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Kettner Edelmetalle
10.02.2026
10:26 Uhr

Volkswagens mysteriöse Milliarden: Wie sich der Vorstand einen fürstlichen Bonus sicherte

Sechs Milliarden Euro. Aus dem Nichts. Was klingt wie ein schlechter Zaubertrick auf einem Kindergeburtstag, ist bittere Realität beim größten deutschen Automobilkonzern. Bei Volkswagen brodelt es gewaltig, denn ein überraschender Geldzufluss zum Jahresende 2025 wirft unbequeme Fragen auf – und beschert der Konzernspitze gleichzeitig einen millionenschweren Bonus, der eigentlich längst abgeschrieben war.

Von null auf sechs Milliarden – ein buchhalterisches Wunder

Die Fakten sind so dreist wie simpel: Noch im Oktober 2025 hatte VW-Finanzvorstand Arno Antlitz einen Netto-Cashflow von exakt null Euro prognostiziert. Hohe Investitionen, Restrukturierungskosten, Zollbelastungen von 7,5 Milliarden Euro – das Bild, das er zeichnete, war düster. Das operative Ergebnis war in den ersten neun Monaten um satte 58 Prozent eingebrochen, die Rendite lag bei mageren 2,3 Prozent. Doch dann geschah das Unerwartete: Zum Jahresende meldete der Konzern plötzlich einen Barmittelzufluss von sechs Milliarden Euro. Eine Diskrepanz, die selbst hartgesottene Investoren und Aufsichtsräte sprachlos zurückließ.

Der Bonus-Jackpot für die Chefetage

Und hier wird es richtig pikant. Denn bei einem Cashflow von null hätten die Vorstandsmitglieder auf erhebliche Teile ihres Jahresbonus verzichten müssen. Mit den nun wie aus dem Hut gezauberten sechs Milliarden wird jedoch die höchste Bonus-Stufe erreicht. Das Ergebnis: Bis zu 1,75 Millionen Euro zusätzlich – pro Kopf, wohlgemerkt. Für jeden einzelnen Vorstand. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Während tausende VW-Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze bangen und der Konzern milliardenschwere Sparprogramme durchpeitscht, füllen sich die Taschen der Konzernlenker auf wundersame Weise.

Die Tricks hinter den Milliarden

Wie gelang dieses buchhalterische Kunststück? Nach Informationen aus Konzernkreisen wurden mehrere Hebel gleichzeitig betätigt: Entwicklungsausgaben seien kurzerhand ins Jahr 2026 verschoben worden, Lagerbestände abgebaut und Rückstellungen aufgelöst. Alles legal, versteht sich. Doch legal und moralisch vertretbar sind bekanntlich zwei grundverschiedene Dinge. Denn verschobene Rechnungen verschwinden nicht – sie müssen irgendwann bezahlt werden. Die Last wird lediglich in die Zukunft verlagert, was das laufende Geschäftsjahr 2026 erheblich belasten dürfte.

Betriebsrat fordert Rechenschaft

Der Betriebsrat hat nun genug. „Wir teilen die Kritik an der bisherigen Informationspolitik des Konzerns", ließ ein Sprecher der Arbeitnehmervertretung verlauten. Noch in dieser Woche solle es ein Spitzengespräch mit dem Vorstand geben. Die Arbeitnehmerbank verlangt nicht nur Aufklärung über die Herkunft der Milliarden, sondern auch Transparenz über mögliche Auswirkungen auf künftige Dividendenzahlungen. Detaillierte Erläuterungen werden zur Jahrespressekonferenz am 10. März 2026 erwartet. Die VW-Presseabteilung? Schweigt seit Tagen beharrlich.

Symptom einer tiefgreifenden Krise

Dieser Vorfall ist mehr als nur ein Bilanzierungsskandal – er ist ein Symptom für den desolaten Zustand der deutschen Automobilindustrie insgesamt. Volkswagen, einst Stolz und Aushängeschild deutscher Ingenieurskunst, taumelt von einer Krise in die nächste. Die politisch erzwungene Elektro-Transformation, explodierende Energiekosten am Standort Deutschland und eine zunehmend aggressive chinesische Konkurrenz setzen dem Konzern massiv zu. Dass VW-Chef Oliver Blume gemeinsam mit Stellantis-Chef Antonio Filosa inzwischen offen eine industriepolitische Neuausrichtung in Europa fordert und nach staatlichen Subventionen für in Europa gefertigte Elektroautos ruft, spricht Bände über die Verzweiflung in den Vorstandsetagen.

Doch statt sich ehrlich zu machen und die strukturellen Probleme offensiv anzugehen, greift man offenbar lieber zu buchhalterischen Verschiebetricks – und sichert sich nebenbei den eigenen Bonus. Es ist genau diese Art von Selbstbedienungsmentalität an der Konzernspitze, die das Vertrauen der Belegschaft, der Aktionäre und der Öffentlichkeit nachhaltig zerstört. Deutschland braucht keine Manager, die sich die Taschen füllen, während ihre Unternehmen erodieren. Deutschland braucht Führungspersönlichkeiten, die Verantwortung übernehmen – auch dann, wenn es wehtut.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung – sei es in Aktien, Anleihen oder andere Wertpapiere – sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir übernehmen keinerlei Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden. Konsultieren Sie im Zweifel einen qualifizierten Finanzberater.

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