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VW zieht beim E-Golf die Notbremse: Kein Geld für die eigene Ikone

VW zieht beim E-Golf die Notbremse: Kein Geld für die eigene Ikone
Symbolbild: KI-generiert

Volkswagen hat die Entwicklung des elektrischen Golf vorerst gestoppt. Medienberichten zufolge fiel die Entscheidung am 30. Oktober 2026 in Wolfsburg. Der Grund: ein Milliardenloch in der Bilanz und ein Stammwerk, das seine Sparziele um rund 300 Millionen Euro verfehlt.

Ausgerechnet der Golf. Seit 1974 läuft das Auto in Wolfsburg vom Band, mehr als 37 Millionen Exemplare hat VW davon verkauft. Jetzt fehlt dem größten Autobauer Europas das Geld, um seinen Bestseller in die Elektro-Zukunft zu bringen.

„Schlicht nicht leisten“: Ein Satz wie ein Offenbarungseid

VW-Markenchef Thomas Schäfer redete intern offenbar nicht um den heißen Brei herum. Laut den Berichten sagte er:

„Wir können uns diese Arbeiten gerade schlicht nicht leisten.“

Weitergehen soll es erst, wenn zusätzliche Einsparungen gelingen. Emden und Zwickau erreichen ihre Kostenziele, nur Wolfsburg hinkt hinterher. Für 2026 klafft dort eine Lücke von rund 300 Millionen Euro. Ausgerechnet das Herz des Konzerns wird damit zum Problemfall.

5,82 Milliarden Euro Minus: Die Zahlen hinter dem Stopp

Die Quartalsbilanz vom 29. Oktober liest sich wie ein Krisenprotokoll. Unter dem Strich stand im dritten Quartal ein Nettoverlust von 5,82 Milliarden Euro, ein Jahr zuvor waren es gut 1,07 Milliarden. Der Umsatz sank laut Konzernangaben um 6,3 Prozent auf 75,3 Milliarden Euro, der Absatz brach von 2,2 auf 1,89 Millionen Fahrzeuge ein.

Den größten Brocken machten Sondereffekte von 7,8 Milliarden Euro aus. Darunter war eine Abschreibung von rund 6,4 Milliarden Euro auf den Firmenwert von Porsche. Dazu kamen das schwache China-Geschäft und teure Umbaukosten. Operativ meldete der Konzern ein Minus von 5,86 Milliarden Euro. Selbst die Kernmarke VW rutschte mit 182 Millionen Euro ins Minus, zum ersten Mal seit 2020.

Das Elektro-Dilemma

Dahinter steckt ein Grundproblem. Nach eigenen Angaben verdient VW an Elektroautos weniger als an vergleichbaren Verbrennern. Gleichzeitig drängen chinesische Hersteller mit günstigen Modellen nach Europa. Der Konzern muss also Autos entwickeln, mit denen er bisher kaum Geld verdient. Dass Brüssel und Berlin diesen Kurs jahrelang mit Verbrenner-Aus und CO₂-Vorgaben beschleunigt haben, sehen Kritiker als einen der Gründe für die heutige Lage.

Plattform verspätet, Golf wandert nach Mexiko

Technisch soll der künftige E-Golf auf der neuen Konzernplattform SSP stehen. Sie soll viele Fahrzeugklassen abdecken und die Kosten auf Dauer senken. Doch die Einführung hat sich deutlich verzögert. Als erstes SSP-Modell aus Wolfsburg ist deshalb zunächst ein elektrischer T-Roc geplant.

Der Betriebsrat will den Stopp nicht als Aus verstanden wissen. Gestrichen sei der E-Golf nicht, der Marktstart Anfang der 2030er-Jahre gelte weiter, und die verlorene Zeit solle wieder aufgeholt werden. Eine Garantie gibt es dafür aber nicht, solange jeder weitere Euro an neue Einsparungen geknüpft ist.

Für Wolfsburg steht damit viel auf dem Spiel. Der Golf mit Verbrennungsmotor soll künftig aus Mexiko kommen. Das Stammwerk braucht also neue Elektromodelle, um ausgelastet zu bleiben. Jeder Monat Verzögerung macht die Planung für Produktion und Arbeitsplätze unsicherer.

31 Milliarden sparen, kaum Rendite: Wie geht es weiter?

Konzernweit will VW die Kosten um rund 31 Milliarden Euro senken. Die operative Rendite vor Sondereffekten lag nach neun Monaten trotzdem bei nur 3,8 Prozent. Das ist für einen Konzern dieser Größe ein schwacher Wert.

Hier zeigt sich der Widerspruch der VW-Strategie: Der Konzern muss Milliarden in die Zukunft stecken, kann sich aber nicht einmal die Entwicklung seines wichtigsten Modells leisten. Für den Industriestandort Deutschland ist das ein Alarmsignal. Hohe Energiepreise, dichte Regulierung und hohe Arbeitskosten treiben die Produktion zunehmend ins Ausland. Wenn selbst der Golf zum Sparfall wird, sollte das auch in Berlin zu denken geben.

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