
Trumps Zollpoker mit Japan: Wenn 550 Milliarden Dollar nicht reichen
Die Handelsbeziehungen zwischen den USA und Japan stehen erneut auf der Kippe. Japans oberster Handelsunterhändler Ryosei Akazawa sagte in letzter Minute seinen für Donnerstag geplanten Washington-Besuch ab – ein diplomatischer Affront, der die ohnehin angespannten Verhandlungen über ein 550-Milliarden-Dollar-Investitionspaket weiter verzögert. Was als großer Deal angepriesen wurde, entpuppt sich zunehmend als Farce auf Kosten der japanischen Wirtschaft.
Der Deal, der keiner ist
Im Juli einigten sich Washington und Tokio auf eine Reduzierung der Strafzölle auf japanische Importe von den drakonischen 20% auf "nur noch" 15%. Der Preis dafür? Ein gigantisches Investitionspaket in Höhe von 550 Milliarden Dollar, das Japan in die USA pumpen soll. Doch die Details dieses Abkommens bleiben nebulös – und genau hier liegt der Hund begraben.
Japans Regierungssprecher Yoshimasa Hayashi erklärte lapidar: "Es wurde festgestellt, dass es Punkte gibt, die auf administrativer Ebene mit der amerikanischen Seite diskutiert werden müssen." Eine diplomatische Umschreibung für: Die Amerikaner pokern weiter hoch, während Japans Wirtschaft unter den Zöllen ächzt.
Trumps Versprechen – Japans Albtraum
Besonders pikant ist Trumps Interpretation des Deals. Der US-Präsident prahlt damit, dass es sich um "unser Geld zum Investieren" handle und die USA satte 90% der Gewinne einstreichen würden. Eine Aussage, die in Tokio für Kopfschütteln sorgt. Japanische Beamte betonen verzweifelt, dass die Investitionen nur getätigt würden, wenn sie auch Japan zugutekämen. Ein frommer Wunsch angesichts der Verhandlungstaktik des ehemaligen Immobilienmoguls.
Die Realität spricht eine andere Sprache: Japans Exporte verzeichneten im Juli den stärksten monatlichen Rückgang seit vier Jahren. Die Wachstumsprognose für das laufende Jahr musste von 1,2% auf magere 0,7% nach unten korrigiert werden. Die Zölle würgen Japans exportorientierte Wirtschaft ab – und Trump nutzt diese Schwäche gnadenlos aus.
Das Spiel mit den Zöllen
Besonders perfide ist das Vorgehen bei den Autozöllen. Während US-Beamte versprechen, die Zölle auf japanische Autos von astronomischen 27,5% auf 15% zu senken, bleibt unklar, wann dies geschehen soll. Gleichzeitig kämpft Japan darum, dass die neuen 15%-Zölle nicht zusätzlich auf bereits bestehende höhere Zölle aufgeschlagen werden – ein bürokratischer Albtraum, der zeigt, wie chaotisch die Trump-Administration ihre Handelspolitik betreibt.
US-Handelsminister Howard Lutnick hatte vollmundig eine Ankündigung für diese Woche versprochen. Doch statt Klarheit herrscht weiterhin Verwirrung. Die japanische Seite fordert verzweifelt eine Änderung der präsidialen Verfügung vom 31. Juli, um Doppelbesteuerungen zu vermeiden. Ein Armutszeugnis für eine Supermacht, die nicht einmal ihre eigenen Handelsverordnungen im Griff hat.
Ein Lehrstück in Machtpolitik
Was hier abläuft, ist ein Paradebeispiel dafür, wie Trump seine "America First"-Politik durchsetzt. Japan, einst stolzer Wirtschaftspartner auf Augenhöhe, wird zum Bittsteller degradiert. Die 550 Milliarden Dollar sind kein Investment, sondern Schutzgeld – gezahlt an einen Präsidenten, der internationale Handelsbeziehungen wie Immobiliendeals behandelt.
Während deutsche Unternehmen unter ähnlichen Zolldrohungen leiden und unsere eigene Regierung sich in ideologischen Grabenkämpfen verliert, zeigt das japanische Beispiel, wohin die Reise geht. Die neue Weltordnung unter Trump kennt keine Partner, nur noch Zahler. Und während Politiker in Berlin über Klimaneutralität debattieren, zerstört Trump mit einem Federstrich jahrzehntelang gewachsene Handelsbeziehungen.
Die Absage Akazawas ist mehr als nur ein verschobener Termin. Sie ist ein Zeichen dafür, dass selbst treue Verbündete wie Japan an ihre Grenzen stoßen. Die Frage ist nur: Wie lange lässt sich Tokio noch erpressen? Und was bedeutet das für Deutschland, wenn selbst Japan kapituliert?
Ein Blick auf sichere Häfen
In Zeiten, in denen internationale Handelsbeziehungen zur Farce verkommen und Währungen unter politischem Druck leiden, gewinnen physische Werte an Bedeutung. Gold und Silber mögen keine Rendite versprechen, aber sie sind immun gegen die Launen eines einzelnen Mannes im Weißen Haus. Während Aktien und Anleihen von Zollkriegen erschüttert werden, bleibt Edelmetall, was es immer war: ein Anker der Stabilität in stürmischen Zeiten.

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