
Ukrainische Seedrohnen demütigen NATO-Flotte bei Großübung vor Portugal
Was sich vor der portugiesischen Küste abspielte, dürfte so manchem NATO-Strategen den Schlaf geraubt haben. Bei einer vierwöchigen Marineübung namens „REPMUS/Dynamic Messenger 2025" gelang es einem multinationalen Team unter ukrainischer Führung, die vermeintlich überlegenen Seestreitkräfte der westlichen Allianz in sämtlichen fünf Testszenarien zu besiegen. Nicht in einem, nicht in zweien – in allen fünf Durchgängen. Eine alliierte Fregatte wurde dabei so oft „getroffen", dass sie unter realen Bedingungen auf den Meeresgrund gesunken wäre.
Kleine Drohnen gegen große Schiffe – und die Drohnen gewinnen
Der Schlüssel zum ukrainischen Triumph waren Seedrohnen vom Typ Magura V7 – kleine, unbemannte Schnellboote, die entweder als Sprengboote fungieren oder mit Bordwaffen wie Maschinengewehren angreifen können. Verschiedene Varianten kamen zum Einsatz: Einige trugen Aufklärungstechnik und Sprengladungen, andere konventionelle Bewaffnung. Es wurde selbstverständlich kein echtes Feuer eröffnet. Als „Treffer" galt, wenn eine Einheit den Gegner zuerst ins Visier nahm und dies per Video dokumentierte.
Besonders brisant: Die Übung simulierte unter anderem den Schutz von Häfen und Geleitzügen – also genau jene Szenarien, die im Ernstfall über die Versorgungsfähigkeit Europas entscheiden würden. Dass ausgerechnet hier die NATO-Kräfte versagten, wirft unbequeme Fragen auf.
Ein „historischer Meilenstein" – oder ein Armutszeugnis?
Ein NATO-Sprecher bezeichnete die erstmalige Führungsrolle der ukrainischen Marine bei einem Bündnismanöver als „historischen Meilenstein". Die ukrainische Führung habe der Übung mehr Gefechtsrealismus verliehen und Innovationen bei Taktik und Technologie vorangetrieben. Man könnte es auch weniger diplomatisch formulieren: Eine Nation, die seit Jahren einen brutalen Abnutzungskrieg führt, hat den wohlstandsverwöhnten westlichen Streitkräften vorgeführt, wie moderner Seekrieg tatsächlich aussieht.
Und es war nicht das erste Mal. Bereits im vergangenen Herbst gelang es bei einer Übung in Estland einer kleinen Gruppe ukrainischer Drohnenspezialisten, zwei komplette NATO-Bataillone mit einfachsten Mitteln kampfunfähig zu machen. Beobachter in Brüssel sollen anschließend „schockiert" gewesen sein, wie schlecht westliche Truppen auf einen Drohnenkrieg vorbereitet seien.
Deutschlands Verteidigungsfähigkeit: Ein Trauerspiel
Diese Ergebnisse sollten gerade in Deutschland alle Alarmglocken schrillen lassen. Jahrzehntelang wurde die Bundeswehr kaputtgespart, während man sich in Berlin lieber mit Gender-Richtlinien für Kasernen und Diversity-Beauftragten beschäftigte als mit einsatzfähiger Ausrüstung. Das von der neuen Großen Koalition unter Friedrich Merz beschlossene 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur klingt zwar gewaltig – doch wie viel davon tatsächlich in die Verteidigungsfähigkeit fließen wird und wie viel in ideologische Prestigeprojekte, bleibt abzuwarten.
Die Ukraine hat aus der bitteren Not des Krieges eine Tugend gemacht. Während westliche Armeen noch über Beschaffungsrichtlinien debattieren, entwickeln ukrainische Ingenieure in Hinterhofwerkstätten Waffen, die Milliarden-Fregatten versenken können. Das ist kein Grund zur Schadenfreude, sondern ein Weckruf. Denn wenn eine Handvoll unbemannter Boote eine NATO-Fregatte „versenken" kann, dann ist die Frage nicht ob, sondern wann ein potenzieller Gegner diese Schwachstelle ausnutzen wird.
Die asymmetrische Zukunft des Seekriegs
Was diese Übung offenbart, ist nichts weniger als ein Paradigmenwechsel in der maritimen Kriegsführung. Die Zeiten, in denen teure Großkampfschiffe allein durch ihre schiere Präsenz Abschreckung garantierten, scheinen vorbei. Günstige, massenhaft produzierbare Drohnen – ob in der Luft oder auf dem Wasser – verändern die Gleichung fundamental. Eine einzelne Magura-V7-Drohne kostet einen Bruchteil dessen, was eine moderne Fregatte verschlingt. Und doch kann sie diese versenken.
Die NATO täte gut daran, diese Lektion nicht nur zur Kenntnis zu nehmen, sondern radikal umzudenken. Ob der schwerfällige Bürokratieapparat des Bündnisses dazu in der Lage ist, darf allerdings bezweifelt werden. Die Ukrainer jedenfalls haben bewiesen, dass Innovation nicht aus Milliarden-Budgets entsteht, sondern aus der Notwendigkeit zu überleben. Eine Erkenntnis, die man in den klimatisierten Hauptquartieren von Brüssel und Berlin offenbar erst noch verinnerlichen muss.
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