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Kettner Edelmetalle
07.02.2026
15:22 Uhr

Trump löscht umstrittenes Obama-Video nach parteiübergreifender Kritik

Was sich am vergangenen Donnerstagabend im digitalen Raum des Weißen Hauses abspielte, wirft einmal mehr ein bezeichnendes Licht auf die politische Kultur in den Vereinigten Staaten. Präsident Donald Trump veröffentlichte auf seiner Plattform Truth Social einen einminütigen Videoclip, der für erhebliche Turbulenzen sorgte – und das nicht nur bei seinen politischen Gegnern.

KI-generierte Bilder sorgen für Empörung

Der Clip, der sich vornehmlich mit Trumps nach wie vor unbewiesenen Behauptungen über Wahlbetrug bei der Präsidentschaftswahl 2020 befasste, enthielt gegen Ende eine Sequenz, die selbst hartgesottene Beobachter der amerikanischen Politik aufhorchen ließ. Mittels künstlicher Intelligenz wurden die Köpfe des ehemaligen Präsidenten Barack Obama und seiner Gattin Michelle auf Affenkörper montiert. Im Hintergrund erklang dabei der Klassiker „The Lion Sleeps Tonight" – eine Geschmacklosigkeit, die man selbst im rauen Klima der US-Politik selten erlebt.

Bemerkenswert ist dabei, dass auch der hellhäutige Ex-Präsident Joe Biden in dem ursprünglichen Zeichentrickvideo als Affe dargestellt wurde. Doch die Empörungswelle konzentrierte sich nahezu ausschließlich auf die Obama-Darstellung – ein Umstand, der durchaus Fragen aufwirft.

Kritik aus den eigenen Reihen

Während die Reaktionen aus dem demokratischen Lager erwartbar scharf ausfielen, überraschte die deutliche Distanzierung aus republikanischen Kreisen. Der afroamerikanische Senator Tim Scott aus South Carolina fand unmissverständliche Worte und bezeichnete das Video als „die rassistischste Sache", die er je aus dem Weißen Haus vernommen habe. Eine bemerkenswerte Aussage, bedenkt man Scotts ansonsten loyale Haltung gegenüber der Trump-Administration.

Ben Rhodes, ehemaliger Nationaler Sicherheitsberater unter Obama, prophezeite auf der Plattform X, dass künftige Generationen die Obamas als „geliebte Persönlichkeiten verehren" würden, während Trump als „Schandfleck" in die Geschichte eingehen werde. Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom teilte die Kritik seiner Ehefrau Jennifer, die das Video als „zutiefst verstörend und unverhohlen rassistisch" brandmarkte.

Trumps fragwürdige Verteidigung

An Bord der Air Force One äußerte sich Trump schließlich zu dem Vorfall – und seine Erklärung dürfte kaum jemanden überzeugt haben. Er habe sich „nur den ersten Teil angesehen und nicht das ganze Video", behauptete der Präsident. Auch seine Mitarbeiter hätten den Clip vor der Veröffentlichung nicht vollständig geprüft. Auf die direkte Frage, ob er die rassistischen Passagen verurteile, antwortete Trump mit einem knappen: „Natürlich tue ich das."

Diese Rechtfertigung wirft allerdings schwerwiegende Fragen auf. Wie kann es sein, dass aus dem Weißen Haus Inhalte veröffentlicht werden, die niemand zuvor vollständig gesichtet hat? Entweder offenbart dies ein erschreckendes Maß an Unprofessionalität in der Kommunikationsabteilung der mächtigsten Regierung der Welt – oder die Erklärung entspricht schlicht nicht der Wahrheit.

Ein Muster der Provokation

Das Video wurde inzwischen gelöscht, doch der Schaden ist angerichtet. In einer Zeit, in der die amerikanische Gesellschaft ohnehin tief gespalten ist, gießen solche Aktionen zusätzlich Öl ins Feuer. Man mag von den Obamas politisch halten, was man will – und es gibt durchaus berechtigte Kritik an ihrer Politik –, doch die Darstellung als Affen bedient rassistische Stereotype, die keinen Platz im politischen Diskurs haben sollten.

Die Episode zeigt einmal mehr, wie sehr die politische Kultur in den westlichen Demokratien verroht ist. Während man sich hierzulande über jeden vermeintlichen Fauxpas konservativer Politiker echauffiert, werden auf der anderen Seite des Atlantiks Grenzen überschritten, die man für längst überwunden hielt. Die Frage bleibt: Wann kehren wir endlich zu einem Mindestmaß an Anstand und Respekt im politischen Wettbewerb zurück?

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