
Vertrauen im freien Fall: Glaubt noch jemand an Merz' Koalition?

Die schwarz-rote Bundesregierung verliert offenbar auch noch den letzten Rückhalt im Volk. Laut dem am Dienstag veröffentlichten RTL/ntv-Trendbarometer des Instituts Forsa rechnen 56 Prozent der Deutschen damit, dass die Koalition aus Union und SPD vor dem regulären Ende der Wahlperiode 2029 zerbricht. Nur noch 40 Prozent glauben, dass das Bündnis durchhält.
Von Aufbruch keine Spur mehr
Dabei hatte alles einmal anders ausgesehen. Medienberichten zufolge war die Stimmung im August 2025 noch genau umgekehrt: Damals glaubte eine Mehrheit an den Fortbestand der Koalition. Im Mai dieses Jahres hielten sich noch 43 Prozent für zuversichtlich, 53 Prozent erwarteten den Bruch. Seitdem bröckelt es weiter.
Interessant ist der Blick in die Lager. Die Anhänger von CDU/CSU, SPD und Grünen gehen mehrheitlich noch von einem Durchhalten aus. Bei den Wählern der Linken überwiegt dagegen die Skepsis, und bei der AfD erwarten laut ntv sogar 77 Prozent ein vorzeitiges Ende. Die nächste Bundestagswahl steht spätestens Ende März 2029 an.
Merz im Umfrage-Keller festgefroren
Für den Kanzler ist das Ergebnis ein weiteres Debakel. Nur elf Prozent der Bürger sind mit der Arbeit von Friedrich Merz (CDU) zufrieden. 87 Prozent sind es nicht. Das ist der schlechteste Wert, den Forsa für ihn je gemessen hat, und er verharrt dort bereits die zweite Woche in Folge.
Ist das noch Unzufriedenheit oder schon ein Misstrauensvotum? Wer vor der Wahl solide Finanzen versprochen und danach ein 500-Milliarden-Sondervermögen auf Pump durchgesetzt hat, darf sich über einen Vertrauensverlust kaum wundern. So sehen es jedenfalls viele Kritiker.
Die Sonntagsfrage: AfD weiter vorn
Paradox: Trotz der miserablen Kanzlerwerte gewinnt die Union in der Sonntagsfrage einen Punkt hinzu. Die AfD legt ebenfalls zu und bleibt klar stärkste Kraft. Die Zahlen im Überblick, in Klammern das Ergebnis der Bundestagswahl 2025:
- AfD: 27 Prozent (20,8)
- CDU/CSU: 20 Prozent (28,5)
- Grüne: 17 Prozent (11,6)
- SPD: 13 Prozent (16,4)
- Linke: 11 Prozent (8,8)
- FDP: 4 Prozent (4,3)
- Sonstige: 8 Prozent
Die Union liegt damit mehr als acht Punkte unter ihrem Wahlergebnis. Die SPD, die als Juniorpartner eigentlich mitregieren sollte, schrumpft weiter. Ein anderes Institut zeigt ein noch düstereres Bild: In der YouGov-Sonntagsfrage kommt die AfD auf 28 Prozent, die Union verharrt auf ihrem Rekordtief von 18 Prozent. Ein Viertel der Befragten zählt bei Forsa zu den Nichtwählern oder Unentschlossenen.
Die bitterste Zahl kommt zum Schluss
Am deutlichsten wird die Lage bei der Kompetenzfrage. Welche Partei kann Deutschlands Probleme lösen? Die AfD kommt hier auf 14 Prozent, die Union auf neun, SPD und Grüne auf je sechs, die Linke auf fünf Prozent.
Der eigentliche Sieger heißt aber: niemand. 57 Prozent glauben, dass keine Partei dazu in der Lage ist. Seit der Bundestagswahl 2025 war dieser Wert nie höher. Für eine Demokratie ist das ein Alarmsignal, und für die Regierenden in Berlin müsste es eigentlich ein Weckruf sein.
Befragt wurden für die Sonntagsfrage 2502 Menschen vom 13. bis 19. Oktober (Fehlertoleranz plus/minus 2,5 Prozentpunkte), für die Koalitionsfrage 1009 Menschen vom 16. bis 19. Oktober (plus/minus drei Prozentpunkte).
Was das für Bürger bedeutet
Eine Regierung, der kaum jemand mehr eine volle Amtszeit zutraut, bringt eines ganz sicher: Unsicherheit. Und die trifft am Ende Sparer, Familien und Mittelstand. Wer in solchen Phasen sein Vermögen absichern will, setzt nicht auf politische Versprechen. Physisches Gold und Silber haben über Regierungswechsel, Krisen und Schuldenorgien hinweg ihren Wert behauptet. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie einen sinnvollen Anker bilden.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger sollte eigenständig recherchieren und trifft seine Anlageentscheidungen in eigener Verantwortung.
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