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Trumps Iran-Rhetorik zwischen Kriegsende-Versprechen und Drohgebärden – Ölpreis auf Achterbahnfahrt

Trumps Iran-Rhetorik zwischen Kriegsende-Versprechen und Drohgebärden – Ölpreis auf Achterbahnfahrt

Was für ein Schauspiel. Während die Welt gebannt auf den eskalierenden Konflikt im Nahen Osten blickt, inszeniert sich US-Präsident Donald Trump einmal mehr als Meister der widersprüchlichen Botschaften. Der Krieg gegen den Iran sei „so gut wie beendet", verkündete er am Montagabend im Sender CBS – nur um wenige Stunden später einzuräumen, dass ein Ende in dieser Woche dann doch nicht zu erwarten sei. Ein rhetorisches Manöver, das man von Trump kennt, das aber angesichts der geopolitischen Brisanz diesmal besonders schwer wiegt.

Ölpreis im Sturzflug – nach vorherigem Höhenrausch

Die Märkte reagierten prompt auf Trumps Friedensrhetorik. Der Ölpreis, der am Montagmorgen noch auf schwindelerregende 120 Dollar pro Barrel geklettert war – ausgelöst durch die iranische Blockade der Straße von Hormus –, fiel nach Trumps Auftritt wieder deutlich unter die 100-Dollar-Marke. Die Sorte Brent notierte am Abend bei rund 90 Dollar. Weltweit hatten die Börsen zuvor eine regelrechte Talfahrt hingelegt. Wer in solchen Zeiten sein Vermögen ausschließlich in Aktien und ETFs geparkt hat, dürfte einmal mehr schmerzlich erfahren haben, wie fragil diese Anlageklassen in geopolitischen Krisenzeiten sind.

Für den deutschen Verbraucher, der ohnehin unter einer erdrückenden Inflationslast ächzt, sind solche Ölpreissprünge Gift. Höhere Energiekosten treiben die Preise an der Zapfsäule, im Supermarkt und bei den Heizkosten weiter nach oben. Und während die neue Große Koalition unter Friedrich Merz mit ihrem 500-Milliarden-Sondervermögen die Schuldenorgie der Ampel-Ära nahtlos fortsetzt, fehlt es an substanziellen Maßnahmen, um die deutschen Bürger vor den Folgen solcher externen Schocks zu schützen.

Trumps Pressekonferenz: Ein Meisterstück der Widersprüche

Besonders aufschlussreich war Trumps kurzfristig einberufene Pressekonferenz in seinem Golfclub im floridianischen Doral. Dort spielte der Präsident die gestiegenen Benzinpreise herunter und behauptete, sie würden die USA „nicht wirklich betreffen". Die Realität sieht freilich anders aus: Der Preis pro Gallone ist im Schnitt um 50 Cent gestiegen, und das Thema Lebenshaltungskosten bestimmt bereits jetzt die Vorbereitung auf die Zwischenwahlen im November. Trump weiß das natürlich – und genau deshalb dürfte er so eilig vor die Kameras getreten sein.

Bemerkenswert ist auch der offene Widerspruch zwischen Trumps Beschwichtigungen und einem Post des US-Kriegsministeriums auf der Plattform X, in dem es unmissverständlich hieß: „Wir haben gerade erst begonnen zu kämpfen." Trumps Versuch, diese Diskrepanz zu überbrücken, wirkte bestenfalls bemüht. „Es ist der Beginn des Aufbaus eines neuen Landes", erklärte er und argumentierte, der Iran verfüge über „keine Marine, keine Luftwaffe und keine Flugabwehrgeräte" mehr. Alles sei zerstört worden.

Die nukleare Dimension

Besonders brisant sind Trumps Behauptungen zur nuklearen Bedrohung durch den Iran. Der Präsident erklärte, Teheran hätte vor den US-israelischen Luftschlägen kurz vor der Fertigstellung einer Atombombe gestanden – „innerhalb von zwei bis vier Wochen" hätte das Land eine Nuklearwaffe besessen. Allerdings hatten die USA und Israel bereits im Juni des vergangenen Jahres wichtige Nuklearanlagen des Iran zerstört. Ob der Iran überhaupt noch in der Lage gewesen wäre, sein fast waffenfähiges Uran weiter anzureichern, bleibt unklar. Trumps Darstellung dürfte daher vor allem der innenpolitischen Legitimation des Militäreinsatzes dienen.

Drohungen gegen die neue iranische Führung

Über die Ernennung von Modschtaba Chamenei zum Nachfolger seines getöteten Vaters Ajatollah Ali Chamenei als geistliches Oberhaupt des Iran zeigte sich Trump enttäuscht. Vor der Ernennung hatte er ein Mitspracherecht eingefordert – eine Forderung, die in ihrer Dreistigkeit selbst für Trumpsche Verhältnisse bemerkenswert ist. Der neuen Führung drohte er unverhohlen: Sollte das Land weiterhin versuchen, die Ölversorgung der Welt zu blockieren, werde man „so hart zuschlagen, dass es ihnen oder anderen, die ihnen helfen, unmöglich sein wird, diesen Teil der Welt jemals wieder aufzubauen".

Solche Worte mögen in den Ohren mancher nach Stärke klingen. Doch sie offenbaren auch die gefährliche Eskalationslogik, in der sich die US-Außenpolitik bewegt. Wer ganze Regionen mit Vernichtung droht, spielt mit dem Feuer – und die Leidtragenden sind am Ende stets die einfachen Menschen, ob in Teheran oder an den europäischen Tankstellen.

Russland-Sanktionen als Druckmittel am Ölmarkt

Um den Preisanstieg zu dämpfen, erwägt die US-Regierung offenbar auch eine Lockerung der Sanktionen gegen Russland sowie die Freigabe strategischer Ölreserven. Trump kündigte an, bestimmte Sanktionen aufzuheben, bis die Straße von Hormus wieder offen sei, nannte jedoch keine Details. Bereits vergangene Woche hätten die USA eine 30-tägige Ausnahmegenehmigung erteilt, um festsitzenden Tankern mit russischem Öl den Verkauf an Indien zu ermöglichen.

Zudem telefonierte Trump erstmals seit Dezember mit Kreml-Chef Wladimir Putin. Es sei ein „positives Gespräch" gewesen, so Trump. Putin habe seine Hilfe im Nahen Osten angeboten. Trumps Antwort darauf sei gewesen: „Sie könnten hilfreicher sein, indem Sie den Krieg zwischen der Ukraine und Russland beenden." Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow bestätigte das einstündige Telefonat als „sachlich, offen und konstruktiv". Washington habe um das Gespräch gebeten.

Was bedeutet das für deutsche Anleger?

Die aktuelle Lage zeigt einmal mehr mit erschreckender Deutlichkeit, wie verwundbar die globalen Finanzmärkte gegenüber geopolitischen Verwerfungen sind. Aktien stürzen ab, Ölpreise schießen in die Höhe, Währungen geraten unter Druck. In solchen Zeiten erweisen sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber einmal mehr als das, was sie seit Jahrtausenden sind: ein verlässlicher Anker in stürmischen Zeiten. Wer sein Portfolio nicht ausschließlich den Launen der Weltpolitik und den Algorithmen der Börsen ausliefern möchte, tut gut daran, einen substanziellen Anteil seines Vermögens in physischen Edelmetallen zu halten.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf Basis eigener, sorgfältiger Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für etwaige finanzielle Verluste, die aus Anlageentscheidungen auf Grundlage dieses Artikels resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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