
Trump räumt auf: Eisenbahn-Regulierungschef muss gehen
Die Entlassungswelle im Weißen Haus rollt weiter. Diesmal traf es Robert Primus, den Leiter der amerikanischen Eisenbahn-Regulierungsbehörde Surface Transportation Board (STB). Eine knappe E-Mail aus dem Büro des Präsidenten beendete seine Amtszeit – ohne Begründung, ohne Vorwarnung. Der Demokrat, einst von Trump selbst nominiert, erhielt sein Kündigungsschreiben um kurz nach 17 Uhr Ortszeit. "Im Namen von Präsident Donald J. Trump teile ich Ihnen hiermit mit, dass Ihre Position als Mitglied des Surface Transportation Board mit sofortiger Wirkung beendet ist", hieß es lapidar in der elektronischen Nachricht.
Strategische Personalrochade mit Kalkül
Die Entlassung kommt zu einem brisanten Zeitpunkt. Die STB prüft derzeit die geplante Megafusion zwischen den Eisenbahnriesen Union Pacific und Norfolk Southern – ein Deal, der die amerikanische Transportlandschaft fundamental verändern könnte. Primus hatte sich in der Vergangenheit als kritischer Geist erwiesen. Als einziges Vorstandsmitglied stimmte er gegen den Zusammenschluss von Canadian Pacific und Kansas City Southern. Seine Begründung damals: Der Deal sei nicht im öffentlichen Interesse. Die Fusion wurde trotzdem durchgewunken.
Trump handelt hier offenbar nach einem klaren Muster. Der Präsident baut systematisch die Kontrolle über vermeintlich unabhängige Behörden aus. Die Federal Trade Commission, die Equal Employment Opportunity Commission, die Behörde für Arbeitsmarktstatistik – überall wurden demokratische Mitglieder vor die Tür gesetzt. Diese Woche kündigte er sogar an, Fed-Gouverneurin Lisa Cook zu entlassen. Ein Machtkampf, der zeigt: Trump will durchregieren, ohne lästige Widersacher in den eigenen Reihen.
Der designierte Nachfolger steht bereits fest
Für Primus' Position hat Trump bereits einen Nachfolger im Auge: Patrick Fuchs, ein Republikaner, der schon jetzt im Vorstand sitzt. Die Website der Behörde führt ihn bereits als designierten Vorsitzenden. Gemeinsam mit der Republikanerin Michelle Schultz und der Demokratin Karen Hedlund wird er künftig die Geschicke der STB lenken. Die Behörde könnte theoretisch bis zu fünf Vorstandsmitglieder haben – derzeit sind es nur drei.
Primus selbst will sich nicht kampflos geschlagen geben. Er kündigte umgehend an, gegen seine Entlassung vorzugehen. Ob er damit Erfolg haben wird? Die Chancen stehen schlecht. Trump hat in seiner zweiten Amtszeit deutlich gemacht, dass er keine Kompromisse eingehen will. Seine Agenda durchzusetzen hat oberste Priorität – notfalls auch gegen etablierte Strukturen und Personen.
Ein Präsident, der aufräumt
Was manche als autoritären Führungsstil kritisieren mögen, sehen andere als notwendige Konsequenz. Amerika braucht Entscheidungsträger, die handeln statt zu diskutieren. Die Eisenbahninfrastruktur des Landes steht vor gewaltigen Herausforderungen. Modernisierung, Digitalisierung, Wettbewerbsfähigkeit – all das erfordert mutige Entscheidungen. Ob Primus der richtige Mann dafür war? Trump hat diese Frage offenbar mit Nein beantwortet.
Die Personalpolitik des Präsidenten sendet ein klares Signal: Wer nicht mitzieht, fliegt raus. Das mag hart klingen, entspricht aber der Realität in der freien Wirtschaft. Warum sollte es in der Politik anders sein? Effizienz und Durchsetzungskraft sind keine Schwächen, sondern Stärken – besonders in Zeiten, in denen Amerika seine Position als Wirtschaftsmacht verteidigen muss.
Deutschland könnte sich eine Scheibe abschneiden
Während Trump in Washington aufräumt, versinkt die deutsche Politik weiter im Sumpf endloser Debatten und fauler Kompromisse. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz verspricht zwar Veränderung, doch die ersten Monate zeigen: Der Reformstau bleibt. Ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur? Das klingt nach dem nächsten Schuldenberg, den kommende Generationen abtragen müssen. Dabei hatte Merz versprochen, keine neuen Schulden zu machen.
Amerika zeigt, wie Führung funktioniert. Klare Entscheidungen, konsequente Umsetzung, keine Angst vor Widerstand. Das mag nicht jedem gefallen, aber es bringt Ergebnisse. Die deutsche Eisenbahninfrastruktur könnte von solcher Entschlossenheit profitieren. Stattdessen erleben wir Verspätungen, marode Strecken und endlose Baustellen – während in den USA über Megafusionen entschieden wird, die die Zukunft des Transportsektors prägen.
Die Entlassung von Robert Primus ist mehr als eine Personalie. Sie ist ein Statement. Trump zeigt, dass er gewillt ist, seine Vision durchzusetzen – koste es, was es wolle. In einer Zeit, in der Führungsstärke zur Mangelware geworden ist, mag das polarisieren. Aber vielleicht ist genau das, was die westliche Welt braucht: Politiker, die handeln statt zu reden.
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