
Todesschwadrone statt Bodentruppen: Trumps gefährliches Spiel mit dem Feuer im Iran
Gerade einmal vier Tage ist die gemeinsame US-israelische „Operation Epic Fury" alt – und schon kreisen die Gespräche in Washington um Bodenkrieg und Aufstandsbekämpfung im Iran. Was als gezielte Luftschläge begann, droht sich zu einem Flächenbrand auszuweiten, dessen Ausmaß an die dunkelsten Kapitel der amerikanischen Interventionspolitik erinnert.
Das alte Dilemma: Regime Change ohne eigene Soldaten
Das Weiße Haus beteuert weiterhin, keine amerikanischen Bodentruppen in den Iran entsenden zu wollen – schließt dies aber auch nicht kategorisch aus. Gleichzeitig hat die Trump-Administration den Sturz des islamischen Regimes in Teheran und die vollständige Zerschlagung der Islamischen Republik als offizielles Ziel ausgerufen. Ein Widerspruch, der jedem Beobachter sofort ins Auge springt. Denn selbst CIA-Analysten und hochrangige Verteidigungsexperten räumen ein, dass ein reiner Luftkrieg niemals ausreichen werde, um einen Regimewechsel herbeizuführen. Die Bush-Neokonservativen haben diese bittere Lektion im Irak auf die härteste Weise gelernt. Man kann nicht beides haben.
Kurdische Kämpfer und ethnische Spaltung als Waffe
Genau dieses Dilemma hat Präsident Trump nun offenbar dazu veranlasst, einen alternativen Plan ins Spiel zu bringen. Laut Berichten des Wall Street Journal sei Trump offen dafür, bewaffnete Gruppen innerhalb des Iran zu unterstützen, die bereit wären, das Regime gewaltsam zu stürzen. Der Präsident denke bereits in Kategorien ethnischer Spaltung – er wolle Minderheiten im Iran für eine Aufstandsbewegung gegen Teheran gewinnen.
Am Sonntag habe Trump mit kurdischen Anführern telefoniert, so US-Beamte. Israel habe bereits Stellungen im Westen des Iran bombardiert, was zu Spekulationen führte, man bereite den Weg für einen kurdischen Vormarsch entlang der irakisch-iranischen Grenze vor. Kurdische Quellen hätten amerikanische und israelische Streitkräfte um Luftunterstützung für eine mögliche Bodenoperation gebeten – ob diesem Ersuchen stattgegeben wurde, sei bislang unklar.
Ein Rezept für das Chaos
Was hier so nüchtern als strategische Option diskutiert wird, ist in Wahrheit ein Rezept für ein ethno-konfessionelles Blutbad. Sollten iranische Behörden und loyalistische Paramilitärs die Kurden als Aufständische wahrnehmen – und wie sollten sie es anders sehen? –, wäre eine brutale Vergeltung die unvermeidliche Folge. Die Geschichte des Nahen Ostens ist gepflastert mit den Leichen solcher Stellvertreterkriege.
Besonders brisant: Entlang der südwestlichen Grenzregionen des Iran leben historische sunnitische Minderheiten. Eine Bewaffnung dieser Gruppen könnte bedeuten, dass Washington erneut sunnitische Extremisten unterstützt – ein Fehler, den man bereits in Syrien mit katastrophalen Konsequenzen begangen hat. Als weiterer Kandidat für die Zusammenarbeit gilt die Volksmudschahedin-Organisation Iran (MEK), die größtenteils im Exil operiert und mutmaßlich bereits über Mossad und CIA in den Konflikt involviert sei.
Trumps entlarvende Ehrlichkeit
Dass das Weiße Haus die internen Dynamiken des Iran offenbar sträflich unterschätzt, offenbart eine bemerkenswert ehrliche Aussage des Präsidenten selbst. „Die meisten Leute, die wir im Sinn hatten, sind tot", gestand Trump Reportern. „Und jetzt haben wir eine andere Gruppe, die sind vielleicht auch schon tot. Bald werden wir niemanden mehr kennen." Eine Aussage, die in ihrer entwaffnenden Offenheit zugleich erschreckend ist. Hier plant die mächtigste Nation der Erde einen Regimewechsel – und kennt nicht einmal ihre eigenen Verbündeten vor Ort.
Lehren aus der Geschichte, die niemand ziehen will
Für den aufmerksamen Beobachter drängen sich unweigerlich Parallelen zum Irak-Desaster auf. Auch dort versprach man einen schnellen, sauberen Krieg. Auch dort sollten lokale Kräfte die Drecksarbeit erledigen. Das Ergebnis waren Hunderttausende Tote, ein zerfallener Staat und der Aufstieg des Islamischen Staates. Die Neokonservativen von damals tragen andere Namen, doch die Denkschule scheint unverändert.
Für Europa und insbesondere für Deutschland hätte eine weitere Destabilisierung des Nahen Ostens verheerende Konsequenzen. Schon die Flüchtlingswellen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan haben die Belastungsgrenzen unserer Gesellschaft aufgezeigt – und in vielen Fällen überschritten. Ein Bürgerkrieg im Iran, einem Land mit über 85 Millionen Einwohnern, würde Migrationsströme auslösen, gegen die alles Bisherige verblassen könnte. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz wäre gut beraten, sich frühzeitig und unmissverständlich zu positionieren, statt wie so oft in der Vergangenheit den Ereignissen hinterherzulaufen.
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