
Varoufakis rechnet mit der EU ab: „Vom Friedensprojekt zur Kriegsunion"
Es sind Worte, die in Brüssel für Unbehagen sorgen dürften – und die doch nur aussprechen, was viele europäische Bürger längst denken. Der ehemalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis, einst glühender Verfechter des britischen EU-Verbleibs, hat sich in einem bemerkenswerten Interview unmissverständlich gegen eine Rückkehr Großbritanniens in die Europäische Union ausgesprochen. Mehr noch: Er warnt vor dem möglichen Zerfall der Gemeinschaftswährung.
Der Mann, der einst für „Remain" kämpfte, sagt heute: Bleibt draußen
Die Kehrtwende ist beachtlich. Als 2016 die Briten über ihren Verbleib in der EU abstimmten, gehörte Varoufakis zu den prominentesten Stimmen der Remain-Kampagne. Doch was er seither beobachtet habe, lasse ihm keine andere Wahl, als seine Position grundlegend zu revidieren. In einem Podcast des britischen Portals UnHerd erklärte der streitbare Ökonom, damals habe noch eine – wenn auch geringe – Hoffnung bestanden, dass sich die EU demokratisieren und zu einer „Kraft des Guten" entwickeln könne. Stattdessen sei genau das Gegenteil eingetreten.
Man muss Varoufakis nicht in allen Punkten zustimmen – der Mann ist schließlich ein erklärter Linker –, um anzuerkennen, dass seine Diagnose einen wahren Kern trifft. Die EU hat sich in den vergangenen Jahren tatsächlich in eine Richtung entwickelt, die mit den ursprünglichen Gründungsidealen nur noch wenig gemein hat. Weniger Demokratie, mehr Bürokratie, mehr Zentralismus – das ist die Bilanz, die nicht nur Varoufakis zieht, sondern die auch konservative Beobachter seit Jahren anmahnen.
Der Green Deal als „Hirngespinst" – eine Abrechnung mit von der Leyen
Besonders scharf fällt die Kritik des Griechen am sogenannten Green Deal aus. Varoufakis bezeichnete das milliardenschwere Klimaprogramm der EU-Kommission unverblümt als „ein Hirngespinst aus Ursulas von der Leyens Fantasie". Eine Formulierung, die man in ihrer Direktheit selten von prominenten Politikern hört – und die dennoch das ausspricht, was zahlreiche Wirtschaftsexperten und Industrievertreter hinter vorgehaltener Hand längst bestätigen. Der Green Deal, so die wachsende Kritik, sei ein bürokratisches Monstrum, das Europas Wettbewerbsfähigkeit systematisch untergrabe, ohne messbare Ergebnisse beim Klimaschutz zu liefern.
Gerade für Deutschland, dessen industrielle Basis unter den immer strengeren Regulierungen ächzt, sollte diese Einschätzung aufhorchen lassen. Während die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz die Klimaneutralität bis 2045 sogar im Grundgesetz verankert hat und ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen auflegt, stellt sich die Frage: Wer bezahlt am Ende die Rechnung für diese ideologiegetriebene Politik? Die Antwort ist so einfach wie bitter – der deutsche Steuerzahler, und zwar über Generationen hinweg.
„Was als Friedensprojekt begann, ist zu einer Kriegsunion geworden"
Varoufakis' schärfste Anklage betrifft jedoch die geopolitische Ausrichtung der EU. Seine Formulierung, die Union habe sich „vom Friedensprojekt zur Kriegsunion" gewandelt, mag zugespitzt sein – doch sie trifft einen Nerv. Die europäische Außenpolitik der vergangenen Jahre, geprägt von einer zunehmenden Militarisierung und einer bisweilen erschreckenden Bereitschaft zur Eskalation, hat mit dem Gründungsgedanken der europäischen Einigung tatsächlich nur noch wenig zu tun. Wer sich an die Sonntagsreden europäischer Politiker erinnert, in denen stets von Frieden, Verständigung und Diplomatie die Rede war, reibt sich angesichts der heutigen Realität verwundert die Augen.
Großbritanniens Labour-Partei im freien Fall
Interessant ist auch Varoufakis' Seitenhieb auf die britische Labour-Partei unter Premierminister Keir Starmer. Diese unterstütze eine mögliche EU-Wiederannäherung lediglich aus opportunistischen Motiven, um bei den 55 bis 58 Prozent der Briten zu punkten, die laut Umfragen eine Rückkehr befürworten würden. Doch die Rechnung geht offenbar nicht auf: Labour dümpelt in den Umfragen bei kläglichen 19 Prozent. Angeführt wird das Feld stattdessen von Nigel Farages rechtskonservativer Reform-Partei mit 28 Prozent – ein Trend, der sich quer durch Europa beobachten lässt und der zeigt, dass die Bürger die Nase voll haben von einer Politik, die an ihren Bedürfnissen vorbeiregiert.
Droht der Zerfall des Euro?
Die vielleicht brisanteste These des ehemaligen Finanzministers betrifft die Zukunft der Gemeinschaftswährung selbst. Varoufakis sieht die EU an einer existenziellen Weggabelung: Entweder die Union entwickle sich zu einer echten politischen und fiskalischen Föderation mit gemeinsamer Wirtschafts-, Haushalts- und Investitionspolitik – oder die strukturellen Ungleichgewichte innerhalb der Eurozone würden den Zusammenhalt unweigerlich zerstören. Ohne tiefgreifende Reformen drohe langfristig sogar der Zerfall des Euro.
Für Anleger und Sparer ist diese Warnung alles andere als abstrakt. Sollte die Eurozone tatsächlich in eine existenzielle Krise geraten – und die Anzeichen dafür mehren sich –, wären die Folgen für das Vermögen der Bürger verheerend. Währungskrisen, Inflation, Kapitalverkehrskontrollen: All das sind keine dystopischen Fantasien, sondern historisch belegte Szenarien, die Griechenland selbst während der Eurokrise am eigenen Leib erfahren musste.
In Zeiten, in denen die Stabilität des europäischen Währungssystems zunehmend in Frage steht, erweisen sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber einmal mehr als verlässlicher Anker der Vermögenssicherung. Sie sind an keine Zentralbank gebunden, unterliegen keinem Gegenparteirisiko und haben über Jahrtausende hinweg ihren Wert bewahrt – ganz gleich, welche Währungen kamen und gingen. Wer sein Portfolio klug diversifizieren möchte, sollte diese zeitlose Anlageklasse als festen Bestandteil in Betracht ziehen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf Basis eigener, sorgfältiger Recherche getroffen werden. Für individuelle Anlageentscheidungen ist jeder Leser selbst verantwortlich. Wir übernehmen keinerlei Haftung für etwaige finanzielle Verluste, die aus der Umsetzung der hier dargestellten Informationen resultieren könnten.
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