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Tank-Diät aus Brüssel: Plug-in-Hybride sollen nur noch 15 Liter fassen!

Tank-Diät aus Brüssel: Plug-in-Hybride sollen nur noch 15 Liter fassen!
Symbolbild: KI-generiert

Brüssel hat den Tankdeckel im Visier. Medienberichten zufolge denkt die EU-Kommission darüber nach, das Tankvolumen neuer Plug-in-Hybride auf höchstens 15 Liter zu begrenzen. Das erklärte Ziel: Die Fahrer sollen an die Ladesäule. Den Anstoß dazu liefert eine Umweltorganisation.

Zuerst berichteten die spanischen Medien El Debate und Autopista über die Überlegungen. Wer einen Hybrid kauft und nicht regelmäßig lädt, müsste dann etwa alle 200 bis 250 Kilometer tanken. Weltweit kämpfen Ingenieure um jeden zusätzlichen Kilometer Reichweite. In Brüssel wird offenbar das genaue Gegenteil diskutiert.

Der Vorwurf: Hybridfahrer laden zu selten

Grundlage ist ein aktueller Bericht von Transport & Environment (T&E). Demnach sollen die realen CO₂-Emissionen der 2024 in der EU zugelassenen Plug-in-Hybride fast sechsmal so hoch sein wie die offiziellen Werte. Auf dem Papier stoßen sie 83 Prozent weniger aus als reine Verbrenner. In der Praxis bleibe laut T&E nur ein Vorteil von etwa 14 Prozent.

Nach Angaben der Organisation werden nur 27 Prozent der Kilometer rein elektrisch gefahren. Viele Besitzer würden ihr Auto nach dem Kauf wie einen normalen Benziner nutzen, nur eben mit einer schweren Batterie an Bord.

Von 51 auf 15 Liter: Die Rechnung der Aktivisten

Heute fassen Hybrid-Tanks im Durchschnitt etwa 51 Liter. T&E will höchstens 15 Liter erlauben. Bei einem realistischen Verbrauch von 6,7 Litern auf 100 Kilometer bleiben damit rund 220 Kilometer Reichweite mit dem Verbrennungsmotor. Wer nie lädt, müsste statt etwa 17 Mal im Jahr fast 57 Mal tanken, also mehr als einmal pro Woche.

Bis 2030 fordert die Organisation außerdem:

  • mindestens 200 Kilometer reale elektrische Reichweite,
  • Gleichstrom-Schnellladen mit mehr als 100 kW,
  • einen Elektromotor, der mindestens dreimal so stark ist wie der Verbrenner.

Die EU hat bereits den sogenannten Utility Factor verschärft. Diese Rechengröße bestimmt, wie stark der elektrische Fahranteil in die offizielle CO₂-Bilanz eingeht. Für Hersteller lohnt es sich damit schon jetzt weniger, Hybride als Klimaretter zu verbuchen.

Auch die Oberklasse wäre betroffen

Die Grenze könnte nicht nur für Plug-in-Hybride gelten. Berichten zufolge träfe sie auch große Limousinen wie den Audi A8 mit 82-Liter-Dieseltank oder den chinesischen Yangwang U8 mit 75 Litern. Ob dann auch die Dienstwagen in Brüssel weniger Sprit fassen dürfen? Daran darf man zweifeln.

Einige Hersteller hatten zuletzt sogar größere Tanks eingebaut, um die Emissionsvorgaben leichter zu erfüllen. Dieser Weg wäre dann versperrt. Asiatische Anbieter werben gleichzeitig mit kombinierten Reichweiten von mehr als 1.200 Kilometern. Kritiker sehen in der Tank-Idee einen weiteren Eingriff, der den Wettbewerb verzerrt.

Die Realität auf Europas Straßen

Das Verbrenner-Aus ab 2035 ist ohnehin umstritten. Deutschland und Frankreich wollen mehr Spielraum für effiziente Hybride und erneuerbare Kraftstoffe. Mitte Oktober einigten sich beide Länder nach Angaben von T&E darauf, die CO₂-Flottengrenzwerte abzuschwächen. Die Umweltorganisation kritisierte das scharf.

Reine E-Autos kamen in den ersten neun Monaten 2026 auf 22,7 Prozent der EU-Neuzulassungen, das sind 1,93 Millionen Fahrzeuge. Damit lagen sie erstmals vor den Benzinern mit 21,2 Prozent. Plug-in-Hybride erreichten 10,1 Prozent. Auf den Straßen sieht es aber anders aus: Laut Eurostat waren Ende 2025 nur 7,6 Millionen reine Elektro-Pkw zugelassen, bei mehr als 260 Millionen Autos insgesamt. Alle alternativen Antriebe zusammen, Hybride eingeschlossen, kamen Mitte 2026 auf 23 Millionen Fahrzeuge. Das sind gerade einmal 8 Prozent.

Fazit: Zwang statt Überzeugung

Die Idee folgt einem bekannten Muster. Bessere Ladesäulen, günstiger Strom und alltagstaugliche Autos würden die Menschen freiwillig zum Laden bringen. Stattdessen soll es ein Verbot richten. Bestraft würden vor allem Pendler auf dem Land, Mieter ohne eigene Ladestation und Vielfahrer. Ob und in welcher Form Brüssel den Vorschlag aufgreift, ist offen. Die Botschaft an Europas Autofahrer ist aber deutlich.

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