
Tankrabatt ja, Heizöl nein: Berlin lässt Ölheizer im Kalten stehen!

Ab Donnerstag, 1. Oktober, wird Tanken in Deutschland etwas billiger. Bundestag und Bundesrat haben die Energiesteuer auf Benzin und Diesel bis Jahresende gesenkt. Wer sein Haus mit Öl heizt, bekommt dagegen nichts, und das kurz vor dem Winter.
Rund 17 Cent weniger an der Zapfsäule
Vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember sinkt die Energiesteuer um 14,04 Cent je Liter. Weil darauf keine Umsatzsteuer mehr anfällt, sparen Autofahrer insgesamt rund 17 Cent pro Liter. Eine ähnliche Regelung galt schon im Mai und Juni.
Für 2027 hat die Bundesregierung einen vorübergehenden Spritpreisdeckel angekündigt, der sich am Ölpreis orientieren soll. Wie er genau funktionieren soll, ist noch offen. Klar ist bisher nur: Die Politik greift zu kurzfristigen Hilfen und löst das Grundproblem nicht.
Wenn der Öltank nur halb voll wird
Kritik kommt ausgerechnet aus den Reihen der Koalitionsparteien. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sagte am 25. September im Bundesrat, der Tankrabatt dürfe nicht die letzte Entlastung sein. Es gebe Familien, die ihren Heizöltank vor dem Winter nicht mehr ganz füllen könnten. Sie bräuchten laut Schwesig „gezielte Unterstützung“.
Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) fordert eine „befristete Aussetzung der CO2‑Bepreisung für Kraft- und Brennstoffe“. In Berlin plant man so etwas bisher nicht. Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums sagte am 23. September in der Bundespressekonferenz:
„Mir sind derzeit keine Anstrengungen der Bundesregierung bekannt, jetzt hier konkret bei Heizöl […] finanzielle Unterstützung zu gewährleisten.“
5.100 Euro für eine Tankfüllung
Die Zahlen sind drastisch. Heizöl ist zwar noch nicht so teuer wie beim Rekord im März 2022 nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine. Das Niveau vom Herbst 2022 ist aber erreicht und inzwischen sogar überschritten.
Nach dem Heizspiegel 2026 der Beratungsgesellschaft co2online steigen die Heizkosten mit Ölheizung in diesem Jahr um 24 Prozent. Eine 70-Quadratmeter-Wohnung im Mehrfamilienhaus kostete im Vorjahr im Schnitt 1.030 Euro, jetzt sind es etwa 1.275 Euro. Laut WDR kosten 3.000 Liter Heizöl derzeit rund 5.100 Euro. Das sind etwa 2.300 Euro oder 80 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Das Angebot könnte außerdem knapp werden, weil Raffinerien vorrangig Diesel herstellen. Die Bundesregierung sieht die Versorgung trotzdem nicht in Gefahr. Im Notfall gebe es nationale Ölreserven, dafür bestehe derzeit aber kein Anlass.
Eine niedrigere Steuer brächte beim Heizöl wenig
Bei Benzin und Diesel macht der Staat etwa die Hälfte des Preises aus, beim Heizöl sind es rund 30 Prozent. Nach Schätzungen der „Welt“ würde eine Senkung der Energiesteuer auf das EU-Minimum den Preis bei 170 Euro je 100 Liter nur um etwa 3 Prozent drücken. Mehr brächte es, die CO₂-Abgabe auszusetzen. Diese Abgabe ist allerdings politisch gewollt.
Hilfe für die einen, Rechnung für die anderen
Wer Wohngeld bekommt, erhält seit der Reform 2023 dauerhaft einen Zuschuss zu den Heizkosten. Bei Menschen in der Grundsicherung können Jobcenter oder Sozialämter auf Antrag Heizkosten übernehmen oder Darlehen geben. Die beiden Heizkostenzuschüsse von 2022 und die Härtefallhilfen für Pellets, Heizöl und Flüssiggas aus der Ampel-Zeit gibt es dagegen nicht mehr.
Das trifft vor allem Haushalte, die keine staatliche Hilfe bekommen: Familien mit eigenem Haus, Rentner auf dem Land, Normalverdiener. Weniger heizen ist für sie keine echte Option. Eine Wärmepumpe lässt sich auch nicht über Nacht einbauen. Im Bundesfinanzministerium wird laut dem Bericht über gezielte Direktzahlungen nachgedacht. Das ist bisher nur eine Überlegung, beschlossen ist nichts.
Unser Fazit
Der Staat macht Energie über die CO₂-Abgabe teurer und gibt dann nur einen kleinen Teil zurück, und zwar nicht gerecht verteilt. Wer seine Ersparnisse vor steigenden Kosten und schwindender Kaufkraft schützen will, sollte sich nicht auf Berlin verlassen. Physisches Gold und Silber können als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen seit Generationen eine stabile Rücklage sein.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Er gibt unsere eigene Meinung und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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