
Strompreise sinken – doch der Bürger zahlt weiterhin viel zu viel

Es klingt zunächst wie eine gute Nachricht: Über hundert regionale Grundversorger senken ihre Strompreise um durchschnittlich 15 Prozent. Rund 3,4 Millionen Haushalte sollen davon profitieren. Ein Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden würde demnach um etwa 279 Euro entlastet. Doch bevor jemand in Jubel ausbricht, lohnt sich ein nüchterner Blick auf die Gesamtlage – denn die deutschen Strompreise bleiben im internationalen Vergleich auf einem beschämend hohen Niveau.
Gesunkene Netzgebühren als Treiber
Laut einer Analyse des Vergleichsportals Verivox hätten für die Monate Februar, März und April 2026 insgesamt 101 Preissenkungen stattgefunden oder seien angekündigt worden. Die Gründe liegen auf der Hand: niedrigere Stromnetzgebühren und gesunkene Großhandelspreise. Bereits zum Jahreswechsel habe rund die Hälfte der insgesamt 780 Strom-Grundversorger in Deutschland ihre Tarife um durchschnittlich neun Prozent reduziert. So weit, so erfreulich.
Doch man muss sich die Zahlen auf der Zunge zergehen lassen. Der Durchschnittspreis in der Grundversorgung liegt nach wie vor bei knapp 41 Cent pro Kilowattstunde – brutto, inklusive Grundpreis. In Frankreich, wo man auf Kernenergie setzt, zahlen Verbraucher einen Bruchteil davon. In den USA unter Präsident Trump, der gerade die größte Deregulierungsoffensive in der amerikanischen Energiepolitik vorantreibt, sinken die Energiekosten weiter. Deutschland hingegen leistet sich den teuersten Strom Europas und feiert eine 15-prozentige Senkung wie einen Befreiungsschlag. Das ist, als würde man einem Ertrinkenden einen Teelöffel Wasser aus dem Pool schöpfen.
Die Unwissenheit der Verbraucher als stilles Problem
Besonders alarmierend ist ein weiterer Befund: Laut einer Umfrage des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen kennt nahezu jeder zweite Haushalt in Deutschland nicht einmal den Unterschied zwischen Grundversorgung und einem Sondervertrag. Fast die Hälfte der Bevölkerung weiß also gar nicht, dass sie durch einen simplen Vertragswechsel mehrere hundert Euro im Jahr sparen könnte. Die Verbraucherschützer betonen, dass sich ein Wechsel aus der Grundversorgung in einen Sondertarif für die allermeisten Haushalte finanziell lohnen würde.
Grundversorgungsverträge können jederzeit mit einer Frist von nur zwei Wochen gekündigt werden – eine Hürde, die kaum niedriger sein könnte. Dennoch verharren Millionen Deutsche in überteuerten Tarifen. Man fragt sich unwillkürlich: Ist es Bequemlichkeit, mangelnde Aufklärung oder schlicht Resignation angesichts einer Energiepolitik, die den Bürger seit Jahren systematisch überfordert?
Warum die Preise überhaupt so hoch sind
Die eigentliche Frage, die sich jeder stellen sollte, lautet: Warum sind die deutschen Strompreise überhaupt auf diesem astronomischen Niveau? Die Antwort ist so unbequem wie offensichtlich. Jahrelange ideologiegetriebene Energiepolitik, der überhastete Atomausstieg, milliardenschwere Subventionen für erneuerbare Energien und ein aufgeblähter Regulierungsapparat haben den deutschen Strommarkt in eine Lage manövriert, die für Privathaushalte und Unternehmen gleichermaßen zur Belastungsprobe geworden ist. Der spanische Blackout im vergangenen Jahr hat eindrücklich gezeigt, wohin eine zu einseitige Abhängigkeit von volatilen Energiequellen führen kann.
Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat zwar angekündigt, den EU-Emissionshandel infrage zu stellen und eine Reform noch vor dem Sommer anzustoßen. Ob daraus tatsächlich spürbare Entlastungen für den Bürger resultieren, bleibt abzuwarten. Die Erfahrung lehrt: Versprechen aus Berlin sind billig – die Stromrechnung hingegen nicht.
Wer wirklich sparen will, muss selbst handeln
Die Botschaft ist klar: Wer in der Grundversorgung verharrt, verschenkt bares Geld. Sondertarife liegen oft deutlich unter 41 Cent pro Kilowattstunde. Ein regelmäßiger Vergleich der Anbieter und ein beherzter Wechsel können Hunderte Euro im Jahr einsparen. Doch selbst mit dem günstigsten Tarif bleibt die bittere Erkenntnis: Deutschland hat sich durch politische Fehlentscheidungen in eine energiepolitische Sackgasse manövriert, aus der es keinen schnellen Ausweg gibt.
In Zeiten, in denen die Inflation durch das geplante 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen weiter angeheizt zu werden droht und die Kaufkraft der Bürger ohnehin unter Druck steht, ist jede Ersparnis willkommen. Doch eine echte Trendwende bei den Energiekosten wird es erst geben, wenn die Politik den Mut aufbringt, ideologische Scheuklappen abzulegen und eine pragmatische, technologieoffene Energiestrategie zu verfolgen. Bis dahin bleibt dem deutschen Verbraucher nur eines: Tarife vergleichen, wechseln – und hoffen, dass die nächste Regierung es besser macht.
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