
Verdi weicht dem Raumschiff: Deutsche Oper Berlin inszeniert „afrofuturistisches Musiktheater“ – bezahlt vom Steuerzahler
Es gibt Nachrichten, bei denen man kurz innehält und prüft, ob nicht doch ein Satiremagazin die Feder geführt hat. Die Deutsche Oper Berlin, jenes traditionsreiche Haus, das einst mit Wagner, Verdi und Strauss Weltruf erlangte, kündigt für den September ein Werk an, das sich selbst als „afrofuturistisches Musiktheater“ bezeichnet. Titel: „Sunville“. Der Plot: Überlebende des Meeres, Geflüchtete, Exilierte stranden auf einer Insel und errichten dort – so die hauseigene Ankündigung – aus dem Nichts eine neue Gesellschaft.
Eine Utopie auf Kosten der Beitrags- und Steuerzahler
Man muß sich das vor Augen halten: Während in Berlin Schuldächer undicht sind, Brücken bröckeln und die Bürger über eine Rekordbelastung durch Steuern und Abgaben klagen, finanziert die Öffentlichkeit ein Bühnenprojekt, dessen zentrale Botschaft der „Widerstand durch Imagination“ sein soll. Widerstand gegen wen? Gegen was? Die Antwort liefert die Ankündigung gleich mit: gegen den, wie es heißt, omnipräsenten Rassismus. Ein Land, das jährlich Milliarden für Integration, Antidiskriminierungsstellen und Diversitätsbeauftragte ausgibt, wird auf der Opernbühne kurzerhand zum Hort des allgegenwärtigen Rassismus erklärt. Der Beifall aus dem eigenen Milieu ist garantiert.
Sun Ra trifft Stockhausen – und niemand fragt nach dem Publikum
Im Zentrum stehen zwei Figuren: der schwarze US-Jazzmusiker Sun Ra, den das Haus als Vordenker des Afrofuturismus feiert, und der deutsche Avantgardist Karlheinz Stockhausen. Beide, so heißt es, seien von interplanetarischen Vibrationen fasziniert gewesen und entwürfen nun gemeinsam eine neue Ordnung. Daß derselbe Stockhausen nach dem 11. September 2001 mit einer Äußerung über die Anschläge für einen Skandal sorgte, die weit über die Grenzen der Musikwelt hinaus Entsetzen auslöste, findet in der Werbeprosa naturgemäß keine Erwähnung. Passt nicht ins Narrativ.
Ergänzt wird das Ganze durch einen kongolesischen Autor, der das Publikum in eine Zone führen soll, in der afrikanische Kosmologien, Black Science-Fiction und Satire kollidieren. Musikalisch verspricht man eine Mischung aus Jazz, zeitgenössischer Komposition und „Griyo-Tradition“ – ein Begriff, der je nach Lesart entweder auf die westafrikanische Erzähltradition der Griots verweist oder auf ein haitianisches Fleischgericht. Man merkt: Präzision war nicht das oberste Gebot der Dramaturgie.
Wer eine Kulturnation retten will, sollte zuerst ihre Kultur beherrschen – und nicht ihre Bühnen in Seminarräume für Weltverbesserung verwandeln.
Der schleichende Umbau eines Kulturbetriebs
Es geht hier nicht um die Frage, ob afrikanische Erzähltraditionen oder Jazz auf eine Bühne dürfen. Selbstverständlich dürfen sie. Es geht um etwas anderes: um die systematische Umdeutung öffentlich finanzierter Häuser in Kanzeln politischer Erziehung. Die Oper war einmal ein Ort, an dem Menschen aus allen Schichten der großen Kunst begegneten. Heute wird ihr Auftrag zunehmend darin gesehen, Haltung zu produzieren – bevorzugt jene Haltung, die im Feuilleton der Hauptstadt gerade Konsens ist. Wer sich fragt, warum immer weniger junge Menschen den Weg ins Opernhaus finden, sollte nicht nur über Ticketpreise nachdenken, sondern auch über Spielpläne, die eher an Förderantragslyrik erinnern als an Musiktheater.
Und ja, es darf gesagt werden: Ein erheblicher Teil der Bevölkerung hat diese Entwicklung längst durchschaut. Man spürt es an den Wahlergebnissen, man spürt es an den leeren Sitzreihen, man spürt es an der wachsenden Wut über eine politische Klasse, die ihre kulturellen Prioritäten offenbar in einer anderen Galaxie sortiert. Während die Bühne ein Utopia „aus dem Nichts“ errichtet, entsteht im realen Deutschland gerade das Gegenteil: aus etwas – nämlich einer einst blühenden Industrienation – wird zusehends nichts.
Wenn Geld für Luftschlösser verbrannt wird
Am Ende bleibt eine unbequeme Erkenntnis. Der Staat, der 500 Milliarden Euro an neuen Schulden für Infrastruktur aufruft und gleichzeitig Klimaneutralität ins Grundgesetz schreibt, hat offenbar auch noch Mittel für interplanetarische Vibrationen übrig. Die Rechnung zahlen jene, die morgens früh aufstehen – und deren Ersparnisse durch die Inflation Jahr für Jahr stiller entwertet werden als jede Bühnenmusik. Wer sein Vermögen unabhängig von politischen Moden und staatlicher Ausgabenlust bewahren möchte, tut gut daran, einen Teil seines Portfolios in physische Edelmetalle zu legen. Gold und Silber verlangen keine Fördergelder, keine Dramaturgie und keine Haltungsnote. Sie sind einfach da – seit Jahrtausenden.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Die enthaltenen Einschätzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen. Jeder Leser ist verpflichtet, eigene Recherchen anzustellen und trägt für seine wirtschaftlichen Entscheidungen die volle Verantwortung selbst. Bei individuellen Fragen wenden Sie sich bitte an einen qualifizierten Steuer- oder Rechtsberater.












