
US-Inflation springt auf 4,2 Prozent: Trumps Zollhammer und der Iran-Krieg treiben die Preise – ein Menetekel auch für Deutschland

Es ist ein Wert, der die Märkte aufschrecken lässt: Die Teuerung in den Vereinigten Staaten hat sich im Mai dramatisch beschleunigt und ist auf 4,2 Prozent geklettert. Höher war die Inflationsrate jenseits des Atlantiks zuletzt im April 2023. Was sich hier anbahnt, ist nicht weniger als die Rückkehr eines Gespenstes, das die Notenbanker längst besiegt glaubten – und das nun mit voller Wucht zurückkehrt.
Energiepreise als Brandbeschleuniger
Die Statistikbehörde benennt den Hauptschuldigen unmissverständlich: Mehr als 60 Prozent des gesamten Preisanstiegs gehen demnach auf das Konto der explodierenden Energiekosten. Heizöl verteuerte sich gegenüber dem Vorjahr um sage und schreibe 58,9 Prozent, Benzin schlug mit einem Plus von 40,5 Prozent zu Buche. Wer hier noch von einer „vorübergehenden" Teuerung spricht, der hat aus den vergangenen Jahren offenbar nichts gelernt.
Der Grund für die galoppierenden Energiepreise liegt auf der Hand: Der eskalierende Krieg im Nahen Osten, bei dem Israel iranische Atomanlagen ins Visier nahm und Teheran mit Raketenangriffen zurückschlug, hat die Ölmärkte in Aufruhr versetzt. Die Kerninflationsrate, die diese volatilen Energie- und Lebensmittelpreise ausklammert, kletterte derweil von 2,8 auf 2,9 Prozent – ein deutliches Indiz dafür, dass sich die hohen Ölpreise wie ein schleichendes Gift durch die gesamte Wirtschaft fressen.
Hausgemachte Probleme: Trumps Zollkrieg
Doch es wäre zu einfach, allein den Iran-Konflikt verantwortlich zu machen. Auch Präsident Donald Trumps aggressive Zollpolitik fordert ihren Tribut. Mit Strafzöllen von 20 Prozent auf EU-Importe, 34 Prozent auf chinesische Waren und 25 Prozent auf Lieferungen aus Mexiko und Kanada hat Washington eine Lawine losgetreten, die am Ende vor allem der amerikanische Verbraucher bezahlen muss. Zölle sind eben nichts anderes als eine Steuer – und die landet zuverlässig in den Geldbeuteln der Bürger.
Wer glaubt, man könne durch Handelsbarrieren Wohlstand erzwingen, der irrt gewaltig. Am Ende zahlt immer der kleine Mann die Zeche.
Druck auf den neuen Fed-Chef
Spannung verspricht die kommende Woche: Erstmals unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh, der am 22. Mai von Trump vereidigt worden sei, entscheidet die US-Notenbank über ihren Leitzins. Warsh stehe damit gleich zu Beginn seiner Amtszeit vor einer Zerreißprobe. Senke er die Zinsen, riskiere er eine weitere Befeuerung der Inflation. Halte er hingegen an einem restriktiven Kurs fest, drohe der Konflikt mit einem Präsidenten, der bekanntlich nichts mehr verabscheut als hohe Zinsen.
Was bedeutet das für den deutschen Sparer?
Die Entwicklung in den USA ist ein Warnsignal, das man auch hierzulande ernst nehmen sollte. Denn was in Washington geschieht, schwappt erfahrungsgemäß früher oder später nach Europa herüber. Und während die neue Große Koalition unter Friedrich Merz mit einem 500-Milliarden-Euro-Schuldenpaket die nächste Inflationswelle quasi vorprogrammiert, sollte sich jeder verantwortungsbewusste Bürger fragen, wie er sein hart erarbeitetes Vermögen schützen kann.
Papiergeld verliert in solchen Zeiten unaufhaltsam an Wert. Gold und Silber hingegen haben über Jahrtausende bewiesen, dass sie ihre Kaufkraft bewahren – gerade dann, wenn Notenbanken und Regierungen die Geldschleusen öffnen. Physische Edelmetalle gehören daher als krisenfester Anker in jedes breit gestreute Portfolio, als stille Versicherung gegen die finanzpolitischen Abenteuer unserer Zeit.
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