
Trumps geopolitisches Schachspiel: Ölblockade gegen Iran könnte Russland, Indien und China spalten
Was wie ein Kapitel aus einem geopolitischen Thriller klingt, könnte bald bittere Realität werden. Die Trump-Administration erwägt offenbar, eine Ölblockade nach venezolanischem Vorbild gegen den Iran zu verhängen – ein Manöver, das nicht nur Teheran in die Knie zwingen, sondern gleichzeitig das fragile Dreiecksbündnis zwischen Russland, Indien und China sprengen könnte. Ein brillanter Schachzug oder ein gefährliches Spiel mit dem Feuer?
Das venezolanische Modell als Blaupause
Laut Berichten des Wall Street Journal prüft die zweite Trump-Regierung ernsthaft die Möglichkeit, den Iran mit einer umfassenden Ölblockade zu belegen – ganz nach dem Muster, das bereits gegen Venezuela erfolgreich angewandt wurde. Der Kern der Strategie: Iran soll gezwungen werden, seine Energieindustrie den amerikanischen Interessen unterzuordnen. Die sogenannte „Trump-Doktrin", maßgeblich geprägt durch Unterstaatssekretär Elbridge Colby und dessen „Strategy of Denial", zielt darauf ab, strategischen Rivalen den Zugang zu lebenswichtigen Ressourcen abzuschneiden.
Dass Washington bislang gezögert hat, liegt auf der Hand: Die Risiken sind enorm. Iran könnte amerikanische Militäreinrichtungen in der Region angreifen oder Öltanker verbündeter Golfstaaten kapern. Beide Szenarien würden den globalen Ölmarkt destabilisieren und die Kriegsgefahr dramatisch erhöhen. Doch wann hat ein kalkuliertes Risiko die Vereinigten Staaten jemals von einer strategischen Entscheidung abgehalten?
China als erstes Opfer der Blockade
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. China importierte im vergangenen Jahr durchschnittlich 1,38 Millionen Barrel iranisches Öl pro Tag. Ein plötzlicher Wegfall dieser Lieferungen würde die ohnehin unter Druck stehende chinesische Wirtschaft empfindlich treffen – zumal ein schneller Ersatz dieser Mengen alles andere als gesichert wäre. In Kombination mit den bereits verhängten Strafzöllen von 34 Prozent auf chinesische Importe in die USA entsteht ein wirtschaftlicher Zangengriff, der Peking an den Verhandlungstisch zwingen könnte.
Indien als willfähriger Nutznießer?
Besonders perfide mutet die Rolle an, die Washington für Indien vorgesehen hat. Die bislang iranischen Ölexporte könnten nach Neu-Delhi umgeleitet werden, wobei die Erlöse – ganz nach venezolanischem Vorbild – auf einem Treuhandkonto geparkt würden, bis Iran einem Atom- und Raketenabkommen mit den USA zustimmt. Indien importierte zuletzt durchschnittlich eine Million Barrel russisches Öl pro Tag. Mit den umgeleiteten iranischen Lieferungen könnte Neu-Delhi seine russischen Importe vollständig ersetzen – und sich damit noch tiefer in die energiepolitische Abhängigkeit von Washington begeben.
Tatsächlich scheint Indien bereits in eine teilweise asymmetrische Vereinbarung mit den USA eingewilligt zu haben: die informelle Zusage, russische Ölimporte auf null zu reduzieren, im Gegenzug für ein Handelsabkommen. Was als strategische Partnerschaft verkauft wird, könnte sich als goldener Käfig erweisen, der Indiens mühsam errungene außenpolitische Eigenständigkeit massiv beschneidet.
Russlands Schattenflotte im Fadenkreuz
Für Moskau wäre das Szenario verheerend. Nicht nur würden die Einnahmen aus dem Ölgeschäft mit Indien wegbrechen – auch der Ausweichweg über verstärkte Lieferungen an China ist keineswegs gesichert. Großbritannien bereitet offenbar eine Kampagne vor, um Russlands berüchtigte „Schattenflotte" im Ärmelkanal zu beschlagnahmen, ermutigt durch die amerikanische Beschlagnahmung eines russisch-flaggierten Öltankers vor der eigenen Küste. Sollte London mit Griechenland und Zypern kooperieren, könnte auch der Seeweg durch das Schwarze Meer abgeschnitten werden.
Was bliebe Russland dann? Pipeline-Exporte nach China, die jedoch nur begrenzt skalierbar sind, sowie marginale Tankerlieferungen aus dem Fernen Osten. Der wirtschaftliche Druck auf Moskau und Peking könnte beide Mächte dazu verleiten, einseitig vorteilhafte Abkommen mit Washington zu akzeptieren – sei es beim Ukraine-Konflikt oder in Handelsfragen.
Ein Dominoeffekt mit ungewissem Ausgang
Die Kaskade der Konsequenzen reicht noch weiter. Washington könnte seinen wachsenden Einfluss auf Indiens Energiesicherheit nutzen, um Neu-Delhi zu einer Reduzierung seiner Importe chinesischer Waren und Dienstleistungen zu drängen – ein weiterer Hebel, um Peking zu einem für die USA günstigen Handelsabkommen zu bewegen. Divide et impera in Reinform.
Dieses Worst-Case-Szenario für das RIC-Bündnis ließe sich theoretisch abwenden: Iran müsste eine US-Blockade abschrecken oder durchbrechen, während Russland dasselbe gegenüber einer britischen Blockade seiner Schattenflotte tun müsste. Beide Optionen erfordern jedoch enormen politischen Willen, da sie das Risiko eines heißen Krieges zwischen Großmächten bergen. Ebenso könnten allerdings auch die USA und Großbritannien aus genau diesem Grund vor ihren geplanten Blockaden zurückschrecken.
Was bedeutet das für den deutschen Anleger?
Für den aufmerksamen Beobachter in Deutschland sollte eines klar sein: Die geopolitischen Verwerfungen, die sich hier abzeichnen, werden die globalen Energiemärkte und damit auch die europäische Wirtschaft massiv beeinflussen. Steigende Ölpreise, instabile Lieferketten und ein eskalierender Wirtschaftskrieg zwischen den Großmächten – all das sind Faktoren, die den Wert von Papiergeld und konventionellen Anlagen unter erheblichen Druck setzen können. In solchen Zeiten maximaler Unsicherheit erweisen sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber einmal mehr als verlässlicher Anker der Vermögenssicherung. Wer sein Portfolio klug diversifiziert und einen substanziellen Anteil in realen Werten hält, dürfte den kommenden Stürmen deutlich gelassener entgegenblicken.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden. Konsultieren Sie bei Bedarf einen qualifizierten Finanzberater.
Papiervs.PhysischWarum echtes Metall jetzt alles entscheidet
Keine Kreditkarte erforderlich • Keine versteckten Kosten
Ihre Experten im Webinar:

Dominik Kettner
CEO Kettner Edelmetalle

Jochen Staiger
Rohstoffexperte

Rick Rule
Rohstoff-Legende

Alasdair Macleod
Chefstratege GoldMoney
Top-Experten
Dominik Kettner & Star-Gäste
Live Q&A
Ihre Fragen
15.000€ Gold
zu gewinnen
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik















