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Kettner Edelmetalle
12.02.2026
06:54 Uhr

Verteidigungsdebatte bei Lanz: AfD-Politiker entlarvt das fehlende Bewusstsein einer ganzen Nation

Es war eine jener seltenen Sendungen, in denen die erwarteten Frontlinien nicht dort verliefen, wo das Publikum sie vermutet hätte. Bei „Markus Lanz" im ZDF trafen AfD-Verteidigungspolitiker Rüdiger Lucassen, FDP-Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Militärhistoriker Sönke Neitzel und ein Journalist aufeinander – und was als sicherheitspolitische Abrechnung mit der AfD geplant schien, entwickelte sich zu einer weit grundsätzlicheren Debatte über den Zustand des Westens.

Lucassen als ruhiger Stabilitätsanker

Der Oberst a.D. und verteidigungspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion betrat das Studio nicht als Provokateur, sondern als besonnener Verteidigungspolitiker. Nach den durchaus irritierenden Äußerungen von Parteichef Tino Chrupalla zur Russland- und Trump-Frage bei Caren Miosga bestand offenkundig Klärungsbedarf. Lucassen nutzte seinen Auftritt geschickt: keine offene Distanzierung von Parteifreunden, keine Fundamentalkritik an Donald Trump, stattdessen klare Bekenntnisse zur Bündnisfähigkeit. Man stehe „im Bündnis" zur Verteidigungsfähigkeit, Amerika sei ein Partner, der bleiben wolle. Für eine Partei, die bislang eher mit NATO-Skepsis Schlagzeilen machte, klang das fast revolutionär gemäßigt.

Pikant am Rande: Zur Münchner Sicherheitskonferenz sei Lucassen eingeladen worden, nicht aber Alice Weidel und Tino Chrupalla. Strack-Zimmermann streute das Gerücht, die AfD-Spitze versuche über ein „amerikanisches Ticket" Zugang zu erhalten – quasi als „Plus eins". Lucassen konnte das weder bestätigen noch dementieren. Ein bezeichnendes Detail, das viel über die internationale Wahrnehmung der Partei verrät.

Die heikle Frage der parlamentarischen Anfragen

Brenzlig wurde es bei einem Thema, das tief in die Sicherheitsarchitektur der Bundesrepublik reicht. Die sogenannten „Kleinen Anfragen" der AfD zur Militärlogistik standen im Fokus – auffällig detaillierte Nachfragen zu Brückenlasten und Infrastruktur. Für wen, so der kaum verhüllte Verdacht des Moderators, wolle eine Partei solche Informationen haben? Etwa für Moskau?

Lucassen verteidigte die Praxis als legitimes parlamentarisches Instrument. Es gehe um das „Gesamtbild der Landesverteidigung". Doch sein ehrlicher Satz „Garantieren kann ich gar nichts für die Kollegen" hallte im Studio nach wie ein unbeabsichtigtes Eingeständnis. Militärhistoriker Neitzel konterte nüchtern, ob man solche Informationen nicht auch vertraulich über die richtigen Kontakte erhalten könne – eine elegante Spitze, die das Konfliktpotenzial kurz aufblitzen ließ, bevor die Sendung es wieder umschiffte.

Der Kern des Problems: Ein Land, das sich selbst nicht mehr verteidigen will

Der vielleicht wichtigste Moment des Abends kam, als Lucassen den Finger in eine Wunde legte, die weit über Parteipolitik hinausreicht. Das Problem sei nicht die Bedrohungslage durch Russland – darüber rede die Bundesregierung schließlich selbst täglich. Das eigentliche Problem sei „das fehlende Bewusstsein" in der Bevölkerung, insbesondere bei jungen Menschen, dass dieses Land überhaupt verteidigungswert sei.

Und genau hier trifft der AfD-Politiker einen Nerv, den viele in der politischen Klasse lieber betäubt halten würden. Jahrzehntelang hat eine bestimmte politische Strömung in Deutschland alles dafür getan, den Patriotismus zu delegitimieren, das Nationale unter Generalverdacht zu stellen und die Bundeswehr systematisch kaputtzusparen. Wer Generationen von Schülern beibringt, dass die eigene Nation primär als historische Schuld zu begreifen sei, darf sich nicht wundern, wenn diese Generation keinen Grund mehr sieht, für ebendiese Nation einzustehen. Die Quittung liegt nun auf dem Tisch.

Lanz konterte emotional: Pressefreiheit, unabhängige Justiz, Meinungsvielfalt – sei das nicht Grund genug? Gewiss. Doch Lucassens Punkt war ein anderer, ein tieferer: Abstrakte Werte allein erzeugen keinen Wehrwillen. Es braucht eine emotionale Bindung an das eigene Land, eine Identifikation, die über Verfassungsparagraphen hinausgeht. Und genau diese Bindung wurde in Deutschland über Jahrzehnte systematisch erodiert.

Der transatlantische Grundsatzstreit als eigentliche Überraschung

Doch der Abend verschob sich – weg von der AfD, hin zu den Vereinigten Staaten. Strack-Zimmermann bezeichnete die USA unter Trump als auf dem Weg in eine Diktatur und verwies unter anderem auf die jüngsten Skandale rund um die Einwanderungsbehörde ICE. Ein anwesender Journalist widersprach deutlich: Eine Demokratie mit unabhängigen Gerichten und Massenprotesten sei keine Autokratie. Sein Kernargument war begriffspolitisch bestechend: Wer jede autoritäre Tendenz sofort „Diktatur" nenne, entwerte das Wort und mache es stumpf für die Fälle, in denen es wirklich zutrifft.

Es ist bezeichnend für den Zustand der deutschen Debattenkultur, dass ausgerechnet eine FDP-Politikerin – also eine Vertreterin jener Partei, die sich einst als Hüterin der Freiheit verstand – die schärfsten anti-amerikanischen Töne anschlug. Während Trump in den USA tatsächlich kontroverse Maßnahmen durchsetzt, bleibt die amerikanische Demokratie mit ihren Checks and Balances, ihren unabhängigen Gerichten und einer lebendigen Zivilgesellschaft funktionsfähig. Das reflexhafte Diktatur-Geschrei aus Europa wirkt da nicht nur überzogen, sondern geradezu anmaßend.

Europa muss erwachsen werden

Militärhistoriker Neitzel brachte schließlich den strategischen Ernst zurück ins Studio. „Europa sei am Scheideweg", konstatierte er und forderte, die NATO auch ohne die USA zu denken. „Politik beginne mit der Betrachtung der Wirklichkeit", philosophierte er – ein Satz, der wie eine Ohrfeige für all jene klang, die sich jahrzehntelang bequem hinter dem amerikanischen Schutzschild eingerichtet haben.

Und genau hier liegt die bittere Wahrheit, die an diesem Abend nur angedeutet, aber nicht ausgesprochen wurde: Deutschland hat seine Verteidigungsfähigkeit sträflich vernachlässigt. Nicht erst seit gestern, sondern seit dem Ende des Kalten Krieges. Die Bundeswehr wurde kaputtgespart, die Rüstungsindustrie ausgehungert, der Wehrdienst abgeschafft. Und nun, da die geopolitische Realität mit voller Wucht zurückkehrt – Russlands Krieg in der Ukraine, Trumps America-First-Politik, Chinas Aufstieg –, steht Europa in Unterhosen da.

Das von der neuen Bundesregierung unter Friedrich Merz aufgelegte 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur mag ein Anfang sein. Doch Geld allein schafft weder Wehrwillen noch strategisches Denken. Was Deutschland braucht, ist ein fundamentaler Mentalitätswandel – weg von der pazifistischen Selbstgefälligkeit, hin zu einem nüchternen Realismus, der versteht, dass Freiheit nicht kostenlos ist und Sicherheit nicht vom Himmel fällt.

Die Sendung endete, wie sie begonnen hatte: mit mehr Fragen als Antworten. Doch der eigentliche Erkenntnisgewinn lag nicht im erwarteten „Köpfen" des AfD-Politikers, sondern in der stillen Neuvermessung des Westens. Wie spricht man über Amerika, ohne ins Anti-Amerikanische zu kippen? Wie benennt man autoritäre Tendenzen, ohne Begriffe zu entwerten? Und wie realistisch muss Europa werden, wenn die alte Schutzmacht keine Selbstverständlichkeit mehr ist? Fragen, die weit über eine Talkshow hinausreichen – und die Deutschland dringend beantworten muss, bevor es zu spät ist.

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