlossen hat, das kommende Generationen mit Schulden belastet. Die Frage drängt sich auf: Kann sich Deutschland überhaupt noch ein weiteres militärisches Abenteuer leisten?

Wadephul fordert erst Klarheit von Washington und Jerusalem

Der Außenminister machte deutlich, dass er zunächst von Israel und den Vereinigten Staaten erfahren wolle, wann diese ihre militärischen Ziele im Iran erreicht haben wollten. Erst dann könne in einer nächsten Phase „eine Sicherheitsarchitektur für diese gesamte Region" definiert werden. Eine diplomatische Umschreibung dafür, dass Berlin nicht gewillt ist, blindlings in einen Konflikt zu stolpern, dessen Ausgang und Dauer völlig ungewiss sind.

Diese Haltung verdient Respekt. Denn allzu oft hat sich Deutschland in der Vergangenheit von transatlantischem Druck zu Entscheidungen drängen lassen, die nicht im nationalen Interesse lagen. Dass ausgerechnet ein CDU-Außenminister hier Standfestigkeit beweist, mag manchen überraschen – ist aber angesichts der Stimmung im Land nur konsequent. Sowohl CDU als auch SPD und AfD haben sich gegen eine deutsche Beteiligung an einer US-Militärmission ausgesprochen. Ein seltener parteiübergreifender Konsens, der zeigt: Die Deutschen haben genug davon, für fremde Kriege geradezustehen.

EU diskutiert Ausweitung der Marinemission Aspides

Ganz untätig will Europa allerdings nicht bleiben. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas brachte eine Ausweitung der bereits im Roten Meer operierenden EU-Marinemission Aspides ins Gespräch. Es liege im europäischen Interesse, die Straße von Hormus offen zu halten, sagte Kallas. Am einfachsten wäre es, den bestehenden Einsatz „ein wenig zu verändern". Wadephul selbst kündigte an, sich beim Außenministertreffen für Sanktionen gegen die Verantwortlichen der Blockade einzusetzen – ein deutlich weniger riskanter Weg als eine Marineoperation vor der iranischen Küste.

Doch selbst eine erweiterte Aspides-Mission wäre ein Balanceakt. Die iranischen Revolutionsgarden sind keine jemenitischen Huthi-Rebellen. Ein direktes militärisches Engagement europäischer Seestreitkräfte in unmittelbarer Nähe des iranischen Festlands könnte eine Eskalationsspirale in Gang setzen, deren Ende niemand absehen kann.

Gold als sicherer Hafen in Zeiten geopolitischer Verwerfungen

Die aktuelle Krise am Persischen Golf unterstreicht einmal mehr, wie fragil die globale Ordnung geworden ist. Explodierende Energiepreise, galoppierende Inflation, geopolitische Unsicherheit – in einem solchen Umfeld erweisen sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber einmal mehr als das, was sie seit Jahrtausenden sind: ein verlässlicher Anker in stürmischen Zeiten. Während Aktienmärkte nervös auf jede neue Eskalationsmeldung reagieren und Währungen unter dem Druck steigender Staatsschulden ächzen, bewährt sich das gelbe Metall als ultimativer Krisenschutz. Wer sein Vermögen langfristig sichern will, kommt an einer soliden Edelmetall-Beimischung im Portfolio kaum vorbei.

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