
Trumps gefÀhrlicher Schachzug: Vom Terroristen zum Staatsmann im Oval Office
Was fĂŒr ein Schauspiel sich da im WeiĂen Haus abgespielt hat! Donald Trump empfĂ€ngt einen Mann, der noch vor wenigen Monaten auf der US-Terrorliste stand, und rollt ihm den roten Teppich aus. Ahmed al-Scharaa, Syriens islamistischer ĂbergangsprĂ€sident und ehemaliges Al-Qaida-Mitglied, durfte ins Allerheiligste der amerikanischen Demokratie vordringen. Ein Affront gegen jeden gesunden Menschenverstand â oder etwa doch ein genialer auĂenpolitischer Schachzug?
Durch die HintertĂŒr ins Oval Office
Die Inszenierung spricht BĂ€nde: WĂ€hrend vor dem WeiĂen Haus hunderte Syrer den historischen Besuch feierten, schlich sich al-Scharaa wie ein Dieb in der Nacht durch einen Seiteneingang ins GebĂ€ude. Keine Pressebilder, kein offizieller Empfang am West Wing â Trump wusste genau, welches Pulverfass er da ins Haus holte. Der Nahostexperte Ahmad Scharawi brachte es auf den Punkt: Man wollte vermeiden, einen ehemaligen Al-Qaida-Mann öffentlich zu hofieren.
Doch was dann geschah, spottet jeder Beschreibung. Trump, der selbsternannte Hardliner gegen den islamistischen Terror, lobte seinen Gast als "harten Typen" und schwÀrmte davon, dass Syrien "sehr erfolgreich" werden könne. Hat der 47. US-PrÀsident vergessen, mit wem er es hier zu tun hat? Oder verfolgt er eine Strategie, die sich unserem europÀischen VerstÀndnis entzieht?
Die Abraham-Abkommen als Köder
Trumps KalkĂŒl wird deutlicher, wenn man genauer hinschaut. Der Besuch war kein spontaner Einfall, sondern Teil einer gröĂeren Strategie. Al-Scharaa trat auf DrĂ€ngen Trumps der Anti-IS-Koalition bei â wenn auch "ohne militĂ€rische Komponente", was auch immer das bedeuten mag. Gleichzeitig versucht Washington, Damaskus in die Abraham-Abkommen einzubinden, jene historischen FriedensvertrĂ€ge zwischen Israel und arabischen Staaten.
"Das WeiĂe Haus wollte offenbar vermeiden, einen Mann öffentlich zu begrĂŒĂen, der Al-Qaida-Mitglied war"
Doch hier zeigt sich die NaivitĂ€t oder vielleicht auch die GenialitĂ€t von Trumps Ansatz: Al-Scharaa lehnte eine Teilnahme an den Abraham-Abkommen mit Verweis auf die israelische Besetzung der Golanhöhen ab. Ein vorhersehbares Nein, das Trump eingeplant haben dĂŒrfte.
Sanktionen als Druckmittel
Bereits im Sommer hatte Trump sĂ€mtliche Sanktionen gegen Syrien ausgesetzt. Seine BegrĂŒndung: dem zerstörten Land "eine Chance auf Wiederaufbau" geben. Kritiker wĂŒrden sagen: Er macht den Bock zum GĂ€rtner. BefĂŒrworter könnten argumentieren: Er versucht, Syrien dem iranischen Einfluss zu entziehen und in die westliche HemisphĂ€re zu ziehen.
Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen. Trump, der Dealmaker, versucht offenbar, mit allen Akteuren ins GeschĂ€ft zu kommen â selbst mit ehemaligen Terroristen. Ob diese Strategie aufgeht oder spektakulĂ€r scheitert, wird die Zeit zeigen.
Ein Kontrast zur deutschen AuĂenpolitik
WĂ€hrend Trump pragmatisch mit zweifelhaften Gestalten verhandelt, verschickt die deutsche Politik GlĂŒckwunschtelegramme an Terroristen oder produziert wirre Statements wie jene des CDU-Politikers Wadephul. Der Kontrast könnte gröĂer nicht sein: Hier der amerikanische PrĂ€sident, der zumindest versucht, Realpolitik zu betreiben â dort die deutsche Politik, die sich in moralischen WorthĂŒlsen verliert.
Man mag von Trumps Methoden halten, was man will. Aber zumindest spricht er mit allen Beteiligten, anstatt sich in ideologischen GrabenkĂ€mpfen zu verlieren. Ob das klug oder gefĂ€hrlich ist, darĂŒber lĂ€sst sich trefflich streiten. Fest steht: Die Welt ist komplizierter geworden, und einfache Schwarz-WeiĂ-Malerei fĂŒhrt nicht weiter.
Die Zukunft Syriens bleibt ungewiss
Was bedeutet dieser Besuch nun fĂŒr die Zukunft Syriens? Trump hat die TĂŒr einen Spalt weit geöffnet, aber ob al-Scharaa hindurchgehen wird, bleibt fraglich. Der ehemalige Terrorist muss beweisen, dass er tatsĂ€chlich zum Staatsmann geworden ist. Die Weigerung, sich den Abraham-Abkommen anzuschlieĂen, zeigt, dass alte Feindschaften nicht ĂŒber Nacht verschwinden.
Eines ist sicher: Die Nahost-Politik bleibt ein Minenfeld, auf dem jeder Schritt fatale Folgen haben kann. Trump wagt sich vor, wo andere zögern wĂŒrden. Ob das Mut oder Wahnsinn ist, werden wir erst in einigen Jahren beurteilen können. Bis dahin bleibt uns nur, das Spektakel mit einer Mischung aus Faszination und Entsetzen zu beobachten.
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