
Trotz Aufnahmestopp: Nächster Flieger mit Afghanen in Berlin gelandet
Man reibt sich verwundert die Augen. Da stoppt die neue schwarz-rote Bundesregierung unter Friedrich Merz im Mai das umstrittene Bundesaufnahmeprogramm für Afghanen – und dennoch landen weiterhin Flugzeuge mit afghanischen Staatsangehörigen auf deutschem Boden. 47 Menschen aus dem eigentlich beendeten Programm sind erneut in Berlin eingetroffen, wie das Bundesinnenministerium auf Anfrage bestätigte. Ein Vorgang, der grundlegende Fragen über die Handlungsfähigkeit des deutschen Staates aufwirft.
Wenn Gerichte die Migrationspolitik diktieren
Der Grund für diese paradox anmutende Situation liegt im deutschen Rechtssystem. Trotz des politischen Stopps des Aufnahmeprogramms wurden vor deutschen Gerichten erfolgreich Klagen eingereicht, um die Einreise der Betroffenen durchzusetzen. Unterstützt werden die Kläger dabei von Organisationen wie der sogenannten „Kabul Luftbrücke". Das Ergebnis: Die Politik beschließt, die Justiz kassiert – und der Steuerzahler finanziert.
Es ist ein Muster, das sich in der deutschen Migrationspolitik seit Jahren wiederholt. Politische Entscheidungen werden getroffen, medial inszeniert und dem Bürger als entschlossenes Handeln verkauft. Doch in der Realität hebeln Klagen, Eilanträge und richterliche Entscheidungen jeden noch so gut gemeinten Beschluss aus. Was bleibt, ist der bittere Beigeschmack einer Politik, die zwar Entschlossenheit signalisiert, aber letztlich machtlos erscheint.
Hunderte harren weiterhin in Pakistan aus
Das Problem ist damit keineswegs gelöst. Zahlreiche afghanische Familien warten seit Monaten, teilweise seit Jahren in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad auf ihre Weiterreise nach Deutschland. Sie waren vor den Taliban nach Pakistan geflohen und hoffen auf Aufnahme in der Bundesrepublik. Bereits in den vergangenen Wochen waren mehrfach Afghanen mit regulären Linienflügen nach Deutschland gebracht worden.
Das im Jahr 2022 gestartete Bundesaufnahmeprogramm richtete sich ursprünglich an besonders gefährdete Personen: ehemalige Ortskräfte deutscher Institutionen, deren Familienangehörige sowie Afghanen, die aufgrund ihres Engagements für Menschenrechte – etwa als Anwälte oder Journalisten – Verfolgung durch die islamistischen Taliban befürchten müssen.
Merz' Versprechen auf dem Prüfstand
Für Bundeskanzler Friedrich Merz wird die Angelegenheit zunehmend zur Belastungsprobe. Im Wahlkampf hatte er eine deutlich restriktivere Migrationspolitik versprochen. Der Stopp des Aufnahmeprogramms sollte ein klares Signal sein. Doch wenn trotz politischer Entscheidungen weiterhin Flüge mit Aufnahmeberechtigten landen, stellt sich unweigerlich die Frage: Was ist ein Regierungsbeschluss noch wert, wenn er durch die Hintertür der Justiz ausgehebelt wird?
Die deutschen Bürger haben bei der Bundestagswahl im Februar unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass sie eine Kehrtwende in der Migrationspolitik erwarten. Sie wollen keine symbolischen Gesten, sondern tatsächliche Veränderungen. Doch solange das Zusammenspiel aus NGOs, Anwaltskanzleien und einer bisweilen realitätsfernen Rechtsprechung jeden politischen Kurswechsel torpedieren kann, bleibt die Frage berechtigt, wer in diesem Land eigentlich die Richtung vorgibt – die gewählte Regierung oder eine Parallelstruktur aus Interessengruppen und Gerichten.
Deutschland braucht dringend eine ehrliche Debatte darüber, wie Rechtsstaatlichkeit und demokratisch legitimierte Migrationspolitik in Einklang gebracht werden können. Denn eines steht fest: Das Vertrauen der Bevölkerung in die Handlungsfähigkeit ihrer Regierung schwindet mit jedem Flugzeug, das trotz offiziellen Stopps auf deutschem Boden aufsetzt.

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