
Trumps Zollwaffenstillstand mit China: Ein fragiler Frieden auf tönernen Füßen
Die Verlängerung des Zollwaffenstillstands zwischen den USA und China um weitere 90 Tage mag auf den ersten Blick wie ein diplomatischer Erfolg erscheinen. Doch wer genauer hinsieht, erkennt schnell: Dies ist bestenfalls ein Pflaster auf einer klaffenden Wunde, die Trump selbst gerissen hat. Der selbsternannte "Deal-Maker" im Weißen Haus jongliert weiterhin mit der wirtschaftlichen Zukunft beider Nationen – und die Aussichten sind alles andere als rosig.
Stückwerk statt Strategie
Analysten sprechen von möglichen "stückweisen Vereinbarungen" in Bereichen wie Exportkontrollen und Warenkäufen. Lynn Song, Chefökonom für Greater China bei der niederländischen Bank ING, bringt es auf den Punkt: "Es liegt im Interesse keiner der beiden Parteien, eine erneute Eskalation der Zölle zu sehen." Doch im gleichen Atemzug warnt er: "Gleichzeitig ist es schwer vorstellbar, dass ein großer Deal alle Probleme auf einmal lösen könnte."
Diese Einschätzung offenbart die ganze Misere der Trump'schen Handelspolitik. Statt nachhaltiger Lösungen gibt es nur temporäre Waffenstillstände. Statt echter Diplomatie herrscht wirtschaftlicher Druck. Und während die Weltwirtschaft unter dieser Unsicherheit leidet, feiert sich Trump für jeden kleinen Aufschub als großer Sieger.
Sojaträume und Realitätsverweigerung
Besonders grotesk mutet Trumps Forderung an, China solle seine Bestellungen amerikanischer Sojabohnen vervierfachen. Als ob internationale Handelsbeziehungen wie ein Basar funktionieren würden, bei dem man einfach die Preise hochschraubt und auf willfährige Käufer hofft. Diese Art der Verhandlungsführung mag in Trumps Immobiliengeschäften funktioniert haben – auf der Weltbühne wirkt sie jedoch wie ein Relikt aus vergangenen Zeiten.
"Es ist in keiner Partei Interesse, eine erneute Eskalation der Zölle zu sehen. Aber gleichzeitig ist es auch schwer vorstellbar, dass ein großer Deal alle Probleme auf einmal lösen könnte." - Lynn Song, ING
Ein Treffen ohne Substanz?
Trump kündigte vollmundig an, er und Präsident Xi Jinping könnten sich "vor Ende des Jahres" treffen – natürlich nur, wenn beide Seiten zu einem Handelsabkommen gelangen könnten. Doch was soll bei einem solchen Treffen herauskommen? Die Analysten sind skeptisch, und das zu Recht. China wird sich nicht in eine einseitige Vereinbarung drängen lassen, die nur amerikanischen Interessen dient.
Die chinesische Führung hat in den vergangenen Jahren bewiesen, dass sie langfristig denkt und plant. Während Trump von Quartal zu Quartal und von Tweet zu Tweet agiert, verfolgt Peking eine Strategie, die auf Jahrzehnte ausgelegt ist. Diese unterschiedlichen Zeithorizonte machen substantielle Fortschritte nahezu unmöglich.
Die wahren Verlierer
Während die politischen Eliten ihre Machtspiele spielen, sind es die Unternehmen und Verbraucher auf beiden Seiten des Pazifiks, die die Zeche zahlen. Die anhaltende Unsicherheit lähmt Investitionen, verteuert Produkte und untergräbt das Vertrauen in die Stabilität der Weltwirtschaft. Und genau hier zeigt sich die Weitsicht einer Investition in physische Edelmetalle: Während Handelskriege toben und Währungen schwanken, behält Gold seinen Wert – unabhängig davon, welcher Politiker gerade am Ruder ist.
Die Aussicht auf weitere 90-Tage-Verlängerungen und "Anpassungen", wie Song es formuliert, verspricht keine Besserung. Es ist ein endloser Kreislauf der Unsicherheit, der nur eines garantiert: Die Notwendigkeit, sein Vermögen gegen solche politischen Unwägbarkeiten abzusichern. In Zeiten, in denen Handelspolitik zur Waffe wird und wirtschaftliche Vernunft der politischen Inszenierung weicht, erweisen sich traditionelle Wertanlagen wie Gold und Silber einmal mehr als verlässlicher Anker in stürmischen Zeiten.