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22.10.2026
05:57 Uhr
KI-generiert

Tech-Frust und Öl-Schock: Droht dem DAX jetzt der Rückschlag?

Der DAX hat sich am Mittwoch mit einem Plus von 1,3 Prozent auf 25.645 Punkte nach oben gekämpft. Doch die Freude dürfte nur kurz halten. Enttäuschende Reaktionen auf die Zahlen der US-Techkonzerne und ein Ölpreis von über 110 Dollar belasten den deutschen Leitindex am Donnerstagmorgen. Vorbörslich rutschte er zeitweise auf 25.500 Punkte ab.

Wall Street: Gute Zahlen reichen nicht mehr

Nach dem jüngsten Ausverkauf bei KI-Aktien sollten die Quartalsberichte aus den USA eigentlich Rückenwind bringen. Das Gegenteil ist passiert. Die Anleger reagierten auf die Zahlen überwiegend mit Verkäufen. Und das teilweise sogar dann, wenn die Ergebnisse die Prognosen übertrafen.

Ein Überblick über die nachbörslichen Kursreaktionen:

  • Lam Research: rund minus 7,6 Prozent, obwohl die Ergebnisse besser ausfielen als erwartet
  • Tesla: minus 4,3 Prozent nach einem deutlichen Rückgang des operativen Gewinns
  • IBM: rund minus 4,8 Prozent trotz fünf Prozent mehr Umsatz
  • Meta: als einzige Ausnahme rund plus 1,5 Prozent nach überzeugenden Zahlen

Der Future auf den Nasdaq 100 lag am Donnerstagmorgen 1,3 Prozent im Minus. Daran zeigt sich, wie hoch die Erwartungen an den KI-Boom inzwischen sind. Wer an der Börse schon für Perfektion bezahlt hat, wird von soliden Zahlen nicht mehr überzeugt. Kritische Beobachter sehen darin ein typisches Warnsignal für zu hohe Bewertungen.

SAP als Rettungsanker?

Bessere Nachrichten kommen ausgerechnet aus Walldorf. Laut den vorgelegten Zahlen hat SAP die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der Umsatz wuchs um 13 Prozent auf 10,3 Milliarden Euro, das wichtige Cloud-Geschäft sogar um 26 Prozent. Für das Gesamtjahr ist der Softwarekonzern nun etwas zuversichtlicher.

Die Aktie legte nachbörslich rund ein Prozent zu. Weil SAP im DAX so stark gewichtet ist, könnte das den Index etwas stützen. Ein Grund zum Feiern ist es aber nicht: Dass der deutsche Leitindex so stark an einem einzigen Softwarekonzern hängt, zeigt auch, wie wenig andere wachstumsstarke Unternehmen der Standort Deutschland noch vorzuweisen hat.

Iran-Krieg: Der Ölpreis bleibt nervös

Der Krieg mit dem Iran bleibt der zweite große Unsicherheitsfaktor. Teheran soll zuletzt Bereitschaft zu Gesprächen signalisiert haben. Bedingung sei allerdings, dass die USA ihre Seeblockade beenden. Gleichzeitig deuten die jüngsten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu auf anhaltend hohe Spannungen hin.

Der Ölmarkt reagiert entsprechend. Die Nordseesorte Brent kletterte am Mittwoch wieder über 109 Dollar und legte am Donnerstagmorgen um weitere zwei Prozent auf rund 111 Dollar je Barrel zu. Das trifft deutsche Verbraucher und Unternehmen direkt, denn sie leiden ohnehin schon unter hohen Energiekosten. Sollte der Konflikt weiter eskalieren, könnten Inflation und Konjunktursorgen wieder zunehmen.

Charttechnik: Die Mauer bei 25.700 Punkten

Aus charttechnischer Sicht hat sich die Lage zuletzt verbessert. Am Mittwoch eroberte der DAX die 100-Tage-Linie bei rund 25.430 Punkten zurück. An der 50-Tage-Linie bei 25.678 Punkten scheiterte er jedoch erneut, das Tageshoch lag bei 25.706 Punkten. Schon am vergangenen Freitag war er an dieser Zone abgeprallt.

Jetzt kommt es auf den Bereich zwischen 25.430 und 25.450 Punkten an. Hält diese Unterstützung und dreht der Index dort wieder nach oben, wäre ein neuer Angriff auf das Doppelhoch um 25.700 Punkte denkbar. Gelingt der Ausbruch, wäre die nächste Hürde bei 25.785 Punkten. Fällt der DAX dagegen wieder unter die 100-Tage-Linie, könnte er auf 25.300 und danach auf 25.200 Punkte zurückfallen.

Die wichtigsten Marken auf einen Blick

  • Widerstände: 25.678 (50-Tage-Linie), 25.706 (Tageshoch), 25.785
  • Unterstützungen: 25.438 (100-Tage-Linie), 25.250, 25.200/175, 25.050, 24.975, 24.880 (200-Tage-Linie)

Fazit: Unruhige Zeiten verlangen nach Absicherung

Die Lage an den Märkten ist angespannt: Aktien sind hoch bewertet, im Nahen Osten herrscht Krieg und der Ölpreis steigt. Gerade in solchen Phasen zeigt sich, wie wertvoll eine breite Streuung des Vermögens ist. Physisches Gold und Silber können dabei eine sinnvolle Ergänzung sein, weil sie nicht von Quartalszahlen oder den Erwartungen der Börse abhängen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung, Kaufempfehlung oder Handelsempfehlung dar. Marktanalysen und charttechnische Einschätzungen bieten keine Gewähr für künftige Entwicklungen. Jeder Anleger sollte sich selbst informieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.

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