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Kettner Edelmetalle
29.01.2026
05:42 Uhr

Tesla verabschiedet sich von Ikonen: Model S und X vor dem Aus

Tesla verabschiedet sich von Ikonen: Model S und X vor dem Aus

Der amerikanische Elektroautobauer Tesla vollzieht einen radikalen Kurswechsel, der die Automobilbranche aufhorchen lässt. Konzernchef Elon Musk verkündete im Rahmen der jüngsten Quartalsergebnisse das Ende zweier Modellreihen, die einst den Aufstieg des Unternehmens begründeten. Die Fahrzeuge Model S und Model X sollen ersatzlos aus dem Programm gestrichen werden – ein Schritt, der die Transformation des Konzerns hin zu einem Robotik- und Technologieunternehmen unterstreicht.

Das Ende einer Ära

Mit bemerkenswert nüchterner Wortwahl kündigte Musk das Aus für die beiden Flaggschiffe an: „Es ist an der Zeit, die Programme für die Modelle S und X mit einer ehrenvollen Entlassung zu beenden." Wer noch Interesse an einem dieser Fahrzeuge habe, solle jetzt zuschlagen. Das Model S, einst der Durchbruch für Tesla auf dem Massenmarkt, ist schlichtweg in die Jahre gekommen. Gleiches gilt für das SUV-Pendant Model X. Die Verkaufszahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im vergangenen Jahr entfielen satte 97 Prozent der rund 1,6 Millionen ausgelieferten Fahrzeuge auf die günstigeren Modelle 3 und Y.

Roboter statt Autos: Musks neue Vision

Was zunächst wie eine bloße Produktbereinigung erscheint, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als fundamentaler Strategiewechsel. Das traditionsreiche Stammwerk im kalifornischen Fremont soll künftig nicht mehr der Automobilproduktion dienen, sondern der Herstellung humanoider Roboter mit dem Namen „Optimus". Musk, der sich bekanntlich nie mit kleinen Visionen zufriedengibt, geht sogar noch weiter: Die einzigen Automobile, die Tesla künftig produzieren werde, seien vollautonome Fahrzeuge. Eine Ausnahme bildet lediglich der noch vorzustellende neue Roadster.

Robotaxis als Zukunftsmodell

Die sogenannten „Cybercabs" – Robotaxis ohne Fahrer – sollen nach Musks Vorstellung das Rückgrat der künftigen Tesla-Flotte bilden. Die Logik dahinter ist bestechend einfach: Ein Fahrzeug ohne Fahrer kann theoretisch rund um die Uhr im Einsatz sein, während herkömmliche Autos den Großteil ihrer Existenz ungenutzt in Garagen oder auf Parkplätzen verbringen. „Wir werden viel mehr Cybercabs bauen, als alle anderen Autos zusammengenommen", prophezeite der Milliardär.

Ein riskantes Spiel mit hohem Einsatz

Ob diese Wette aufgeht, bleibt abzuwarten. Tesla hat ein schwieriges Jahr hinter sich, die Konkurrenz aus China und Europa schläft nicht, und die vollständige Autonomie von Fahrzeugen ist technisch wie regulatorisch noch immer mit erheblichen Hürden verbunden. Doch eines muss man Musk lassen: An Mut zur Disruption hat es ihm noch nie gemangelt. Während andere Autobauer vorsichtig an ihren Elektrostrategien feilen, wirft Tesla kurzerhand bewährte Modelle über Bord und setzt alles auf eine Karte – oder besser gesagt: auf einen Roboter.

Für Anleger und Beobachter der Automobilbranche dürfte dies ein weiteres Kapitel in der beispiellosen Geschichte eines Unternehmens sein, das die Spielregeln der Industrie immer wieder neu definiert. Ob zum Besseren oder Schlechteren, wird erst die Zukunft zeigen.

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