
Trumps Venezuela-Coup: US-Präsident erklärt sich selbst zum Staatsoberhaupt des südamerikanischen Landes

Was wie ein schlechter Scherz anmutet, ist bittere Realität geworden: US-Präsident Donald Trump hat auf seinem Onlinedienst Truth Social eine Grafik veröffentlicht, die ihn im Stil eines Wikipedia-Eintrags als „amtierenden Präsidenten von Venezuela" ausweist. Ein Akt der Selbstinszenierung, der die internationale Gemeinschaft in Aufruhr versetzt – und fundamentale Fragen über die Zukunft der Weltordnung aufwirft.
Die Festnahme Maduros: Ein beispielloser Akt
Dem provokanten Social-Media-Auftritt ging ein Ereignis voraus, das seinesgleichen sucht: Die Festnahme und Absetzung des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro durch US-Kräfte. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Cilia Flores wurde der langjährige Machthaber nach New York verbracht, wo er sich vor einem Bundesgericht wegen Drogenhandelsvorwürfen verantworten soll. Maduro selbst sprach von einer „Entführung" – eine Einschätzung, die von gewichtigen internationalen Akteuren geteilt wird.
China, Russland, Kolumbien und selbst das NATO-Mitglied Spanien verurteilten das Vorgehen der Vereinigten Staaten als eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht. Die Operation markiert den vorläufigen Höhepunkt monatelanger Sanktionen, diplomatischen Drucks und militärischer Aktivitäten gegen das ölreiche südamerikanische Land.
Amerikas Griff nach dem venezolanischen Öl
Nur wenige Stunden nach der spektakulären Aktion verkündete Trump, die USA würden Venezuela „vorübergehend führen". Als Begründung führte er Sicherheitsbedenken und die Notwendigkeit eines „kontrollierten Übergangs" an. Doch die wahren Motive dürften weniger altruistischer Natur sein: Trump erklärte unverblümt, die Vereinigten Staaten würden während dieser Übergangsphase das venezolanische Öl kontrollieren und auf den Weltmärkten verkaufen.
Hier offenbart sich das eigentliche Kalkül hinter dem geopolitischen Schachzug. Venezuela verfügt über die größten nachgewiesenen Ölreserven der Welt – ein Schatz, der unter Maduros sozialistischer Misswirtschaft weitgehend ungenutzt blieb. Dass Trump nun die Hand danach ausstreckt, überrascht kaum. Die Frage ist nur: Zu welchem Preis?
Die tatsächliche Machtlage in Caracas
Während Trump sich auf Social Media als Präsident Venezuelas inszeniert, sieht die Realität vor Ort anders aus. Das venezolanische Oberste Gericht und das Parlament haben die bisherige Vizepräsidentin Delcy Rodríguez zur amtierenden Präsidentin ernannt und vereidigt. Sie führt derzeit die Amtsgeschäfte – zumindest soweit dies unter den gegebenen Umständen möglich ist.
Freilich war auch Maduros Präsidentschaft von Anfang an höchst umstritten. Die USA und mehrere europäische Staaten erkannten ihn nie als legitimen Staatschef an und bezeichneten die offiziellen Wahlergebnisse als gefälscht. Doch rechtfertigt dies einen derart drastischen Eingriff in die Souveränität eines fremden Staates?
Das Ende der alten Weltordnung?
Was wir hier erleben, könnte nichts Geringeres sein als der Beginn einer neuen Ära der internationalen Beziehungen. Eine Ära, in der die Supermacht USA ihre Interessen ohne Rücksicht auf völkerrechtliche Konventionen durchsetzt. Die Reaktionen aus Moskau und Peking lassen erahnen, dass dieser Präzedenzfall weitreichende Konsequenzen haben wird.
Für den deutschen Bürger stellt sich indes eine ganz praktische Frage: Wie wird sich diese geopolitische Neuordnung auf die Energiepreise und die wirtschaftliche Stabilität auswirken? In Zeiten derartiger Unsicherheit erscheint es ratsamer denn je, einen Teil des eigenen Vermögens in krisensichere Anlagen wie physische Edelmetalle zu investieren. Gold und Silber haben sich über Jahrtausende als Wertspeicher bewährt – unabhängig davon, wer gerade in Caracas, Washington oder anderswo an der Macht ist.
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